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die Kriegsschuld 1870

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Nicht nur die Kriege des 20. Jahrhunderts, auch für den Deutsch-französischen Krieg 1870/71 wird in der Welt oft den Deutschen/Preußen die Schuld zugeschrieben. So stellte eine Amerikanerin 1950 fest, daß ihren Landsleuten jahrelang eingepaukt wurde, Deutschland hätte dreimal in einer Generation Frankreich angegriffen. Dabei hat Frankreich 1939 Deutschland den Krieg erklärt und hat 1914 vor der deutschen Kriegserklärung seine Truppen mobilisiert, was einer Kriegserklärung gleichkommt.

Paris trägt auch für den Krieg 1870/71 die Schuld. Es hat am 19. Juli 1870 den Krieg erklärt. Paris war durch Verträge mit den nord- und süddeutschen Staaten verbunden. Die historischen Tatsachen sind eindeutig:

Nach dem Sturz der absolutistisch regierenden spanischen Königin ISABELLA II. im September 1868 suchte die neue Regierung in Madrid einen anderen Monarchen und entschied sich für den Erbprinzen Leopold VON HOHENZOLLERN-SIGMARINGEN, der nach Bedenkzeit im Mai 1870 zusagte. (Sein Bruder Karl war kurz vorher als CAROL I. 1866 auf den Thron des neu geschaffenen Fürstentums Rumänien berufen worden.) Als diese Nachricht in Paris am 1. Juli bekannt wurde, gab es eine große Erregung in der französischen Öffentlichkeit, und im Parlament hielt der Außenminister Herzog VON GRAMONT am 6. Juli eine Rede, in der bei Annahme des Hohenzollernprinzen Preußen Krieg angedroht wurde. Als dieser dann am 12. Juli auf den spanischen Thron verzichtete, verlangte Frankreich am 13. Juli durch seinen extra nach Bad Ems, wo König WILHELM I. von Preußen kurte, geschickten Botschafter BENEDETTI, daß der preußische Monarch, der mit der Angelegenheit der preußischen Nebenlinie nichts zu tun hatte, ein Entschuldigungsschreiben an den französischen Kaiser NAPOLEON III. richte und darin versichere, einer möglichen neuen Kandidatur die Genehmigung zu versagen. Als der König diese Zumutung höflich, aber bestimmt ablehnte, der Botschafter BENEDETTI noch ein zweites und drittes Mal am selben Tag die Forderung stellte und dabei impertinent wurde, ließ ihn WILHELM I. stehen.
Prinz LEOPOLD VON HOHENZOLLERN-SIGMARINGEN (1835-1905). Er kam schon deshalb als Anwärter auf den Thron Spaniens in Frage, weil die Sigmaringer immer katholisch geblieben waren. Das erzeugte aber bei den Franzosen Umklammerungsängste. Man sah sich an die Zeiten KARLS V. erinnert. Rechts: König WILHELM I. und Vincent BENEDETTI mit der Emser Depesche.

Die Nachricht über diesen Vorgang veröffentlichte der in Berlin weilende BISMARCK gekürzt und damit verschärft als Emser Depesche, was NAPOLEON III. und die französische Öffentlichkeit als diplomatische Niederlage ansah und was dagegen überall in Deutschland großen Jubel auslöste. Daraufhin erklärte Frankreich, ohne irgendwie bedroht zu sein, Preußen am 19. Juli 1870 den Krieg.

Der Frieden von Frankfurt am Main vom 10.5.1871 fiel trotz des einseitig provozierten Krieges sehr maßvoll aus: Frankreich hatte die vom Deutschen Reich verlangten Reparationen von 5 Milliarden Francs schon in wenigen Jahren bezahlt. Es hieß dann in dem Friedensvertrag für die wieder an Deutschland zurückgekehrten >>Reichslande Elsaß-Lothringen<<, deren Bewohner sich in der durchgeführten Option zu 98 Prozent für das Deutsche Reich entschieden: „Kein Bewohner der abgetretenen Gebiete darf wegen seiner politischen oder militärischen Handlungen während des Krieges in seiner Person oder seinen Gütern verfolgt, beunruhigt oder verhaftet werden.“ Man vergleiche das mit der Behandlung der Deutschen nach 1945
– Rolf Kosiek –
aus: Der große Wendig

Als das Elsaß mit seiner fast rein deutschen Bevölkerung nach rund 200jähriger französischer Fremdherrschaft 1871 wieder an das Deutsche Reich gekommen war, wurden auch schnell fortschrittliche deutsche soziale und gesellschaftliche Errungenschaften übernommen, darunter insbesondere das Genossenschaftswesen.

Written by einedeutscheweise

12. September 2010 um 04:43

Veröffentlicht in Geschichte

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