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Agnes Miegel

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Agnes Miegel

Agnes Miegel
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Hörproben:
Mainacht
Mainacht
Trost
Trost
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Es war ein Land (Auszug)

Es war ein Land, – wo bliebst Du, Zeit?
Da wogte der Roggen wie See so weit,
Da klang aus den Erlen der Sprosser Singen
Wenn Herde und Fohlen zur Tränke gingen,
Hof auf, Hof ab, wie ein Herz so sacht,
Klang das Klopfen der Sensen in heller Nacht.
Und Heukahn an Heukahn lag still auf dem Strom
Und geborgen schlief Stadt und Ordensdom,-
In der hellen Nacht , – der Johannisnacht!

Es war ein Land, – im Abendbrand
Garbe an Garbe im Felde stand.
Hügel auf, Hügel ab, bis zum Hünengrab
Standen die Hocken, brotduftend und hoch,
Und drüber der Storch seine Kreise zog.
So blau war die See, so weiß der Strand
Und mohnrot der Mond am Waldesrand
In der warmen Nacht, – der Erntenacht!

Es war ein Land, – der Nebel zog
Wie Spinnweb, das um den Wacholder flog,
Die Birken leuchteten weiß und golden,
Und korallen die schweren Quitschendolden,
Die Eicheln knirschten bei Deinem Gehen
In den harten Furchen der Alleen.
Ein Stern nur blinkte, fern und allein,
Und Du hörtest im Forst die Hirsche schrein
In der kalten Nacht, – der Septembernacht

Es war ein Land, – der Ostwind pfiff,
Da lag es still wie im Eis das Schiff.
Wie Daunen deckte der Schnee die Saat
Und deckte des Elchs verschwiegenen Pfad,
Grau fror die See an vereister Buhne.

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Agnes Miegel wurde am 9. März 1879 in Königsberg als Tochter einer angesehenen ostpreußischen Kaufmannsfamilie geboren. Zunächst wollte sie Lehrerin werden, reiste dann oft und war von 1920-1926 an der Königsberger „Ostpreußischen Zeitung“ tätig. Seither lebte sie nur noch ihrem dichterischen Schaffen.

Ihre ersten Balladen veröffentlichte Börries von Münchhausen in seinem „Göttinger Musenalmanach“ von 1898. Herb und eindringlich ist der Grundton aller ihrer Dichtungen, ob sie nun zarte Empfindungen des Herzens oder die erschütternde Wucht schwerer Schicksale schildert. Jedes ihrer Werke wurzelt in Gegenwart und Vergangenheit ihrer ostpreußischen Heimat. Die Veröffentlichung der „Gedichte“ (1901), der „Balladen und Lieder“ (1907) sowie der „Gedichte und Spiele“ (1920) hatten ihren literarischen Ruhm begründet. Auch wurde sie durch die Reihe von Erzählungen „Spaziergänge einer Ostpreußin“ bekannt. Im Jahre 1916 erhielt sie den Kleist-Preis.

Als die Universität Königsberg (Albertina) Agnes Miegel im Jahre 1924 die Ehrendoktorwürde anläßlich des 200jährigen Geburtstages von Immanuel Kant verlieh, befand sich die Dichterin bereits auf einem ersten Höhepunkt ihres Schaffens. Im selben Jahr war Agnes Miegel in Wien der Mejstrik-Preis zuerkannt worden und die Literaturkritik feierte sie schon damals als größte deutsche Balladendichterin oder als die größte lebende deutsche Lyrikerin überhaupt. Einige ihrer Gedichte wurden von Herbert Brust vertont. In Elbing erhielt die Agnes-Miegel-Schule ihren Ehrennamen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war Miegel eine bekennende Verehrerin Adolf Hitlers. Sie wurde bereits 1933 Mitglied in der Deutschen Akademie der Dichtung und war seit 1937 Mitglied der NS-Frauenschaft und seit 1940 Mitglied der NSDAP.

Miegel war auf Vortrags- und Lesereisen, bekam Ehrenbürgerschaften verliehen und publizierte eine Anzahl ihrer Werke. Im Jahre 1938 erschien auch ihr Gedicht: An den Führer. Dieses Gedicht entstammt dem erstmals 1940 im Eugen-Diederichs-Verlag erschienenen Gedichtband „Ostland“

Am 27.Februar 1945 mußte Agnes Miegel ihr geliebtes Königsberg für immer verlassen. Die beschwehrliche Flucht endete zunächst in Dänemark. Dort wurde die mittlerweile 66 jährige Miegel im Internierungslager Oksböl gemeinsam mit 36.000 weiteren Deutschen interniert. Knapp 2 Jahre nachdem ihre Flucht aus Königsberg begonnen hatte, durfte sie das Lager Oksböl verlassen und wurde am 14. November 1946 im niedersächsischen Apelern bei der befreundeten Familie von Münchhausen aufgenommen. Gemeinsam mit ihrer späteren Adoptivtochter Elise Schmidt und ihrer Freundin Heimgart von Hingst zog sie 1948 nach Bad Nenndorf. Nach der Währungsreform verdiente sich die mittellose Miegel ihr erstes Nachkriegsgeld mit handschriftlichen Abschriften ihrer Gedichte.

Keine andere Literatin vermochte ihre Heimat Ostpreußen und das Schicksal der Millionen Vertriebenen so eindrucksvoll darzustellen wie sie. Auch ihre Erzählungen, vorzugsweise über ostpreußische Schicksale und Menschen, haben einen hohen künstlerischen Stellenwert. Aus dem eigenen Erleben der Flucht und Vertreibung heraus schenkte sie nach dem Zweiten Weltkrieg vielen Ostdeutschen Trost und Hoffnung auf eine Rückkehr in die Heimat.

„Abschied von Königsberg“. (Auszug):

Wir wandern fort aus den zerstörten Gassen,
Doch wissen wir, die weinend Dich verlassen:
Wenn unsre Augen Dich nie wiedersehn,
Wenn wir vergehn mit unsrem Blut,
Mit unserm Hab und Gut,
Daß noch in Dir, o Mutter, Leben ist,
Und daß Du, Königsberg, nicht sterblich bist!

In Niedersachsen fand Agnes Miegel eine neue Heimat und schrieb voller Dankbarkeit an Prof. Steinacker nach Innsbruck: „Viel Gutes und Gütiges ist mir hier in Niedersachsen noch zuteil geworden.“ Doch besonders in Niedersachsen wird Agnes Miegel heute im Zuge der gegenwärtigen, immer hysterischer anmutenden, politischen Korrektheit verfemt und verfolgt. Namensumbenennungen von Straßen und Schulen sind „im Gespräch“ oder bereits erfolgt.

Als Grund für die Ächtung von Agnes Miegel in der heutigen BRD wird in der Hauptsache das von Miegel und weiteren 87 Künstlern unterzeichnete Gelöbnis treuester Gefolgschaft genannt. Doch das Gelöbnis wurde als Reaktion auf den kurz zuvor erfolgten Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund unterzeichnet. Daß die Künstler um Miegel mit ihrer Treuebekundung nicht allein standen, beweist eine am 12. November 1933 erfolgte Volksabstimmung in der 95,1 % der Deutschen ebenfalls den Austritt aus dem Völkerbund befürworteten.
…………………….
Flüchtlingstreck
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Wagen an Wagen

Um Allerseelen
In der dunklen Nacht,
Wenn vor uns stehen,
Die immer neu unserem Herzen fehlen, –
Erinnrung erwacht
An die alten Kirchen, die Hügel im Feld,
Wo sie schlafen, Vätern und Nachbarn gesellt,
In verlorener Heimat über der See, –
Und an alle, die hilflos und einsam starben,
An alle, die sinkend im Eis verdarben,
die keiner begrub, nur Wasser und Schnee,
Auf dem Weg unsrer Flucht, – dem Weg ohne Gnade!

Und wir ziehen im Traum verwehte Pfade
Wagen an Wagen, endloser Zug –
Der ein Volk von der Heimat trug!

Von Norden, von Osten kamen wir,
Über Heide und Ströme zogen wir,
Nach Westen wandernd, Greis, Frau und Kind.
Wir kamen gegangen, wir kamen gefahren,
Mit Schlitten und Bündel, mit Hund und Karren,
Gepeitscht vom Wind, vom Schneelicht blind, –
Und Wagen an Wagen.

Zuckend wie Nordlicht am Himmel stand
Verlassner Dörfer und Städte Brand.
Und um uns heulte und pfiff der Tod,
Auf glühendem Ball durch die Luft getragen.
Und der Schnee wurde rot.
Und es sanken wie Garben, die hilflos starben.
Und wir zogen weiter,
Wagen an Wagen, – –

Und kamen noch einmal, trügrisches Hoffen,
Durch friedliches Land.
Tür stand uns offen
Bei jenen, die nicht unser Leiden gekannt.
Sie kamen, sie winkten, sie reichten uns Brot, –
Sie luden die Not
Am warmen Herde zu sich als Gast.
Scheune und Stroh rief Müde zur Rast.
Doch wir konnten nicht bleiben.
Wir zogen vorüber,
Wagen an Wagen.

Und hörten durch Sturm und Flockentreiben
Das Glockenlied ihrer Türme noch
Und hörten doch
Das Dröhnen des Krieges, der hinter uns zog.
Und vom Wegkreuz bog,
Blutend, mit ausgebreiteten Armen,
Sich dorngekrönter Liebe Erbarmen.

Wir konnten nicht halten, wir konnten nicht knien.
Sie kamen hinter uns, Wagen an Wagen, –
Unsre Herzen nur schrien:
O blick nach uns hin!
Wir wandern, wir wandern, endloser Zug,
Volk, das die Geißel des Krieges schlug ,
Entwurzelter Wald, von der Flut getragen, –
Wohin?
Wohin? – – –

Agnes Miegel (1949)

Bekenntnis

Ich stieg, mein Volk, aus Dir wie Halm aus Acker steigt,
Du hast Dich, Heimat mir wie Mutter hold geneigt,
Ich ward – und sieh, Dein Hauch belebte meinen Geist
Ich wuchs in Deiner Haut von Deiner Hand gespeist
Ich durfte dienen Dir, wie Biene dient dem Schwarm,
Das macht mich reich und stolz – vertrieben noch und arm.

Wie hab ich mich gesehnt als Du noch frei von Ketten,
Heimat in Deinem Schoß zur Ruhe mich zu betten !
Nun muß ich fern von Dir und meinen Vätern sterben –
O laß mich Herr, ein Grab in deutscher Erde erben,
Und laß ein Lied von mir in unsrer Jugend leben,
Hab meine Hülle ich Dir längst zurückgegeben!

Kinderlied (1903)

Die Kinder gehn im Reigen,
Sie singen ihren alten Sang:
„Wir traten auf die Kette.
und die Kette klang.“

Die Kinder gehn im Reigen,
Wir stehen still dabei,
So sangen tausend Male
Daheim wir zwei.

Du trugst ein Kittelschürzchen,
Du warst so blond, du warst so fein,-
Mir ist, als war es heute
Früh im Morgenschein.

Mir ist, als gingen Stunden,-
Und gingen lange Jahre doch,-
Blick her, du hast die lieben unschuldgen Augen noch!

Ich halte deine Hände,
O lieber Kindersang:
Wir traten auf die Kette,
Und die Kette klang….
…………………………….

Und zwei Artikel und Gedichte „Es war ein Land“ „Die Nibelungen“
http://einedeutscheweise2.wordpress.com/2012/03/05/agnes-miegel-2/

Weiteres natürlich hier:
Agnes Miegel Gesellschaft
Text zu ihrem Lebenslauf aus: Metapedia
Gedichte,Bilder aus: kehrusker.net

Written by einedeutscheweise

4. März 2012 um 01:00

Eine Antwort

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  1. Ich liebe diese großartige Frau – Sie rührt mich jedes mal zu Tränen.
    Danke Agnes Miegel du unglaubliche preussische-Frau, mögest Du unvergessen in unseres Volkes Seele bleiben!

    Frank

    27. Juli 2013 at 21:41


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