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Otto von Bismarck

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„Ein bisschen Freundschaft ist mir mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.“

Otto von Bismarck, 01.04.1815 – 30.07.1898
Gründer und 1. Kanzler des deutschen Reiches.
18.Januar 1871 – König Wilhelm I. von Preußen erklärte sich bereit, die Kaiserkrone anzunehmen. Nun verlas Bismarck die Botschaft ans Volk von der Erneuerung des deutschen Reiches. Damit war Deutschland staatliche Einheit hergestellt.


Die Kleinstaaterei war beendet.

»Ein Appell an die Furcht findet in deutschen Herzen niemals ein Echo!«

„Wenn die Deutschen zusammenhalten, so schlagen sie den Teufel aus der Hölle“

Die soziale Revolution des Reichskanzlers

Die Jahre von 1871 bis 1890 nutzte Bismarck als erster Kanzler des neuen Reiches, um dessen Einfluß zu sichern, seine Sicherheit zu gewährleisten, seine Macht zur mehren, den Wohlstand seiner Bürger zu heben und das Land im Inneren und Äußeren stark und stabil zu machen. Im Bereich der Innenpolitik war es besonders Bismarcks Sozialgesetzgebung, die das Land dauerhaft geprägt hat. 1882 bestand bereits ca. ein Viertel der deutschen Bevölkerung aus Arbeitern. Sie waren an Verträge mit ihren Arbeitgebern (den „Brotherren“) gebunden, die sich nicht frei aushandeln konnten. Bismarck hat mit seiner Sozialpolitik eine Entwicklung eingeleitet, die die Klassengegensätze milderte. Er setzte Fabrikinspektionen durch, erzwang die Sozialversicherung gegen den Entschiedenen Widerstand des Kapitals, erließ die Arbeitsschutzgesetze, die ihrer Zeit weit voraus waren. Die deutschen Sozialgesetze gingen erheblich über alles hinaus, was damals in anderen Staaten der Welt praktiziert wurde. Er selbst meinte im April 1881 dazu: „Warum sollte der Soldat der Arbeit nicht eine Pension haben wie der Soldat oder Beamte. Das ist Staatssozialismus.“ Bismarck setzte auch im Ökonomischen das Primat der Politik durch. Die Finanzmächtigen haben ihm dies niemals verziehen.
Wegen Uneinigkeit über die Sozialistengesetze, die Bismarck beibehalten wollte, erfolgte am 20. März 1890 Bismarcks Entlassung.

Ziate:
„Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln.“
„Die Politik hat nicht zu rächen, was geschehen ist, sondern zu sorgen, daß es nicht wieder geschehe.“
„Ein Volk, das von seiner Geschichte sich trennt, und wenn ihm Schmach auf der Stirne brennt, wird von Gott von der Tafel gelöscht.“
„Ich hoffe auf die Zukunft des Reiches,
Auf die nicht verbitterte Jugend,
Auf das kommende Geschlecht.“

Bismarck

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später, viel später…..
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Nach Kriegsende 1945 lösten die alliierten Besatzungsmächte Preußen als deutsches Land mit einem Verwaltungsakt „dauerhaft“ auf und verboten Bismarcks Bücher sofort. In allen Teilen des zerbrochenen Reiches ließen die Feinde Denkmäler des Reichskanzlers zerstören. Dieses Vernichtungswerk wurde vor allem in den deutschen Ostprovinzen und in der sowjetischen Zone konsequent und fast ausnahmslos durchgeführt. Die Bundesrepublik unserer Tage und ihr Kanzler haben mit dem Bismarckreich und seinem Schöpfer nichts mehr gemein. (Wobei man fragen muß ob die Besatzungsmächte das Völker- oder Kriegsrecht beachteten)
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Lothar Gall arbeitet treffend heraus, dass Bismarck kein ‚reiner Machtmensch‘ war, kein Machiavellist in Reinkultur. Aus der ‚Bedenkenlosigkeit der Mittel‘ lässt sich nicht auf eine ‚Gleichgültigkeit der Ziele‘ schließen. Bismarck war vielmehr ein „Ultra“konservativer, der aufgrund seines Temperaments, seiner Risikobereitschaft, seiner Fähigkeit zum Querdenken und seiner hohen politischen Intelligenz ein geborener Revolutionär war. Er war bereit, völlig neue Wege zu beschreiten, um den Kern der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung zu bewahren. Gerade dadurch hat er etwas revolutionär Neues hervorgebracht.

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http://geschichtsverein-koengen.de/Bismarck.htm
http://www.deutsche-schutzgebiete.de/bismarck.htm

viele Literaturhinweise:
http://de.metapedia.org/wiki/Bismarck
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Written by einedeutscheweise

20. Januar 2011 at 05:08

Veröffentlicht in Geschichte, Preußen

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Versailles-Schuldparagraph

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Heute nach dem 2.Weltkrieg und der Umdeutung der Geschichte wissen die meisten Deutschen kaum noch wie die wirklichen Verhältnisse in der Weimarer Republik waren, was ihre Eltern und Großeltern erlebten. Es waren die Folgen des Ersten Weltkrieges, die alles überschatteten und besonders die so empfundene Ungerechtigkeit des Versailler Diktats. Hatte man nicht Opfer über Opfer gebracht das Vaterland zu verteidigen und, wenn man das Gleiche Franzosen und anderen Gegnern aus deren Sicht zugestehen wollte, war man aber danach als schuldig erklärt und ungleich behandelt worden…?

Deutschland hatte im Vertrauen auf die 14 Punkte des Friedensangebotes des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson die Waffen niedergelegt. Dann aber wurde die britische Hungerblockade fortgesetzt, wodurch weitere tausende von Kindern, Frauen und Männer verhungerten, und die Alliierten drohten in das entwaffnete Deutschland einzumarschieren, wenn der Vertrag nicht unterschrieben würde. Die deutsche Delegation wurde in Versailles hinter Stacheldraht gehalten und durfte bei den Verhandlungen nicht mitreden, nur schriftliche Stellungnahmen abgeben.

Das Schlimmste gegen das Empfinden von Gerechtigkeit war der Schuldparagraph des Vertrages und die noch schlimmere Mantelnote.

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Zitat der 14 Punkte Wilsons:

Am 8. Januar 1918 hat der Präsident Wilson in einer Botschaft an den amerikanischen Kongress die Aufstellung eines ausführlichen Programms des Weltfriedens in 14 Punkten gegeben. In Kürze zusammengefasst sollte erzielt werden:

1. Abschaffung der Geheimdiplomatie,
2. Freiheit der Meere,
3. Wirtschafts- und Handelsfreiheit,
4. Abrüstung bzw. Verminderung der Rüstungen,
5. Unparteiische Schlichtung der kolonialen Ansprüche,
6. Räumung der besetzten russischen Gebiete,
7. Räumung und Wiederherstellung Belgiens,
8. Räumung und Wiederherstellung des besetzten französischen Gebiets
und Wiedergutmachung des „Unrechts“ an Elsaß-Lothringen.
9. Berichtigung der italienischen Grenzen nach den klar erkennbaren
Linien der Nationalität,
10. Autonome Entwicklung der Völker Österreich-Ungarns,
11. Räumung und Wiederherstellung von Rumänien, Serbien
und Montenegro,
12. Regelung der Verhältnisse der Türkei,
13. Errichtung eines unabhängig polnischen Staates unter Zusicherung
eines freien und sicheren Zugangs zum Meere,
14. Schaffung eines Völkerbundes.

Am 5. Oktober 1918 nahm die deutsche Regierung Wilsons Programm als Grundlage für die Friedensverhandlungen an, indem sie an den Präsidenten der Vereinigten Staaten eine Note sandte, in der sie ihn ersuchte, die Herstellung des Friedens in die Hand zu nehmen und den sofortigen Abschluss eines Waffenstillstandes herbeizuführen.
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Die Alliierten erklärten bereit zu sein auf Grundlage dieser 14 Punkte über den Friedensvertrag zu verhandeln, der nur noch die Einzelheiten regeln sollte. (mit zwei Ausnahmen: „die Freiheit der Meere“ und von Deutschland zu verlangender Schadensersatz für Schäden die die Zivilbevölkerung erlitten hatte).
Waren die Grundbedingungen des künftigen Friedens auch nicht in der gewöhnlichen Form eines völkerrechtlichen Vertrags vereinbart, so stellte die Note Lansings vom 5. November 1918 doch eine rechtgültige Willensbildung der Alliierten dar.
Die aufgrund der Note abgesandte deutsche Waffenstillstandskommission mußte am 11.11.1918 auf Weisung der Obersten Heeresleitung die Waffenstillstandsbedingungen im Wald von Compiegne/ Frankreich unterzeichnen.
Am Tage der Unterzeichnung des Waffenstillstandes hielt der amerikanische Präsident an die beiden in gemeinsamer Sitzung versammelten Häuser des Kongresses eine Ansprache, die in den Sätzen gipfelte:

„Die großen Nationen, die sich verbündet haben, haben sich jetzt endgültig zu dem gemeinsamen Ziel vereinigt, einen Frieden aufzurichten, der die Sehnsucht der ganzen Welt nach uneigennütziger Gerechtigkeit befriedigen wird, die auf etwas viel Besserem, Dauerhafteren beruhen wird, als auf den selbstsüchtigen konkurrierenden Interessen mächtiger Staaten.“

In Versailles wurde eine Urkunde niedergeschrieben, die in ihrem Geist die 14 Punkte vollkommen, in ihrem Buchstaben zum Teil aufgegeben hat. Das Selbstbestimmungs-recht wurde, soweit deutsche Volksgenossen und deutsche Gebietsteile in Frage standen, gröblichst missachtet. An der deutschen Ostgrenze, in den deutschen Kolonien, erfolgte in der Tat, was die Kongreßrede vom 11. Februar 1918 untersagte: „Ein Verschachern von Völkern und Ländern, als ob sie bloße Ware oder Steine in einem Spiele wären.“

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vor der Unterzeichnung:
25. 1. 1919 Errichtung einer »Kommission für die Feststellung der Verantwortlichkeit der Urheber des Krieges und der aufzuerlegenden Strafen«. Vorsitzender Lansing, der Vertreter Wilsons, der gemäßigtere englische Premier Lloyd George und der erbitterte Ministerpräsident Frankreichs, Clemenceau, Präsident der ganzen Konferenz, sind sich einig, daß Deutschland als der Alleinschuldige für den Weltkrieg vor der Geschichte dargestellt werden soll.
13. 5. 1919. Note Brockdorff-Rantzaus: »In dem den deutschen Delegierten vorgelegten Entwurf eines Friedensvertrages wird der VIII. Teil betreffend die Wiedergutmachung mit dem Artikel 231 eingeleitet, welcher lautet: (folgt der Text des Art. 231). Deutschland hat die Verpflichtung zur Wiedergutmachung übernommen aufgrund der Note des Staatssekretärs Lansing vom 5. November 1918, unabhängig von der Frage der Schuld am Kriege… Auch die Auffassung der alliierten und assoziierten Regierungen darüber, wer als Urheber des Krieges zu beschuldigen ist, wird von den deutschen Delegierten nicht geteilt. Sie vermögen der früheren deutschen Regierung nicht die alleinige oder hauptsächliche Schuld an diesem Kriege zuzusprechen. In dem vorgelegten Entwurf eines Friedensvertrages findet sich nichts, was jene Auffassung tatsächlich begründet, keinerlei Beweise werden für sie beigebracht. Die deutschen Delegierten bitten daher um Mitteilung des Berichtes der von den alliierten und assoziierten Regierungen eingesetzten Kommission zur Prüfung der Verantwortlichkeit der Urheber des Krieges.«

20. 5. 1919. In der Antwortnote Clemenceaus wurde dies abgelehnt.

Dann erfolgte eine ausführlichere deutsche Stellungnahme und die alliierte Antwortnote. (im Detail in dem Artikel von Prof.Anrich)

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Diese Antwort war begleitet von einer Mantelnote vom selben Tag,
redigiert von dem Mitglied der englischen Delegation Kerr
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Darin: »(Es) halten die alliierten und assoziierten Mächte für erforderlich, ihre Antwort mit einer scharf umrissenen Darlegung ihres Urteils über den Krieg zu beginnen, ein Urteil, welches tatsächlich und letzten Endes dasjenige der Gesamtheit der zivilisierten Welt ist. Nach der Anschauung der alliierten und assoziierten Mächte ist der Krieg, der am 1. August 1914 zum Ausbruch gekommen ist, das größte Verbrechen gegen die Menschheit und gegen die Freiheit der Völker gewesen, welches eine sich für zivilisiert ausgebende Nation jemals mit Bewußtsein begangen hat. Während langer Jahre haben die Regierenden Deutschlands… getrachtet, sich dazu fähig zu machen, ein unterjochtes Europa zu beherrschen und zu tyrannisieren, so wie sie ein unterjochtes Deutschland beherrschten und tyrannisierten… Indessen beschränkt sich die Verantwortlichkeit Deutschlands nicht auf die Tatsache, den Krieg gewollt und entfesselt zu haben. Deutschland ist in gleicher Weise für die rohe und unmenschliche Art, auf die er geführt worden ist, verantwortlich… Das Verhalten Deutschlands ist in der Geschichte der Menschheit fast beispiellos. Die schreckliche Verantwortlichkeit, die auf ihm lastet, läßt sich in der Tatsache zusammenfassend zum Ausdruck bringen, daß wenigstens 7 Millionen Tote in Europa begraben liegen, während mehr als 20 Millionen Lebender durch ihre Wunden und ihre Leiden von der Tatsache Zeugnis ablegen, daß Deutschland durch den Krieg seine Leidenschaft für die Tyrannei hat befriedigen wollen… Zum Schluß müssen die alliierten und assoziierten Mächte es offen aussprechen, daß dieser Brief und die angeschlossene Denkschrift ihr letztes Wort in der Angelegenheit darstellen.«

Die vorbehaltlose Unterzeichnung wurde ultimativ in fünf Tagen gefordert.

Die harten, unterdrückenden und entehrenden Klauseln des Versailler Vertrages, die ohne deutsche Mitwirkung zustande gekommen waren, erregten in Deutschland tiefe Erbitterung. Trotz Fortdauer der Hungerblockade stießen sie in weiten Kreisen auf Ablehnung. Die Reichsregierung unter ihrem Reichskanzler Philipp Scheidemann erklärte sie für unannehmbar und trat deswegen zurück. (Er hatte am 8.5.1919 vor dem Reichstag den Versailler Vertrag als „Dokument des Hasses und der Verblendung“ bezeichnet.) Sie überließ die Entscheidung der Nationalversammlung, die am 22.6.1919 mit 237 gegen 138 bei 6 Enthaltungen sich mit der Unterzeichnung des Versailler Diktats einverstanden erklärte. Gegen die Unterzeichnung stimmten die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei sowie der überwiegende Teil der Deutschen Demokratischen Partei.

Nach dem Rücktritt Scheidemanns, Brockdorff-Rantzaus und anderer Minister nahm die neue Regierung aus Zentrum und Sozialdemokraten schließlich am 23. Juni den Vertrag an, sträubte sich jedoch noch gegen die anzuerkennende Alleinschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg. Daraufhin drohten die Siegermächte dem wehrlosen deutschen Staat in einem Ultimatum mit Gewaltmaßnahmen.

Darauf blieb nach ernster Prüfung der Möglichkeit der Ablehnung unter dem Druck der bereits am Rhein stehenden riesigen feindlichen Armeen und insbesondere unter dem Druck der Fortsetzung der Hungerblockade mit der Folge des Todes von noch Zehntausenden von Kindern, entgegen dem Willen aller Parteien von links bis rechts, Deutschland nichts übrig, als dieses Diktat unter Protest zu unterschreiben.

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Der Schuldparagraph 231 des darauf folgenden „Vertrages von Versailles“:
Alleinschuld:

»Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären und Deutschland erkennt an, daß Deutschland und seine Verbündeten als Urheber aller Verluste und aller Schäden verantwortlich sind, welche die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Angehörigen infolge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungenen Krieges erlitten haben.«

Sofort 1919 hat das deutsche Volk – Regierung wie Bevölkerung – diesen Paragraphen als die Zuweisung der Alleinschuld am Kriege im Sinne einer seit längerem bewußten Herbeiführung eines solchen Krieges zur Errichtung der deutschen Hegemonie empfunden, damit als historische Unwahrheit und also Lüge, und damit als moralische Diffamierung und Angriff auf die Ehre, dazu noch gesteigert durch die Zumutung (»und Deutschland erkennt an«), dies selbst bekennen zu sollen – und zu müssen. Zu müssen, da durch den Waffenstillstand und den Rückzug aus allen besetzten Gebieten im Vertrauen auf die 14 Punkte Wilsons sowohl der Waffenkraft wie der Aushungerungskraft der dies verlangenden Feinde kein Widerstandsmittel mehr gegenüberstand. (Prof.Anrich)

Dazu wollte man – wie dies dann nach dem Zweiten Weltkrieg mit aller Konsequenz bewerkstelligt wurde – die führenden Köpfe der Reichsregierung sowie den am 28.11.1918 abgedankten deutschen Kaiser Wilhelm II. als ‚Kriegsverbrecher‘ vor ein internationales Tribunal stellen. Zu diesem Zweck übergaben die Westmächte im Februar 1920 eine im Versailler Vertrag vorgesehene Liste ‚deutscher Kriegsverbrecher‘, die 895 Persönlichkeiten – von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg bis zu Kronprinz Rupprecht von Bayern sowie weitere Militärs und Politiker – umfaßte, und forderten deren Auslieferung. Diesem bisher einmaligen Begehren stellte sich jedoch das Deutsche Reichsgericht in Leipzig entgegen und ließ eine Deportation an die Siegermächte nicht zu. Auch die holländische Königin Wilhelmine verweigerte standhaft die Auslieferung des in die Niederlande exilierten deutschen Kaisers, so daß es nicht zu einem Schauprozeß internationalen Ausmaßes kam. Letzterer konnte dann erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945/46 in Nürnberg über die Bühne gehen, nachdem man fast aller führenden und verantwortlichen Personen des Dritten Reiches habhaft geworden war. (Wolfgang Popp)

Außerdem wurde hier ein altes Prinzip verletzt, daß ein Friedensschluß zu wirklich annehmbaren Bedingungen erfolgen sollte und zu einer Versöhnung führen sollte mit Vergebung und einem Ende der moralischen Verdammung, wie sie im Eifer und Zorn der Kriege vorkommen.

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Spätere Stimmen

—13. Februar 1921. Reichsaußenminister Dr. Simons (zugleich Präsident des Reichsgerichts in Leipzig): »Anmelden werde ich immer wieder, daß wir dieses Strafurteil noch nicht als endgültige Entscheidung der Weltgeschichte anerkennen.« Darauf
—3. März 1921 Lloyd George: »Für die Alliierten ist die deutsche Verantwortung für den Krieg grundlegend; sie ist das Fundament, auf dem der Bau von Versailles errichtet wurde. Wenn dies abgelehnt oder aufgegeben wird, ist der Vertrag zerstört… Wir wünschen einfürallemal ganz klar auszusprechen, daß die deutsche Verantwortlichkeit für den Krieg als cause jug6 behandelt wird. «
—29. August 1924. Erklärung des Reichskanzlers Marx (Zentrum): Deutschland erkennt die Feststellung, Deutschland habe den Weltkrieg durch seinen Angriff entfesselt, nicht an und wird das gelegentlich den Gegnern zur Kenntnis bringen. Darauf förmlicher Protest Englands und Frankreichs gegen eine solche Notifizierung.
29. 6. 1937. Kerr, der Verfasser der Mantelnote vom 16. 6. 1919 und Mitredaktor überhaupt des Kriegsschuldparagraphen, nunmehr Lord Lothian, in einem Öffentlichen Vortrag: »Der Versailler Vertrag gründete sich auf die Theorie von Deutschlands Alleinschuld am Weltkrieg. Ich glaube, niemand, der die Vorgeschichte des Krieges ernsthaft studiert hat, kann diese Ansicht heute aufrechterhalten… Am Ende des Krieges jedoch hatten wir uns eingeredet, daß Deutschland allein an dem Unglück schuld sei. Diese Überzeugung war das Ergebnis von Meinungen, die wir uns aufgrund eines sehr unzureichenden Materials, ergänzt durch die Propaganda der Kriegszeit, gebildet hatten. Das Wesen der Kriegspropaganda aber bestand darin, die Einigkeit und Moral der eigenen Landsleute aufrechtzuerhalten durch den Nachweis, daß wir völlig recht, der Feind aber völlig unrecht habe. Auf diesem Grundsatz war der Versailler Vertrag aufgebaut.« Frage des anhörenden Journalisten der »Times«, Wickham Steed: Der Vortragende habe das Problem gestreift, das irrtümlich als deutsche »Kriegsschuld« bezeichnet worden wäre. Als die Deutschen im Jahre 1919 gegen den Entwurf des Versailler Vertrags protestierten, sei eine sehr geschickte und eindringliche Antwort abgefaßt worden, die den Fall sehr überzeugend dargestellt hätte. Mr. Philip Kerr, der jetzige Lord Lothian, sei der Verfasser gewesen. War sein Urteil damals so falsch, und wenn ja, ist es heute richtig? Die Antwort Lothians: Der Grund dafür, daß er seine Ansicht über die Kriegsschuld seit der in der Antwort der Alliierten von 1919 niedergelegten Anschauung geändert habe, liege darin, daß diese Antwort sich auf die Sachkenntnis stützte, über welche die britische Öffentlichkeit während des Krieges und nach vier Jahren ständiger Propaganda verfügte. Er habe seitdem eine große Anzahl Bücher in englischer Sprache über die Ursprünge des Weltkrieges gelesen, … sie alle betonten die Tatsache, daß die Kenntnisse, die 1919 zur Verfügung standen, weder genau noch vollständig gewesen seien. Er schäme sich nicht im geringsten, seine Ansicht geändert zu haben. –
(aus: Prof. Anrichs Artikel)

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aus:

Die Rechtsgrundlagen der Pariser Friedensverhandlungen
und ihre Verletzung durch den Vertrag von Versailles
von Dr. Wilhelm Marx, Reichskanzler a. D.

(Zehn Jahre nach Versailles)

Friedensverträge sind Völkerrechtsverträge, d. h. sie stehen unter denselben völker-rechtlichen Rechtsregeln wie jeder andere Staatsvertrag, materiell und formell, nach ihrem räumlichen, persönlichen und sachlichen Geltungsbereich, hinsichtlich ihrer Auslegung usw.

Die Pariser Verträge haben es selbst schamhaft vermieden, die bisher übliche „Friedensklausel“ zu gebrauchen. Sie erklären zwar zunächst im Eingang ihrer Präambel als ihr Ziel den Frieden. Am Schluss derselben aber gehen sie, statt positiv von diesem erstrebten Endziel zu sprechen, vom Kriegsende aus und erklären: „Mit dem Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrages nimmt der Kriegszustand ein Ende.“

Auch die in bisherigen Friedensverträgen übliche so genannte „Amnestie- oder Vergessenheitsklausel“ fehlt. Es war im Gegenteil den Verbandsmächten vorbehalten, durch den Mund Clemenceaus am 7. Mai 1919 der deutschen Delegation die Worte ins Gesicht zu schleudern: „Die Stunde der Abrechnung ist gekommen.“ Es war ihnen vorbehalten, von deutschen Kriegsverbrechern zu sprechen und sie zur Aburteilung vor ihren eigenen Richterstuhl ziehen zu wollen.

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Philipp Scheidemann während seiner legendären Rede vor der in der Berliner Universität tagenden Nationalversammlung: „Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns
in solche Fesseln legt? Der Vertrag ist unannehmbar.“

Scheidemann brandmarkt das Versailler Diktat

Philipp Scheidemann, geboren am 26. Juli 1865 in Kassel, war von 1903 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Mitglied der SPD-Fraktion des Reichstages. Am 9. November 1918 rief er im Verlauf der Novemberrevolution vom Balkon des Reichstags die Republik aus, und verhinderte so die Machtübernahme der Kommunisten. Von Februar bis Juni 1919 war er bis zu seinem Rücktritt der erste Ministerpräsident der „Weimarer Koalition“. Von November 1918 bis zum Januar 1919 Mitglied im Rat der Volksbeauftragten, 1918 bis 1920 Mitglied der Nationalversammlung und danach, bis 1933, Mitglied des Reichstags der Weimarer Republik. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging er ins Exil. Ohne jemals wieder nach Deutschland zurückkehren zu können, starb er am 29. November 1939 in Kopenhagen.
Wie alle Deutschen war er über die Härte der 440 Paragraphen des Versailler Vertrages entsetzt, die nichts mehr mit den 14 Punkten des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson zu tun hatten, auf deren Grundlage der Waffenstillstand geschlossen worden war. Am 12. Mai 1919 protestiert der SPD-Politiker und Führer der ersten Weimarer Koalitionsregierung leidenschaftlich gegen die barbarischen Friedensbedingungen, die er, da sie unerfüllbar sind, nicht anerkennen kann, und legt in der Konsequenz sein Amt als erster demokratisch gewählter Ministerpräsident der Weimarer Republik nieder:
„Die deutsche Nationalversammlung ist heute zusammengetreten, um am Wendepunkte im Dasein unseres Volkes gemeinsam mit der Reichsregierung Stellung zu nehmen zu dem, was unsere Gegner Friedensbedingungen nennen […]
Heute, wo jeder die erdrosselnde Hand an der Gurgel fühlt, lassen Sie mich ganz ohne taktisches Erwägen reden: was unseren Beratungen zugrunde liegt, ist dies dicke Buch, in dem 100 Absätze beginnen: Deutschland verzichtet, verzichtet, verzichtet! Dieser schauerliche und mörderische Hexenhammer, mit dem einem großen Volke das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkeit, die Zustimmung zur erbarmungslosen Zerstückelung abgepresst werden soll, dies Buch darf nicht zum Gesetzbuch der Zukunft werden.
Seit ich die Forderungen in ihrer Gesamtheit kenne, käme es mir wie eine Lästerung vor, das Wilson-Programm, diese Grundlagen des ersten Waffenstillstandsvertrages, mit ihnen auch nur vergleichen zu wollen! Aber eine Bemerkung kann ich nicht unterdrücken: die Welt ist wieder einmal um eine Illusion ärmer geworden. Die Völker haben in dieser an Idealen armen Zeit wieder einmal den Glauben verloren [… ]
Ich frage Sie: wer kann als ehrlicher Mann – ich will gar nicht sagen als Deutscher – nur als ehrlicher, vertragstreuer Mann solche Bedingungen eingehen? Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legte? […] Dieser Vertrag ist nach der Auffassung der Reichsregierung unannehmbar […]“

aus: Lauteinann, Geschichten in Quellen Bd. 6, S. 129

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Professor Dr. Ernst Anrich

Kriegsausbruch

… Dabei wird von den Herstellern des Diktats bewußt, von den heutigen Bezweiflern aus nicht mehr vorhandenem Wissen übersehen, daß diese Kriegserklärungen erfolgten, weil die trotz dringendster Warnungen Deutschlands am 29. 7., dann endgültig am 30. 7. 1914 erlassene russische allgemeine Mobilmachung die riesige Heeresmasse Rußlands in Gang setzte, dazu, nach den französisch-russischen Verträgen, die französische Mobilmachung und dadurch weiteren deutschen (und englischen) gerade greifenden deutsch-englischen Friedensbemühungen die Möglichkeit durchschnitten hatte. Denn Deutschland konnte es sich nicht erlauben, sich dem Vollzug des Aufmarsches dieser Massen an beiden Fronten auszusetzen. Es mußte dem Aufmarsch der Riesenzahl nicht nur durch eigene Mobilmachung am 31. 7., sondern durch sofortiges militärisches Handeln zuvorkommen. Befangen in alter diplomatischer Kavalierstradition hatte die damalige deutsche Regierung dies völkerrechtlich nicht für möglich gehalten ohne vorherige amtliche Kriegserklärung und strategisch nicht ohne den zuvorkommenden Einmarsch in Belgien.
Die Präambel des Diktats von Versailles – und weitgehend das historische Wissen von heute – unterschlägt ferner oder hat vergessen, daß die Ursache dieser gesamten Julikrise, und darin und damit dieser allgemeinen russischen Mobilmachung, die Ermordung des Österreichischen Thronfolgers am 28. 6. 1914 auf Österreichischem Staatsgebiet in Serajewo durch die groß-serbische Bewegung mit Beteiligung serbischer staatlicher Amtsstellen und dem Wissen erfolgt war, Rußland als Schutzmacht hinter sich zu haben gegen Serbien bedrohende Reaktionen von Österreich. Sie war erfolgt mit dem Ziel, Österreich, den einzigen deutschen Bundesgenossen, zu zerstören.

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Quellen
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—-Scheidemann brandmarkt das Versailler Diktat
http://www.deutschlanddokumente.de/vvtScheidemann.htm

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—-Das Friedensdiktat von Versailles 1919
„Noch niemals ist ein ernstlicher und dauerhafter Friede auf die Ausplünderung, die Quälerei und den Ruin eines Besiegten, geschweige denn auf den eines besiegten großen Volkes gegründet worden. Und dies und nichts anderes ist der Vertrag von Versailles!“
Francesco Nitti, damaliger Ministerpräsident Italiens 1924 über das Versailler Friedensdiktat von 1919.
Von Wolfgang Popp
http://read-all-about-it.org/archive/1.weltkrieg/friedensdiktat_versailles.html
oder auch hier zu lesen
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— Wie die Sieger die Alleinschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg festschrieben
Professor Dr. Ernst Anrich
hier ganz zu lesen
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—- Die Rechtsgrundlagen der Pariser Friedensverhandlungen
und ihre Verletzung durch den Vertrag von Versailles
von Dr. Wilhelm Marx, Reichskanzler a. D.
( Zehn Jahre Versailles, I. Band, 373 S.: Der Rechtsanspruch auf Revision / Der Kampf um die Revision / Die wirtschaftlichen folgen des Versailler Vertrages. Herausgegeben 1929 von Dr. Dr. h.c. Heinrich Schnee, Gouverneur z. D., Mitglied des Reichstags, Präsident des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände und Dr. h. c. Hans Draeger, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände; Brückenverlag GmbH Berlin. )
http://www.deutschlanddokumente.de/vvtMarx1929.htm
oder auch hier zu lesen

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Nachtrag: zu erwähnen ist eine neue Serie von Artikeln
Adolf Hitler – »Geboren« in Versailles?
Michael Grandt
Artikel 1 www.kopp-online.com/
Artikel 2
Artikel 3
Artikel 4
Artikel 5
Artikel 6
Artikel 7
(wird wahrscheinlich fortgesetzt)

Written by einedeutscheweise

13. Januar 2011 at 05:00