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TV-„Glotze aus – alles aus!“

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Man findet kaum jemand, der die Fernsehsucht so benennt und untersucht, obwohl alle aufgeweckten Menschen „1984“ von George Orwell kennen. Es wird manchmal etwas beklagt von Linksliberalen, aber mehr nicht. Es ist wie eine dunkle Decke, die über den Menschen liegt, deren Weltbild ersetzt ist von vielen Stücken aus der bunten, virtuellen Show, die sie tagtäglich konsumieren.

Es sind falsche Informationen über Politik, Wirtschaft und Geschichte, aber schlimmer noch, wenn man nur diese Familienserien und Unterhaltung zu sich nimmt, erzeugt es eine künstliche Welt, die Freunde, Familie, wirkliche Menschen und Kultur verdrängt, d.h. daß man diese als genauso unwirklich betrachtet und einfach passiv ist.

Die Meisten sind sich nicht gewahr, daß Unterhaltung von Psycho- und Werbespezialisten konstruiert ist, a la Hollywood. Diese Leute arbeiten wahrscheinlich mit Hypnose-artigen Techniken. Im TV wird gerade für Jugendliche dieses Multikulti ständig eingehämmert – und noch schlimmer ist zu sehen, wie die eigene Kultur dadurch zerstört wird und eingegangen ist.

Gesteuert wird das von wenigen Medienmogulen, die die Menge der Mediensprecher, Schauspieler, Moderatoren, Prominenten dirigieren. In Deutschland ist es schwieriger zu durchschauen, wer das steuert, weil die „öffentlich-rechtlichen“ Kanäle von Parteien, Kirchen usw. getragen werden, und daß die mitmachen, zeigt nur wie weit schon alles verkommen ist.

Durch das Internet arbeiten glücklicherweise viele daran etwas Besseres anzubieten.

Glotze aus – alles aus!
„Aus dem Volk der Dichter und Denker scheint ein Volk von Fernsehguckern geworden zu sein“

Es ist mit Sicherheit keine bloß subjektive Empfindung, wenn man behauptet, dass das allgemeine Selbstverständnis, welches im regulären Verhalten durch Dinge wie Sprache, Benehmen und der Auffassung vom eigenen Sein zum Ausdruck gebracht wird, an einem Tiefpunkt angelangt zu sein scheint. Besonders prägnant ist es bei der Jugend, deren Auftreten eine Verinnerlichung der medialen Propaganda der Demokraten aufzeigt und diese auch entsprechend reflektiert.

Aus dem Volk der Dichter und Denker scheint ein systemkonformes Volk von Fernsehguckern geworden zu sein, denn der Fernsehkonsum der Deutschen nimmt stetig zu. Durchschnittlich verbrachte im Jahr 2010 jeder Deutsche 223 Minuten täglich vor dem Fernsehgerät. Im Vergleich zum Jahr 2009 sind es 11 Minuten länger und zu 2008 sogar 16 Minuten. Die Tendenz wird wohl auch in Zukunft nicht sinken, sondern eher weiterhin zunehmen oder stagnieren. Bemessen am Niveau der Darbietungen und der tendenziellen Gleichschaltung aller Nachrichten und Berichterstattungen festigen sich sowohl Inhalte, als auch die Auffassung, dass es nur diejenige Ansicht zu allen möglichen Themen geben könne, die – schließlich unabhängig voneinander – im Fernsehen verbreitet wird.

Wenn diese täglichen Beeinflussungen mittlerweile so horrende Ausmaße angenommen haben, dann lässt die daraus resultierende Wirkung nicht lange auf sich warten: Wie oft zeigen persönliche Erfahrungen, dass das Meinungsbild der großen Masse in der BRD das genaue Spiegelbild dessen ist, was die Systemmedien Tag für Tag ihren Konsumenten wohltemperiert auftischen?

Erst die Erkenntnis dieser Parallele lässt erahnen, wie sehr das System der Demokraten sich sein Volk gefügig macht, bevor es sich anschickt, diesem Volke politische Gestaltungsmöglichkeiten vorzuheucheln. Der Geist des Volkes wird versklavt; in der Werbung wird das Streben zum Konsum animiert und jeder wird in Bahnen gewiesen, die für jedes Alter, jeden Typ, jedes Geschlecht und jeden Intellekt genau vorbereitet zu sein scheinen. Jenen, die sich für eigenständig, für freidenkend halten, wird so gar nicht klar, dass gerade im Unterbewusstsein eine unglaubliche Menge an Informationen aufgenommen werden kann, die dann – ob ihrer Vielgestalt und Allgegenwärtigkeit – als gegebene Fakten, nicht als hinterfragungswürdige Facetten eines abstoßenden Gesamtbildes abgespeichert werden. Die Auswirkung ist bezeichnend…

Alte Briefe und auch entsprechende Literatur zeigen auf, wie sehr wir Deutschen uns dem in den Systemmedien Vorgezeichnetem angepasst haben und sämtliche Tugenden, ja auch ein gewisses Bildungsniveau einfach hinter uns gelassen haben. Solcherlei geschriebene Worte können noch einen Einblick vermitteln, welch hohen Stand das deutsche Volk in Bezug auf sprachliches Niveau, allgemeine Bildung und die ganz normalen alltäglichen Umgangsformen einstmals bereits erklommen hatte. Es wird ersichtlich, wie falsche Werte Einzug halten und ein ganzes Volk systematisch verdummen konnten.

Die Unzufriedenheit im Volke wächst. Die Arbeitslosenzahlen werden zwar propagandistisch schöngerechnet, doch lässt sich die Realität längst nicht mehr verschleiern – gerade in Regionen, in denen faktisch jeder Vierte arbeitslos ist. Doch gerade jene, die seit Jahren keine Arbeit mehr gefunden haben, bekommen, um nicht auf „dumme Gedanken“ zu kommen, eine mediale Welt aufgezeigt, welche den sonst so tristen Alltag füllt. „Brot und Spiele“ für diejenigen, die im faulenden System der Demokraten ihr Dasein fristen. Jenes Dasein, welches bei entsprechender Unterhaltung erträglich zu werden scheint, wodurch die aufgezeigten „Werte“ plötzlich als die eigenen empfunden werden.

Der Vorzeige-Demokrat wird schon von Kindesbeinen an medial vereinheitlicht herangezogen. Die Früchte sind nun nach ein paar Jahrzenten gereift. Erkennst Du Dich beim Einschalten des Fernsehers bereits wieder? Nickst Du zustimmend zu allem, was die attraktive Nachrichtensprecherin Dir verrät? Oder stößt Dich ab, was Du siehst?

Viel zu schnell gewöhnt man sich an das Umfeld, aus welchem – bewusst oder unbewusst – all die Informationen aufgenommen werden, die unserem Volk im Ergebnis einen unsagbaren Schaden zufügen. Doch verlacht wird, wer diese einzig offenkundige Wahrheit dem geneigten Fernsehfreund voll guter Absicht mitteilt. „Die wichtigen, die richtigen Informationen kommen nicht fein portioniert aufbereitet im Fernsehspaß, also nimm lieber mal ein gutes Buch zur Hand!“ Mit solch gut gemeinten Ratschlägen wird in den allermeisten Fällen nur eines erzeugt – Unverständnis. Doch einer solch plumpen Propaganda bedarf es gar nicht, um die Deutschen von ihrer liebsten Volksdroge abzubringen. Es gibt Alternativen.

Jene, die nach Feierabend oder in ihrem Arbeitslosenalltag vor dem Fernseher dahinschmachten, seien andere Freizeitaktivitäten aufgezeigt: Wie wärs mit gemeinsamem Sport? Gemeinsamer Musik? Wie wäre es mit Ausflügen in unsere Natur, in die Wälder, an die Seen? Und wer seine Kleinsten vor dem Flimmerkasten abstellt – wie wärs mit Handarbeit, Basteleien, mit einem kleinen Garten? Vielleicht mit einem Haustier? Und statt der wochenendlichen Abendunterhaltung aus dem Satteliten – wie wärs mit einem Spieleabend, einer Grillfeier, dem Besuch eines sportlichen Wettkampfes?

Wer seine Freunde und Bekannten für neue Gewohnheiten abseits der telemedialen Zersetzung begeistern kann, erreicht damit einerseits eine Abkehr von der Einheitsmeinung, andererseits erhält er die Möglichkeit, all das, was diese Einheitsmeinung ausmacht, kritisch zu hinterfragen, mit echten Fakten auszuhöhlen und letztlich richtigzustellen. Nicht nur für die Macher der Fernsehwelt heißt es dann bald: Glotze aus – alles aus!

danke für diesen guten Artikel, Untersuchungen über das Fersehen werden viel zu wenig bekannt. Der andere Inhalt der Seite ist mir nicht bekannt und ich muß mich distanzieren davon: — Spreelichtergenauso wie von jeder Kritik am Fernsehen wahrscheinlich, bin auch nicht mit aktueller Politik auf dem Laufenden.
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Ein Vortrag von Manfred Spitzer, Gehirnforscher, welche Auswirkungen Fernsehkonsum besonders bei Kindern auf die Entwicklung und überhaupt die Wahrnehmung der Welt hat, erschreckend und wichtig.
Ungefähr eine Stunde:
„Vorsicht Bildschirm“
http://video.google.com/videoplay?docid=5026271485979559338

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Nachtrag zu dem Vortrag des Gehirnforschers Manfred Spitzer:

in einer Besprechung von einem Film von Dieter Broers: „(R)EVOLUTION 2012“ sagt G.Herrmann folgendes:
„… Broers stellt deutlich heraus, daß unser Gehirn nicht gleich unserem Geist ist, sondern dieses nur eine Art „Vorrechner“ oder Schnittstelle zwischen dem Geist und der materiellen Welt ist.
Die Aufgabe unseres Gehins beläuft sich hier, auch das bestätige ich aus eigenen Erfahrungen heraus, auf das Sammeln, Filtern und Verarbeiten von Informationen. Das heißt, daß wir mit unseren Sinnen allerlei Eindrücke aufnehmen, von denen unser Gehirn die „für uns wichtigen“ Informationen, welche in Etwa 10-20% aller Eindrücke betragen, herausfiltert und dann verarbeitet. Dieser Filter ist dabei der Knackpunkt, denn zum Einen ist dieser für uns lebenswichtig, denn ohne ihn würden wir von all den Sinneseindrücken regelrecht überflutet werden, so daß unser Gehirn nicht mehr richtig arbeiten kann. Hier setzen im übrigen auch „geisteserweiternde Substanzen“ an, welche dieses Filter für eine Weile außer Funktion setzen. Das Problem bei diesem Filter ist indessen seine „Konfiguration“ (Einstellungen), welche ab dem Zeitpunkt unserer Geburt, im Rahmen des Lernprozesses bis zum Lebensende hin andauert. Als kleines Kind nimmt man noch sehr viel mehr an Eindrücken wahr, als man es als Erwachsener tut. Neben den natürlichen Einstellungen, die sinnvoll sind, bekommen wir nämlich innerhalb dieses Lernprozesses, der inzwischen einer gezielten Manipulation gewichen ist, einen ganzen Haufen Müll in diesen Filter hinein programmiert, welcher auch die Wahrnehmung von Eindrücken verhindert, welche uns in unserer seelischen und geistigen Entwicklung weiterbringen würden.“…
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Written by einedeutscheweise

12. Februar 2011 um 08:32

3 Antworten

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  1. Eine extrem jungfräuliche Analyse, vergleichbar mit Erkenntnissen aus dem Jahre 1980.

    Deutschland war nie ein Land der Dichter und Denker.

    Der Großteil des Volkes bestand aus Bauern und Handwerkern, aus bettelarmen Leuten, die kaum einen Winter überstanden.

    Während eine Handvoll Denker und Dichter in der warmen Stube und mit sattem Bauch ihre Verse machten (Schopenhauer) – die machten kein Volk aus.

    Waren wir nie, sind wir nicht.

    Unterhalten wollten die Massen und auch die Dichter und Denker sich schon immer. Sie schrieben sogar aus diesem Grunde. Nicht nur, aber auch.

    Heute sind unsere Verse in HD, in 3D, platt, plakativ.
    Vergleiche hierzu:
    Ray Bradbury – Fahrenheit 451 (Die Diskussion zw. Feuerwehrhauptmann Beatty und Guy Montag)

    Wenn Eltern jeden Tag nur 15 Minuten mit ihren Kindern reden, und zweijährige schon TV gucken, 6jährige Spiele ab 18 spielen – wohin fürt das?

    Genau dorthin wo wir schon sind, wovon aber einige noch schreiben, es könne irgendwann kommen.

    Dabei ist es schon da.

    Die Gigabitbombe: Wo Bullshit und wichtiges ein Brei geworden sind.

    Wo man im Jahr 2011 schreiben kann, wir in den 80ern.

    Lesetipp: Stanislaw Lem – Die Technologiefalle
    da geht es um den Informationsmüll, die Züchtung von Infos, dem Overkill.

    Mikkai

    Mikkai

    18. Februar 2011 at 19:34

  2. Danke für die Einschätzung.
    Man kann das auch so betrachten, es waren nicht alle Dichter und Denker, das Bürgertum in den Städten war natürlich anders als Arbeiter und Bauern, und es waren einmal vielleicht 60 oder 80% Bauern in Deutschland, für die das Leben nicht immer leicht war, das stimmt schon, Hungersnöte..
    aber heute die Dörfer, da fehlt das Dorfleben, und ich glaube, da hat das Fernsehen damit zu tun. (und die Autos). Hier gab es mehrere Gegenden, die man noch Musikantenland nennt, wo ganz viel Musik gemacht wurde, und die zogen bis nach Amerika damit.
    Die Komponisten haben doch oft aus der Volksmusik geschöpft; die Brüder Grimm und Märchen und Sagen, das war mündliche Kultur, Erzählen..
    J.S.Bach hat seine Kantaten in den Kirchen aufgeführt für die Bürger nicht für die Hofgesellschaft nur.
    Da war noch, was Nikolaus Harnoncourt sagt über Musik an Schulen, früher konnten viele Lehrer ein Musikinstrument spielen
    https://einedeutscheweise.wordpress.com/2010/09/08/erlebt-die-jugend-noch-musik-was-geht-kaputt/

    Die Veränderungen der Zeiten sind sind nicht so einfach zusammenzufassen, nicht? Das waren einmal Argumente, die mir schnell eingefallen sind.
    Ja, heute ist so Kultur, wenn man dies noch so nennen kann, für jedermann, man ist aber nur scheinbar beteiligt, meistens passiv und es kommt von der Unterhaltungsinsdustrie..
    Und das stimmt wirklich, unsere Kultur ist schon zerfallen (worden), so scheints mir auch.
    sei gegrüßt, Mikkai, Dank für Buchtips, interessanten Blog hast Du da

    einedeutscheweise

    18. Februar 2011 at 21:09

  3. Es gibt eine Internetpräsenz, die sich halbwegs(!) kritisch mit der Thematik rund ums Fernsehen (also betreffs der schwachmatenhaften, verblöderischen Idjoteninhalte) auseinandersetzt:

    http://www.fernsehkritik.tv/tv-magazin/

    Stoffteddy

    13. Mai 2012 at 06:06


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