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Der Trifels

with one comment

Burg Trifels, schon von den Saliern auf gewaltigem Felsstock über dem Annweilerer Tal in der Pfalz, angelegt,
wurde unter den Staufern des Reiches sicherster Hort.

(westlich von Landau)

August Becker
..

Der Trifels und seine Nebenburgen:
Anebos und Münz (Scharfenberg), von Josef Victor von Scheffel
als „Burgendreifaltigkeit“ besungen.

Noch schwellt kein Grün der Buchen Kronen,
Doch singt die Drossel schon vom Ast,
Und mit dem Weiß der Anemonen
Mischt sich der Primel gelber Glast;
Annweilers Berge seh’ ich wieder
Und ihre Burgdreifaltigkeit,
In Ehren alt, vernarbt und bieder,
Kriegszeugen deutscher Kaiserzeit….

………………………………

August Becker in „Die Pfalz und die Pfälzer“ 1858 :
…hat kein anderes Bergschloß diese große Geschichte; es ist ja die Geschichte des deutschen Reiches selber, der untergegangenen Größe und Macht unseres Volkes, das wenig mehr von seiner einstigen Herrlichkeit hat, wie den Trifels, der in Trümmern liegt. Doch es sind gewaltige Trümmer und Ehrfurcht erweckend noch in ihrem Fall, und aus ihrem Schutt erhebt sich die Poesie und der Geist der alten Zeit und wir lullen uns ein in die Träume von der großen Vergangenheit und von der schönen Zukunft, die kommen wird, wenn der alte Barbarossa im unterirdischen Gewölbe der Burg erwacht aus seinem langen Zauberschlaf. Dann wird sein Volk wieder einig und stark werden vor den Völkern der Erde und das Reich wird mächtig sein, wie damals, als der Kaiser hier auf seiner Lieblingsburg wohnte und Europa sich vor ihm beugte. Aber wann wird das sein? wann kommt die rechte Stunde des Erwachens?

……………..
( Der ganze Abschnitt aus August Becker: Die Pfalz und die Pfälzer – Der Trifels
befindet sich hier: einedeutscheweise2 als ausgebesserter „Text“ oder dort auch ein Hinweis zu dem Buch in Fraktur-Schrift und unter „Bücher“)

……………………………………………………………….

Hans von Malottki schreibt im Merianheft 1953 (Heft 6):

Geht man die deutschen Lande ab, dann bleiben unter den überragenden Geschichtsmonumenten von gesamtdeutscher Bedeutung nicht viele, die an den Trifels heranreichen. Das Bild der Marienburg im deutschen Osten etwa stellt sich ein oder das der Wartburg in der grünen Mitte Deutschlands. Und hier schon gibt es eine Merkwürdigkeit: von dem ehrwürdigen Ordens-Bollwerk am Nogat-Ufer , von der Stätte des Sängerkrieges und Luthers, weiß jeder etwas; vom Trifels hingegen nicht. Die ragende Schicksalsburg in der Südwestecke unseres Vaterlandes ist nicht in den volkstümlichen Vorstellungsbesitz eingegangen.
(Anmerkung: inzwischen ist der Trifels ein viel besuchter Anziehungspunkt geworden.) Eine der Ursachen dieser Vergessenheit mag im Gang der geschichtlichen Entwicklung selbst begründet sein. Von der Plattform des Kapellenturms fliegt der Blick hinüber zum Runenzug der Hochvogesen. Das ist schon Frankreich, und die Landschaft des Trifels, der Wasgau – der alte Wasichenwald des Walthari-Lieds, das Vorland der Vogesen – ist heute Grenzland. Das Schicksal der Abseitigkeit hat ein Stück deutscher Erde getroffen, das im Mittelalter einmal Herzland und Mitte des Reiches war.So schwand auch der Trifels aus dem allgemeinen Bewußtsein, obschon die Himmel der Vergangenheit , die sich über ihm wölbten, zu den größten und höchsten gehören, unter denen unsere Nation jemals gewandert ist.
In seinen Darlegungen über „Das deutsche Königtum und sein Wirkungsbereich“ hat Th.Mayer deutlich gemacht, wie der Wechsel der deutschen Königsfamilien zugleich immer auch die Verschiebung des politischen und kulturellen Schwergewichts zur Folge hatte. Das merowingische Frankenreich hatte seinen Schwerpunkt noch völlig im Westen, im mittleren Gallien. Zwar finden wir aus Karolingertagen manches castrum in der Pfalz. Aber unter den folgenden sächsischen Kaisern verschiebt sich das Gewicht nach dem deutschen Norden. Erst nach den Ottonen, um die Jahrtausendwende, kehrt mit dem neuen Herrscherhaus der Salier die Bedeutung des Mittelrheins und der Pfalz für die großen Fragen der Reichspolitik zurück. Unter den Saliern und ihren Erben im Geist und im Gut, den Staufern, wird die Pfalz das, was sie fast drei Jahrhunderte bleiben sollte und was ihr Gesicht unauslöschlich geprägt hat: Palatia regis, Königslandschaft, in der die zum Schutz des Königsgutes errichteten Reichsburgen so dicht und so stolz stehen, wie sonst nirgends in deutschen Landen. Die Adelsburgen am Rhein, die um Stolzenfels, mögen bekannter sein, – die Magie des Reichsschicksals haben sie ncht.


Der viekantige mächtige Bergfrit,
der die Zeiten überdauerte, und
dahinter der hohe Pallas,
Professor Esterers Nachgestaltung
staufischer Bauideen.

In der Krypta des Kaiserdomes zu Speyer liegen die Salier begraben. Rheinfranken von Herkunft, Grafen im Worms-, Nahe,- und Speyergau, saßen sie auf der Salierfeste Limburg bei Bad Dürkheim. Der erste Salier, Konrad II., der 1030 den Grundstein zum Speyrer Dom legte, baute auch die erste Steinburg auf dem Trifels. Der letzte dieses Geschlechts, Heinrich V., gab auf seinem Sterbebett den Befehl, die Reichskleinodien, die zum großen Teil wahrscheinlich im Speyerer Dom waren, auf die kaiserliche Burg Trifels zu bringen. Rund 150 Jahre, von 1125 bis 1275, sind die Symbole der höchsten Macht des Reiches dort oben in den beiden Turmkapellen verwahrt gewesen, mit kurzen Unterbrechungen: so als Friedrich Barbarossa sie vorübergehend in die von ihm erbaute Kaiserpfalz Hagenau, die heutige elsässische Stadt, verbringen ließ.

Am Bergfried des Trifels
der staufische Erker der Kapelle,
in der die Reichskleinodien untergebracht waren.

Unter den Staufern erlebte der Trifels seine große Zeit: Sie hatten mit der Königskrone auch das salische Hausgut in der Pfalz gewonnen, die nun – neben dem Elsaß und Schwaben – staufisches Hausland wurde und damit blieb, was sie unter den Saliern geworden war: die Königslandschaft, in der die Reichsburgen sich um den Trifels scharen wie dienende Trabanten; einmal mit der Funktion, die östlichen Zugangswege vom Rhein her durch die Täler zu decken (wie Meisterseel, Ramburg und Scharfeneck über dem Dernbacher Tal, oder Neukastel über dem Leinsweilerer Tal, oder die Madenburg über dem Kaiserbachtal), zum anderen als Sicherung der rückwärtigen westlichen Verbindungen vom Trifels zu den Kaiserpfalzen Kaiserslautern und Hagenau, (wie etwa Lindelbrunn oder Berwartstein).

…………………………….
Der ganze Artikel ist hier zu lesen:
einedeutscheweise2
Merian-heft 1953 Hans von Malottki
…………………………….

Written by einedeutscheweise

4. März 2012 um 01:33

Eine Antwort

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  1. Eine sehr schöne Webseite…
    Gefällt mir sehr gut; besonders der Lied:
    „Wach auf, wach auf du Deutsches Land“

    Tom Orden

    30. Juni 2014 at 08:15


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