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Archive for the ‘Geschichte’ Category

Der Trifels

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Burg Trifels, schon von den Saliern auf gewaltigem Felsstock über dem Annweilerer Tal in der Pfalz, angelegt,
wurde unter den Staufern des Reiches sicherster Hort.

(westlich von Landau)

August Becker
..

Der Trifels und seine Nebenburgen:
Anebos und Münz (Scharfenberg), von Josef Victor von Scheffel
als „Burgendreifaltigkeit“ besungen.

Noch schwellt kein Grün der Buchen Kronen,
Doch singt die Drossel schon vom Ast,
Und mit dem Weiß der Anemonen
Mischt sich der Primel gelber Glast;
Annweilers Berge seh’ ich wieder
Und ihre Burgdreifaltigkeit,
In Ehren alt, vernarbt und bieder,
Kriegszeugen deutscher Kaiserzeit….

………………………………

August Becker in „Die Pfalz und die Pfälzer“ 1858 :
…hat kein anderes Bergschloß diese große Geschichte; es ist ja die Geschichte des deutschen Reiches selber, der untergegangenen Größe und Macht unseres Volkes, das wenig mehr von seiner einstigen Herrlichkeit hat, wie den Trifels, der in Trümmern liegt. Doch es sind gewaltige Trümmer und Ehrfurcht erweckend noch in ihrem Fall, und aus ihrem Schutt erhebt sich die Poesie und der Geist der alten Zeit und wir lullen uns ein in die Träume von der großen Vergangenheit und von der schönen Zukunft, die kommen wird, wenn der alte Barbarossa im unterirdischen Gewölbe der Burg erwacht aus seinem langen Zauberschlaf. Dann wird sein Volk wieder einig und stark werden vor den Völkern der Erde und das Reich wird mächtig sein, wie damals, als der Kaiser hier auf seiner Lieblingsburg wohnte und Europa sich vor ihm beugte. Aber wann wird das sein? wann kommt die rechte Stunde des Erwachens?

……………..
( Der ganze Abschnitt aus August Becker: Die Pfalz und die Pfälzer – Der Trifels
befindet sich hier: einedeutscheweise2 als ausgebesserter „Text“ oder dort auch ein Hinweis zu dem Buch in Fraktur-Schrift und unter „Bücher“)

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Hans von Malottki schreibt im Merianheft 1953 (Heft 6):

Geht man die deutschen Lande ab, dann bleiben unter den überragenden Geschichtsmonumenten von gesamtdeutscher Bedeutung nicht viele, die an den Trifels heranreichen. Das Bild der Marienburg im deutschen Osten etwa stellt sich ein oder das der Wartburg in der grünen Mitte Deutschlands. Und hier schon gibt es eine Merkwürdigkeit: von dem ehrwürdigen Ordens-Bollwerk am Nogat-Ufer , von der Stätte des Sängerkrieges und Luthers, weiß jeder etwas; vom Trifels hingegen nicht. Die ragende Schicksalsburg in der Südwestecke unseres Vaterlandes ist nicht in den volkstümlichen Vorstellungsbesitz eingegangen.
(Anmerkung: inzwischen ist der Trifels ein viel besuchter Anziehungspunkt geworden.) Eine der Ursachen dieser Vergessenheit mag im Gang der geschichtlichen Entwicklung selbst begründet sein. Von der Plattform des Kapellenturms fliegt der Blick hinüber zum Runenzug der Hochvogesen. Das ist schon Frankreich, und die Landschaft des Trifels, der Wasgau – der alte Wasichenwald des Walthari-Lieds, das Vorland der Vogesen – ist heute Grenzland. Das Schicksal der Abseitigkeit hat ein Stück deutscher Erde getroffen, das im Mittelalter einmal Herzland und Mitte des Reiches war.So schwand auch der Trifels aus dem allgemeinen Bewußtsein, obschon die Himmel der Vergangenheit , die sich über ihm wölbten, zu den größten und höchsten gehören, unter denen unsere Nation jemals gewandert ist.
In seinen Darlegungen über „Das deutsche Königtum und sein Wirkungsbereich“ hat Th.Mayer deutlich gemacht, wie der Wechsel der deutschen Königsfamilien zugleich immer auch die Verschiebung des politischen und kulturellen Schwergewichts zur Folge hatte. Das merowingische Frankenreich hatte seinen Schwerpunkt noch völlig im Westen, im mittleren Gallien. Zwar finden wir aus Karolingertagen manches castrum in der Pfalz. Aber unter den folgenden sächsischen Kaisern verschiebt sich das Gewicht nach dem deutschen Norden. Erst nach den Ottonen, um die Jahrtausendwende, kehrt mit dem neuen Herrscherhaus der Salier die Bedeutung des Mittelrheins und der Pfalz für die großen Fragen der Reichspolitik zurück. Unter den Saliern und ihren Erben im Geist und im Gut, den Staufern, wird die Pfalz das, was sie fast drei Jahrhunderte bleiben sollte und was ihr Gesicht unauslöschlich geprägt hat: Palatia regis, Königslandschaft, in der die zum Schutz des Königsgutes errichteten Reichsburgen so dicht und so stolz stehen, wie sonst nirgends in deutschen Landen. Die Adelsburgen am Rhein, die um Stolzenfels, mögen bekannter sein, – die Magie des Reichsschicksals haben sie ncht.


Der viekantige mächtige Bergfrit,
der die Zeiten überdauerte, und
dahinter der hohe Pallas,
Professor Esterers Nachgestaltung
staufischer Bauideen.

In der Krypta des Kaiserdomes zu Speyer liegen die Salier begraben. Rheinfranken von Herkunft, Grafen im Worms-, Nahe,- und Speyergau, saßen sie auf der Salierfeste Limburg bei Bad Dürkheim. Der erste Salier, Konrad II., der 1030 den Grundstein zum Speyrer Dom legte, baute auch die erste Steinburg auf dem Trifels. Der letzte dieses Geschlechts, Heinrich V., gab auf seinem Sterbebett den Befehl, die Reichskleinodien, die zum großen Teil wahrscheinlich im Speyerer Dom waren, auf die kaiserliche Burg Trifels zu bringen. Rund 150 Jahre, von 1125 bis 1275, sind die Symbole der höchsten Macht des Reiches dort oben in den beiden Turmkapellen verwahrt gewesen, mit kurzen Unterbrechungen: so als Friedrich Barbarossa sie vorübergehend in die von ihm erbaute Kaiserpfalz Hagenau, die heutige elsässische Stadt, verbringen ließ.

Am Bergfried des Trifels
der staufische Erker der Kapelle,
in der die Reichskleinodien untergebracht waren.

Unter den Staufern erlebte der Trifels seine große Zeit: Sie hatten mit der Königskrone auch das salische Hausgut in der Pfalz gewonnen, die nun – neben dem Elsaß und Schwaben – staufisches Hausland wurde und damit blieb, was sie unter den Saliern geworden war: die Königslandschaft, in der die Reichsburgen sich um den Trifels scharen wie dienende Trabanten; einmal mit der Funktion, die östlichen Zugangswege vom Rhein her durch die Täler zu decken (wie Meisterseel, Ramburg und Scharfeneck über dem Dernbacher Tal, oder Neukastel über dem Leinsweilerer Tal, oder die Madenburg über dem Kaiserbachtal), zum anderen als Sicherung der rückwärtigen westlichen Verbindungen vom Trifels zu den Kaiserpfalzen Kaiserslautern und Hagenau, (wie etwa Lindelbrunn oder Berwartstein).

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Der ganze Artikel ist hier zu lesen:
einedeutscheweise2
Merian-heft 1953 Hans von Malottki
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Written by einedeutscheweise

4. März 2012 at 01:33

Werner Maser: Der Wortbruch

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(anschließend ein Artikel von Walter Post: Die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg – Armee zwischen Regime und totalem Krieg)

Der Wortbruch

Hitler, Stalin und die Legende vom »Überfall«

VON WERNER MASER

(Ein Artikel zu seinem gleichnamigen Buch aus: „Joachim F. Weber (Hrsg.) Armee im Kreuzfeuer, Universitas, gewidmet dem ehrenden Andenken der gefallenen Soldaten Deutschlands)

Im Zusammenhang mit der pauschalen Verurteilung der Wehrmacht als »Mord- und Terrororganisation« wird immer wieder auf deren Beteiligung an Hitlers Ostkrieg als solchem verwiesen. Die Deutschen haben begonnen, also trugen sie alle Schuld an den Zerstörungen und Exzessen des Krieges. Zur Rechtfertigung dieses Geschichtsbildes wird dann ebenso regelmäßig auf die alte stalinistische Propagandathese vom »Überfall« auf eine ahnungslose Sowjetunion Bezug genommen. Wie unhaltbar dieses alte, gleichwohl in der gegenwärtigen Wehrmachtsdebatte erneut erfolgreich instrumentalisierte Geschichtsbild angesichts der neueren Forschungen geworden ist, wird aus dem Beitrag von Prof. Werner Maser deutlich. Er weist nach, daß der Angriff des einen Diktators dem lange geplanten des anderen Gegenspielers nur um Haaresbreite zuvorkam.

Der Zusammenbruch des Sowjetimperiums mit seiner ideologisch instrumentalisierten Geschichtsdarstellung verhalf der Geschichtsschreibung – vorübergehend – zu Quellen, die zur Neubewertung nicht nur bestimmter Details, sondern ganzer Phasen der Geschichte zwingen.

Falsch ist, was Jahrzehnte hindurch in der gesamten Fachliteratur stand, deren Autoren nämlich behaupteten, daß die Deutschen der Sowjetunion den Hitler-Stalin-Pakt und das Geheimabkommen zum Beispiel über die Aufteilung Polens angeboten und die Sowjets letztlich nur zugestimmt hatten, weil sie Deutschland fürchteten – oder 1939 objektiv gar hatten furchten müssen.

Nachweisbar ist: Pakt und Geheimabkommen wurden von Molotow in Stalins Auftrag formuliert, den Deutschen angeboten und von ihnen nahezu wortwörtlich akzeptiert.

Falsch ist, daß Hitler Stalin vorgeschlagen habe, Polen restlos aufzuteilen. Stalin war es, der Hitler vorschlug, Polen untereinander restlos aufzuteilen und den polnischen Staat auszulöschen.

Falsch ist, daß Stalin die Rote Armee erst 17 Tage nach Kriegsbeginn in Polen eingreifen ließ, weil »die Rote Armee nicht fertig gewesen« sei. Zutreffend ist: Im August hatte Stalin Frankreich und England vorgeschlagen, sofort 136 Divisionen, ein Heer von 2.584.000 Mann mit 10.000 Panzern, für einen gemeinsamen Krieg gegen Deutschland zur Verfügung zu stellen. Stalin wollte im September 1939 lediglich verhindern, daß die Westmächte auch ihm wie Hitler – den Krieg erklärten. Er blieb statt dessen ständig mit den Briten in Kontakt und schloß mit ihnen (bereits am 10. Oktober 1939) einen sowjetisch-britischen Vertrag.

Unbestreitbar ist: Sowohl Deutschland als auch die Sowjetunion bereiteten synchron einen Angriff gegen den Vertragspartner vor. Hitler kam Stalin lediglich zuvor, der Deutschland bereits im Herbst 1938 – während des Münchener Abkommens – und dann nochmals im bzw. nach dem sowjetischen Angriffskrieg gegen Finnland im Frühjahr 1940 mit einem Angriffskrieg überziehen wollte.

Da Stalin, der insgesamt 84mal vor einem deutschen Angriff im Sommer 1941 gewarnt wurde, Hitlers »Weisung Nr. 21: Fall Barbarossa« vom 18. September 1940 für einen Angriffskrieg gegen die Sowjetunion bereits seit Ende Dezember 1940 – durch Verrat des einstigen Zentrumsabgeordneten und Hitler-Gegners Erwin Respondek – kannte, kann die stalinistisch bestimmte Version vom »verbrecherischen deutschen Überfall« auf die auf einen Krieg nicht vorbereitete friedliche Sowjetunion und vom »Grollen Vaterländischen Krieg« der Sowjetunion nicht nachvollzogen werden.

Daß die Rote Armee sich seit 1938 zudem auf einen Angriffskrieg gegen Deutschland vorbereitet hatte, ist inzwischen lückenlos bewiesen. Im September 1938, zur Zeit des Münchener Abkommens zwischen Deutschland, England und Frankreich, das die Sowjets als »Kulminationspunkt der Forderung der imperialistischen Politik« charakterisierten, machte die UdSSR in der Ukraine und im belorussischen Militärbezirk gegen Deutschland mobil. Doch dabei blieb es auch. Allein wollte Stalin es nicht auf sich nehmen, das von ihm zum gigantischen »Aggressor« stilisierte Deutschland anzugreifen.

Die Erklärung der Sowjets nach 1945, 1938 Deutschland nicht angegriffen zu haben, weil die Tschechoslowakei sich nicht mit der Bitte an Moskau gewandt habe, Deutschland entgegenzutreten, ist allzu durchsichtig. Allerdings ist nicht zu übersehen, daß die Sowjetunion sich nach der Entscheidung Frankreichs, Prag nicht zu unterstützen, in keiner einfachen Lage befand, zumal Polen und Rumänien sich weigerten, der Roten Armee Durchmarschrechte einzuräumen. Doch selbst wenn Rumänien sich anders verhalten hatte, Ware es den Russen infolge des total desolaten und primitiven rumänischen Eisenbahnnetzes kaum möglich gewesen, ihre erste Division in weniger als drei Monaten über Rumänien in die Slowakei zu befördern.

……………..weiter bitte hierhin Werner Maser: Der Wortbruch

…………………….
und dort auch anschließend der Artikel von Walter Post: Die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg
Armee zwischen Regime und totalem Krieg
…………………….

siehe auch:
Stalins verhinderter Erstschlag-Suworow,WolfgangStrauss,Milstein
in diesem Block

Written by einedeutscheweise

25. Februar 2012 at 01:21

Veröffentlicht in Geschichte

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Die Belagerung von Leningrad

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Die Belagerung von Leningrad
im zweiten Weltkrieg

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Aus Der Große Wendig, Band 5: 1019 „Warum Leningrad im September 1941 nicht eingenommen werden durfte“ • 447

Die Belagerung von Leningrad durch deutsche Truppen dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944. Dabei ereignete sich eines der schlimmsten sowjetischen Verbrechen gegen das russische Volk im Zweiten Weltkrieg.

Ereignis

Am 8. September 1941 wurde Leningrad durch die Armeen des Generalfeldmarschalls Wilhelm Ritter von Leeb eingeschlossen und es begannen die Vorbereitungen zum Sturm. Besetzt war die Stadt von 30 Divisionen der Roten Armee. Die Stadt war jedoch vollständig mit fernzündbaren Sprengladungen ausgestattet, so daß aus Rücksicht auf die zu erwartenden Todesopfer auch unter der Zivilbevölkerung von einer direkten Besetzung Abstand genommen wurde. Daß die Bolschewisten auch vor derartigen Verbrechen nicht zurückschreckten hatte die Tatsache bewiesen, daß halb Kiew nach der Befreiung durch deutsche Truppen am 19. September 1941 von den Sowjet-Bolschewisten mitttels ferngezündeter Sprengsätze in die Luft gesprengt wurde. Tausende Zivilisten kamen dabei ums Leben.

„Wenn heute jemand da wäre, um Leningrad zu entsetzen, dann würde ich den Befehl geben, es zu stürmen, und wir würden es brechen. Denn wer von der ostpreußischen Grenze bis zehn Kilometer vor Leningrad marschiert ist, der kann auch noch die zehn Kilometer vor Leningrad bis in die Stadt hineinmarschieren. Das kann man uns schon glauben.Aber das ist nicht notwendig. Die Stadt ist umklammert, niemand wird sie mehr befreien, und sie fällt in unsere Hand. Und wenn man sagt: „Nur als Trümmerhaufen“ – ich habe gar kein Interesse an irgendeiner Stadt Leningrad, sondern nur an der Vernichtung des Industriezentrums Leningrads. Wenn es den Russen gefällt, ihre Städte in die Luft zu sprengen, ersparen sie uns vielleicht die Aufgabe.“
– Adolf Hitler, Rede in München, Rede in München, 9. November 1941

Verminungen von Gebäuden

Die F-10-Funkgroßmine war auch einer der Hauptgründe, warum Hitler Leningrad nicht von deutschen Truppen besetzen, sondern nur belagern ließ, und im Falle der erhofften Einnahme von Moskau den deutschen Truppen verbat, die sowjetische Hauptstadt zu betreten. Hitler hatten hier genaue Informationen vor allem des finnischen Geheimdienstes vorgelegen, die über sowjetische Vorbereitungen zur systematischen Fernsprengung der Stadt Leningrad berichteten. Da gegen diese unheimliche Vernichtungswaffe kein Gegenmittel zur Verfügung stand, war der Verzicht auf die leicht mögliche Einnahme Leningrads am 24. September 1941 nur folgerichtig. Die Einnahme der Stadt wäre nur noch eine Frage von Tagen gewesen. So mußte eine ganze deutsche Armee als Wachposten vor einer einzigen Stadt liegen bleiben, die für die Sprengung aller wichtigen Gebäude, Brücken, Unterführungen und Bahnhöfe vorbereitet war.[1]

Zu den Beweggründen der Entscheidung für eine Belagerung und nicht des ursprünglich geplanten Einmarsches in die Stadt sagte Alfred Jodl später vor dem Nürnberger Tribunal:

„Nicht Repressalien, sondern die berechtigte Sorge, daß dasselbe, was uns in Kiew passierte, sich auch in Leningrad ereignen würde; und der dritte Grund war die Ankündigung des sowjetischen Rundfunks, daß sich das ereignen würde.[2]“

Umerziehungslügen und Geschichtsfälschungen

Entgegen den Verlautbarungen im Zuge der gegenwärtigen antideutschen politischen Korrektheit wollte die Wehrmacht Leningrad somit gerade nicht einnehmen. Die Belagerung sollte auch nicht den schleichenden Tod der Zivilbevölkerung herbeiführen. Kein Zivilist wurde von deutscher Seite daran gehindert, die Stadt zu verlassen. Es wurde für Zivilisten auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers ein schmaler Landstreifen zur Flucht nach Innerrußland freigehalten[3]. Allerdings hinderte Stalin die russische Bevölkerung bei Todesstrafe daran, die Stadt zu verlassen. Bolschewistische Angaben gehen von etwa 1,1 Millionen zivilen Bewohnern der Stadt aus, die infolge Stalins Befehl ihr Leben verloren. Die meisten dieser Opfer verhungerten. Der Massentod durch Verhungern wurde von den Bolschewisten gezielt herbeigeführt und ist in diesem Ausmaß weltweit beispiellos. Eine inoffizielle Straße über den zugefrorenen Ladogasee diente fast ausschließlich der alleinigen Versorgung der Roten Armee. Das Leiden der Bevölkerung interessierte Stalin nicht, sondern die russischen Einwohner sollten als menschliche Schutzschilde dienen. Die des öfteren postulierten angeblichen Evakuierungen betrafen Deportationen von Deutschen aus Leningrad in die bolschewistischen Vernichtungslager. Russische Zivilisten, die den Weg über die einzige offene Straße dennoch zur Flucht nutzten, wurden von den Bolschewisten erschossen.

Die erst nach dem Krieg gegen Deutschland von Sowjet-Seite postulierten Opferzahlen von mehr als einer Million sind, wie üblich, weit überhöht. Realistisch dürften etwa 500.000 Opfer sein, was in etwa auch der Zahl der in der Stadt eingekesselten Rotarmisten entspricht. Zerstörungen, die in der Stadt zu beobachten waren, gehen zu einem großen Teil auf das Konto der beim Beschuß von militärischen Einrichtungen und Industrieanlagen mit explodierten und zuvor scharf gemachten sowjet-bolschewistischen Minen.

Tatsachen über Leningrad

Die Freiburger Zeitung vom 13. September 1941:

Leningrad-FrZeitung.1941-9-13-

Das verlorene Rüstungszentrum

Die deutsche Wehrmacht hat zusammen mit ihren finnischen Waffenbrüdern Leningrad eingeschlossen. Die Sowjetunion verliert dadurch eines ihrer größten Industriezentren. Leningrad besitzt etwa 800 Fabrikbetriebe mit fast 300.000 Mann Belegschaft, das sind 12 Prozent der gesamten Sowjetindustrie. Werften, Maschinen- und mechanische sowie chemische Werke stehen im Vordergrund.
Nimmt man die Industrie der näheren und weiteren Umgebung Leningrads hinzu, was ohne weiteres angängig ist, da auch die Umgebung in deutsch-finnischer Hand oder von der Sowjetunion abgeschnitten ist, so sind durch die Besetzung der Umgebung bzw. Einschließung von Leningrad rund 25 Prozent der elektrotechnischen und rund 75 Prozent des Schiffbaus der Sowjetunion lahmgelegt.
Die Leningrader Industrie fertigt im übrigen komplizierte Maschinen an, wie Textil- und Druckereimaschinen, Verbrennungsmotore, Dampfturbinen, Hochspannungskessel u. a. m., die einen hochqualifizierten Arbeiterstamm notwendig machen.
Eine Industriestadt wie Leningrad stellt natürlich auch ein wichtiges Rüstungszentrum dar, dessen Verlust die Sowjets nicht verschmerzen können. Die Elektromaschinenfabrik „Elektrosil“ hat 10.000, die Kirow-Werke, bekannter unter dem alten Namen Putilow, 30.000, die Newsky-Maschinenfabrik Lenin (Kanal- und Turbinenbau) mehrere Tausend Arbeiter. Die Telephonfabrik Kraswaka Saria 5.000, die baltische Werft und Gummiwerft Krasneye 82.000, die Textilmaschinenfabrik Karl Marx 5.000 Arbeiter.
So geht es weiter mit den Fabriken für Elektrowesen und Schweißmaschinen, Dieselmotoren und Schleifmaschinen, Preßluftwerkzeuge und Schleifsteine, Draht, Nägel und Kleineisenzeug. Dazu kommen mehrere Schiffswerften, Schwermaschinenbauanstalten, Rüstungsbetriebe aller Art, Superphosphat- und sonstige chemische Werke. Sie alle fallen für die Sowjetrüstung nicht erst jetzt durch die Einschließung aus, sondern schon seit Wochen, da der deutsch-finnische Vormarsch die Zufuhr von Rohstoffen und die Versorgung mit Kraftstrom unterbrach, das Wasser. und Wärmekraftwerk am Wolchow und die Swir-Kraftwerke abschnitt. Die Sowjets erleiden also eine Lücke in ihrer Rüstungsindustrie, die sie nicht mehr ausfüllen können.

Richtigstellungen

Ein anderes „Verbrechen“ war, daß Jodl angeblich dem Oberbefehlshaber des Heeres mitgeteilt haben sollte, Hitler habe einen schon erlassenen Befehl wiederholt, daß ein Übergabeangebot der Stadt Leningrad nicht angenommen werden dürfe. Wie so viele andere angebliche deutsche Verbrechen blieb auch dieses eine Idee ohne Ergebnis, da man nie ein Übergabeangebot bekam. Die Absicht des Befehls sei gewesen, die Bevölkerung zum Rückzug zu zwingen, da es nicht möglich gewesen wäre, Millionen von Zivilisten oder Gefangenen zu ernähren, oder Seuchen zu verhindern. In den deutschen Linien östlich der Stadt seien Lücken offengelassen worden, um der Bevölkerung einen solchen Rückzug zu ermöglichen. Kiew, Odessa, und Charkow hätten kapituliert, seien aber miniert gewesen, und Tausende von deutschen Soldaten seien durch Bomben mit Zeitzündung getötet worden. Die Hafenanlagen seien für militärische Zwecke benötigt gewesen; die russischen Eisenbahnen hätten eine andere Spurweite als die deutschen. Man hätte nicht genügend Lebensmittel vorbringen können, um Millionen von halbverhungerten Gefangenen oder Juden zu ernähren. Die sowjetische Propagandalüge, die Deutschen hätten Millionen von russischen Gefangenen getötet, wurde von vielen Historikern geglaubt, ohne daß sie die Ursachen der Sterblichkeit kannten. Der Befehl, der Leningrad betraf, Dokument C-123, trägt keine Unterschrift.[4]

Bolschewistische Nachkriegspropaganda

Vor dem Nürnberger Tribunal wurde von sowjet-bolschewistischer Seite dreist behauptet, daß Leningrad dem Erdboden gleichgemacht werden sollte, da das Gebiet angeblich an Finnland fallen sollte und dieses für die Stadt dabei keine Verwendung mehr hätte. So wurde Alfred Jodl gefragt:

„Würden Sie sich vielleicht daran erinnern, wann Hitler zum erstenmal geäußert hatte, man solle Leningrad dem Erdboden gleichmachen?“[5]

Fraglich ist, weshalb dann die Wehrmacht in immerhin dreijähriger Belagerung nicht in der Lage gewesen sein soll, diesen Plan auch durchzuführen. Offenbar diente diese Ausrede dazu, die nachfolgende völkerrechtswidrige Annexion von Teilen Kareliens durch die Sowjetunion zu legitimieren, die bis heute (2013) durch Rußland andauert. Die Wendung „dem Erdboden gleichgemacht“ war allerdings Teil der bolschewistischen Drohung bei einem Einmarsch in die Stadt. Angeblich sollen deutsche Truppen Flugblätter folgenden Inhalts abgeworfen haben:

……Gehet zu den Bädern. Zieht eure weißen Kleider an. Eßt das Totenmahl. Legt euch in die Särge und macht euch zum Sterben bereit. Am 7. November wird der Himmel blau sein – blau von den Detonationen deutscher Bomben.[6]…….

Die blumige Sprache deutet auf einen nicht-russischen Urheber hin. Es erscheint wohl mehr als unglaubwürdig, daß die Wehrmacht Flugblätter mit derartigen Formulierungen verwendet haben soll.

Schuldkult

Im Jahre 2008 zahlte das BRD-Regime an „jüdische Überlebende“ der Belagerung Geld, wobei die linksextreme Frankfurter Rundschau die Zahl der schon von bolschewistischer Seite verdoppelten Gesamtopfer auch noch flugs gegenüber diesen auf drei Millionen verdreifachte.[7] Es dürfte somit nur eine Frage der Zeit sein, bis auch hier die magische Zahl von 6 Millionen erreicht sein wird. Eine Erklärung, weshalb Juden von der BRD bevorzugt werden und russische Opfer des Stalin-Terrors somit nur als Opfer zweiter Klasse gelten und weshalb überhaupt und wofür Gelder gezahlt werden, blieb das BRD-Regime allerdings schuldig.

Fußnoten

1 Der Große Wendig, Band 5: 1019 „Warum Leningrad im September 1941 nicht eingenommen werden durfte“ • 447
2 Nürnberger Tribunal: Einhundertneunundvierzigster Tag. Freitag, 7. Juni 1946, Vormittagssitzung
3 siehe: Christian Zentner: Der Zweite Weltkrieg, Libero-Verlag 1979
4 Quelle/Nicht schuldig in Nürnberg
5 Nürnberger Tribunal: Einhundertneunundvierzigster Tag. Freitag, 7. Juni 1946, Vormittagssitzung
6 Harrison E. Salisbury: 900 Tage. Die Belagerung von Leningrad, 1989 (zitiert auf: fluchschrift.net zweifelhafte Quelle
7 2556 Euro Entschädigung für jüdische Überlebende Vorsicht! (Umerziehungsliteratur)

Quelle Der Große Wendig nach: Metapedia

Written by einedeutscheweise

24. Februar 2012 at 19:00

Veröffentlicht in Geschichte

Friedensangebote Hitlers, peace offers

with 2 comments

— Vorgeschichte
1. ein Vortrag von Dr.Olaf Rose
hier nur der Anfang des Vortrags – vollständig und 2. – 6. bei
www.einedeutscheweise2.wordpress.com
2. Ausschnitt von: Martin Allen: Churchills Friedensfalle
3. Friedensangebote an Polen
4.neu: Neues Buch des renommierten englischen Marine-Historikers Peter Padfield
5. weitere Link Adressen
………………………
6.) Peace offers: • Adolf Hitler’s 1941 peace offer finally confirmed
By Michael Collins Piper
book by Peter Padfield and the fate of Rudolf Hess
—————————

zur Vorgeschichte von deutschen Friedensangeboten:

Das deutsche Friedensangebot an die Alliierten vom 12.12.1916
»Deutschland und seine Verbündeten, Österreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei, haben in diesem Kampf ihre unüberwindliche Kraft erwiesen. Sie haben über ihre an Zahl und Kriegsmaterial überlegenen Gegner gewaltige Erfolge errungen. Getragen von dem Bewusstsein ihrer militärischen und wirtschaftlichen Kraft, und bereit, den Kampf nötigenfalls bis zum Äußersten fortzusetzen, zugleich aber auch von dem Wunsch beseelt, weiteres Blutvergießen zu verhüten und den Gräueln des Krieges ein Ende zu machen, schlagen die vier verbündeten Mächte vor, alsbald in Friedensverhandlungen einzutreten. Die Vorschläge, die sie zu diesen Verhandlungen mitbringen werden und die darauf gerichtet sind, Dasein, Ehre und Entwicklungsfreiheit ihrer Völker zu sichern, bilden … eine geeignete Grundlage für die Herstellung eines dauerhaften Frieden…«
(aus: Tormin, Die Weimarer Republik, S.23f. u. 25)

Die Antwortnote der Alliierten vom 30.12.1916
»…Eine Anregung ohne Bedingungen für die Eröffnung von Verhandlungen ist kein Friedensangebot. Der angebliche Vorschlag … erscheint weniger als ein Friedensangebot denn als Kriegsmanöver. Er beruht auf der systematischen Verkennung des Charakters des Streites in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. Für die Vergangenheit übersieht die deutsche Note die Tatsachen, die Daten und die Zahlen, die feststellen, dass der Krieg gewollt, hervorgerufen und erklärt worden ist durch Deutschland und Österreich-Ungarn…
Für die Gegenwart stützt sich das angebliche Angebot Deutschlands auf eine ausschließlich europäische „Kriegskarte“, die nur den äußeren und vorübergehenden Schein der Lage und nicht die wirkliche Stärke der Gegner ausdrückt, Eine Friede, der unter solchen Voraussetzungen geschlossen wird, würde einzig den Angreifern zum Vorteil gereichen, die geglaubt hatten, ihr Ziel in zwei Monaten erreichen zu können, und nun nach zwei Jahren merken, dass sie es niemals erreichen werden.
Für die Zukunft verlangen die durch die Kriegserklärung Deutschlands verursachten Verwüstungen, die unzähligen Attentate, die Deutschland und seine Verbündeten gegen die Kriegführenden und gegen die Neutralen verübt haben, Sühne, Wiedergutmachung und Bürgschaften … Deutschland weicht listig dem einen wie dem anderen aus…«
(aus: GiQ V, Nr.62)
teachsam.de

— da hatten die Alliierten schon die Beteiligung der USA in der Tasche- seit damals wird gelogen auf dieser Ebene. Wer etwas für Andere tut wäre dumm, heißt es, und Frieden wäre Kriegstaktik usw.

….dann weiter von der Heimatseite Saaz:…………………

Im Vorfriedensvertrag vom 5.11.1918 – gingen die Alliierten feste Verpflichtungen ein (u.a. 14 Punkte Wilsons). Nach dem Waffenstillstand vom 11.11.1918 wollten sie davon nichts mehr wissen. Dies qualifizierte Lloyd George und Woodrow Wilson schon 1919 als Wortbruch.

(..)    Die Unterzeichnung des Versailler Vertrages am 28.6.1919 erfolgte unter Zwang. Niemand ist aber zur Einhaltung dessen verpflichtet, wozu er unter Gewaltandrohung genötigt wurde. Manche Vertragsteile beruhten, Lloyd George am 7.10.1928 in London bestätigte, auf Täuschung.  Auch das entbindet von der Einhaltung des Vertrages. Eine Revisionsklausel enthielt der Vertrag in Teil I, § 19. Um deren Anwendung bemühten sich nicht nur Hitler, sondern alle deutschen Politiker seit 1919. Die KPD wollte im Falle der Machtübernahme„alle aus dem Versailler Vertrag ergebenden Verpflichtungen für null und nichtig erklären“ („Rote Fahne“, 24.8.1930). Die USPD befürchtete, dass die deutschen Proletarier zu Sklaven ausländischer Kapitalisten würden.

(..)    Drei Wochen nach der Unterzeichnung des Versailler Vertrages äußerte Clemenceau vor französischen Offizierschülern: „Meine jungen Freunde, seien Sie unbesorgt um ihre berufliche Zukunft. Der Friede, den wir soeben geschlossen haben, garantiert ihnen zehn Jahre des Konfliktes in Europa“. Ein Wiederaufflammen des Krieges war also einkalkuliert. Für Churchill gehörte der Versailler Vertrag zu den „Torheiten der Sieger“. Die wirtschaftlichen Auflagen nannte er „bösartig“.

(..)   Der Versailler Vertrag zwang Deutschland, sein Landheer auf 100.000 und seine Marine auf 15.000 Mann zu verringern, um „die Einleitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung aller Nationen zu ermöglichen“. Deutschland musste also eine  Vorleistung für eine spätere allgemeine Abrüstung erbringen. Eine vorbereitete Abrüstungskommission wurde vom Völkerbund aber erst am 25. September 1925 eingesetzt und führte endlich am 2. Februar 1932 zu einer Abrüstungskonferenz mit 62 Staaten. Außer den USA war keiner von ihnen zu konkreten Abrüstungsschritten bereit. Lloyd George  erklärte 1932, „dass die Siegernationen schamlos die Treue in der Rüstungsfrage gebrochen haben“.    

(..)    Die sicherheitspolitischen Ziele Deutschlands in der Weimarer Zeit waren: Einbettung des Reiches in ein System kollektiver Sicherheit; Verringerung der Streitkräfte der Sieger oderVerstärkung der deutschen Armee auf 300.000 Mann, wobei auf Offensivwaffen verzichtet werden sollte. Diese Ziele übernahm Hitler. Seine zahlreichen Abrüstungsvorschläge blieben jedoch ohne Resonanz. Als Mussolini 1933 einen Viermächtepakt zwischen Italien, Frankreich, England und Deutschland unterbreitete, ließ ihn Frankreich scheitern. Deutschland schloss daraufhin 1934 einen Nichtangriffspakt mit Polen, der sich mit Gebietsfragen nicht befasste.

(..)
Heimatseite Saaz: Kriegsbeginn vor 60 Jahren
Weiteres auch bei http://www.vorkriegsgeschichte.de/

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1. Den Vortrag hat Dr.Olaf Rose gehalten während der vom 4. bis 5. November 2006 stattgefundenen 19. (ordentlichen) Tagung der Nationalversammlung des Deutschen Ostens (NDO) und er ist als www.vodr.net/dokumente/frieden39-41.pdf herunter zu laden.
wiederentdeckt und geschrieben von Maria Lourdes bei: http://lupocattivoblog.com

Birger Dahlerus

Friedensbemühungen der deutschen Reichsregierung 1939-1941- Aufsatz 2007 – Dr.Olaf Rose
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Deutsche Friedensbemühungen nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges? Das klingt zunächst befremdlich. Das paßt nicht in das uns vermittelte Bild von den Plänen der NS-Machthaber. Wir hören seit 1945 permanent, daß Hitler den Krieg gegen den Osten als Kampf um Lebensraum bereits 1923 in seinem Buch „Mein Kampf“ propagiert habe.

Wir hören nie, daß er Mitte der dreißiger Jahre, auf so manches Zitat daraus angesprochen, gestöhnt hat: „Hätte ich damals gewußt, daß ich einmal Reichskanzler werden würde, ich hätte das Buch niemals veröffentlicht.”

Wir hören immer, daß er den Angriff auf Polen unter Inkaufnahme der britischen und französischen Kriegserklärung „vom Zaun brach“ und dann mit einer Kette von Überfällen und Kriegserklärungen die Weltherrschaft erringen wollte, deren unverständliche Höhepunkte der Angriff auf die UdSSR am 22. Juni 1941 und die Kriegserklärung an die Adresse der Vereinigten Staaten vom 11. Dezember 1941 waren.

Eine Frage muß sich hier allerdings aufdrängen: Wie verblendet muß der bis dahin zwar konfliktbereite, aber doch höchst rational vorgehende und über seine militärischen Möglichkeiten sehr genau unterrichtete Hitler gewesen sein, daß er die beiden ressourcenstärksten, aber bis dahin nicht am Konflikt beteiligten, dafür ganze Kontinente umfassenden Großmächte Rußland und Amerika angriff?

Und das, obwohl er 1940 in Europa zwar 7 Staaten, darunter die stärkste Kontinentalmacht Frankreich, besiegt hatte, das seit Jahrhunderten aber am hartnäckigsten jeder europäischen Hegemonialmacht im Wege stehende England in keiner Weise einem Waffenstillstand oder gar einem Frieden nahegebracht hatte.

(…..)

Dokumente, die unser Wissen über die wahren Sachverhalte hinter den Vordergründigkeiten der Kriegshandlungen und der späteren Geschichtsschreibung erweitern – und korrigieren – können, liegen allesamt in den Archiven der ehemaligen Kriegsgegner. Die deutschen Dokumente wurden in weiten Teilen erbeutet, von den Siegermächten in vielen Fällen gesäubert und in Auswahl mit unzweideutiger Tendenz in großen Akteneditionen der Mit- und Nachwelt zur Verfügung gestellt. So ist es fast symptomatisch, daß die das Dritte Reich betreffenden „Serien C und D” der „Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik 1918-1945″ von britischen und amerikanischen Historikern, vom Gegner also, ab 1957 herausgegeben wurden. Was eine Quellenedition an Auswahl und vor allem an Auslassungen aufweisen kann, weiß jeder, der einmal eine solche Edition mit den Originalquellen vergleichen konnte. Und selbst da gab es noch Veröffentlichungen, von denen sich die Siegermächte distanzierten, gegen die sie in den späten fünfziger Jahren diplomatischen Protest einlegten, zum Beispiel, als in Deutschland aufgefundene Akten nachwiesen, daß der Herzog von Windsor, der vormalige König Edward VIII., mit Hitler 1940 Friedensverhandlungen führte.

Mein Thema lautet: die deutschen Friedensbemühungen 1939 bis 1941, nicht etwa 1939 -1945, und das hat einen guten Grund.

Wer auf der Verliererseite steht, versucht fast immer, vor der endgültigen militärischen Niederlage durch Verhandlungen einen Frieden zu erzielen und damit sein politisches Überleben zu sichern. Das Aussenden von Friedensfühlern zu einem solchen Zeitpunkt hat nicht unbedingt etwas mit dem wirklichen Wunsch nach Frieden zu tun, es entspricht eher einer Zwangslage. Wer aber zu Beginn eines Konflikts oder gar auf dem Höhepunkt seiner Erfolge Friedensfühler ausstreckt, sollte in seinem Bemühen um den Frieden ernst genommen werden. Seine Begründungen sollten ernsthaft abgewogen werden, anstatt sie einfach zu verwerfen.

Genug Zündstoff ist aber bereits in dem 2006 unter der Signatur PRO (Public Record Office) FO (Foreign Office) 371/24408 freigegebenen Memorandum enthalten, das 1941 als geheim klassifiziert in Kleinstauflage von einigen wenigen Exemplaren für einen internen Entscheidungszirkel gedruckt wurde. Es enthält eine „Zusammenfassung der wichtigsten Friedensfühler von September 1939 bis März 1941″. Sechzehn bedeutende Friedensanläufe werden darin geschildert, von den handelnden Personen über Motive und Verlauf bis hin zu den inhaltlichen Angeboten; die Prominenz der Friedensfühler ist dabei ebenso beeindruckend wie ihre Internationalität und Reputation: von Göring über den Prinzen von Hohenlohe und Goebbels bis zu von Papen, von schwedischen Industriellen wie Birger Dahlerus oder Baron Bonde bis hin zum schwedischen und spanischen König, ja sogar dem Papst, von britischen, holländischen und amerikanischen Ölmagnaten und Geschäftsleuten, vom finnischen Ministerpräsidenten und nicht zuletzt von Adolf Hitler selbst, der seinen Rechtsberater Dr. Ludwig Weißauer mit Vollmachten entsandt hatte. Und dies waren nur die „Hauptfriedensfühler”. Eine weitere Akte enthüllt, daß, zählen die Briten auch die untergeordneten Bemühungen mit, der Flug von Rudolf Heß am 10. Mai 1941 als die 42. Friedensinitiative gerechnet werden muß. Hans Meiser zählt in seinem Buch „Gescheiterte Friedensinitiativen” ohne die Kenntnis dieses zentralen Dokuments fast 70 solcher Versuche bis zum Jahre 1943, von denen sich eine ganze Reihe mit der englischen Zählung nicht überschneiden, so daß die Zahl der deutschen Bemühungen, den europäischen und später den Weltfrieden wiederherzustellen, weit höher liegen muß.

Wichtig, vom politischen wie auch vom moralischen Standpunkt, ist dabei, daß all diese Versuche zu einem Zeitpunkt unternommen wurden, als Deutschland auf dem Höhepunkt seiner militärischen Machtentfaltung stand, also nicht um Frieden betteln mußte.

(….)
der ganze Vortrag und die weiteren Punkte sind wie oben angegeben oder nochmal hier zu lesen.

Written by einedeutscheweise

24. Februar 2012 at 18:53

Bombenkrieg-Heim zur Hölle

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Alexander Kluge im Gespräch mit Jörg Friedrich „Der Brand“
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(Die Bombardierungen der kleineren, alten deutschen Städte fing 1945 an. als der Krieg schon entschieden war, Schukow an der Oder stand und diese Bombenangriffe keinem militärischen Zweck mehr dienen konnten. Wie kann man überhaupt den Bombenkrieg und die Verbrennung der zivilen Stadte erklären oder einordnen?)

Mitschrift:
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Jörg Friedrich

Jörg Friedrich


Kluge: In Halberstadt fliegen die alliierten Formationen, die Bomber, wie an, am 8.April 1945 ?

Friedrich: Sie fliegen in mehreren Stockwerken. Ein Bombenangriff ist eine fliegende Fabrik. Das Charakteristische ist der sogenannte Fächer, the fan; alle anfliegenden, dreistöckig anfliegenden Flugzeuge haben einen Orientierungspunkt, das ist das Gelenk des Fächers. Von diesem Gelenk spreizt sich der Fächer auseinander. Alle Maschinen überqueren den Punkt. Das ist eine Orientierung am Boden. In Halberstadt ist es ein Gebäude, es ist die Victoria-Luise Schule, ein Lyzeum für Mädchen. Es hat eine sehr charakteristische Form.

Kluge: …1912 gebaut. gewissermaßen in der Euphorie der Baukunst vor dem Ersten Weltkrieg.

Friedrich: ..stattlich! Vor allen Dingen hat es Seitenflügel und einen Querflügel, so…

Kluge ..unverwechselbar.

Friedrich: Es ist unverwechselbar. Dieser Punkt ist auch aus 6000 Meter Höhe zu erkennen. Also man überkreuzt diesen Punkt und spreizt sich auseinander; jede Maschine fliegt strahlenförmig, fächerförmig auseinander.

Und vom Überkreuzen des Punktes her, gibt es eine Zeitdistanz, den overshoot. Der overshoot ist in Sekunden gemessen. Jede Maschine hat ihren je eigenen overshoot. Ist die Sekundenspanne verstrichen, klinkt der Bombenschütze die Bombenlast aus. Der Effekt ist das sogenannte Saturieren, saturation bombing- es muß eine eng umgrenzte Fächerfläche am Boden – dem Dreieck in der Luft entspricht ein Dreieck am Boden. Das ist in Dresden ein Dreieck vom Sportplatz mit dem einen Schenkel Elbknie und dem andern Schenkel am Bahnhof.

Diese Fläche – die am Boden ist das Leben der Menschen, am Himmel der Angreifer. Diese Flächen sind spiegelbildlich. Und die obere Fläche saturiert die untere mit Vernichtungsstoffen. Das ist ein Mix aus Spreng- und Brandmitteln. Und durch diese Fächerform, und durch dieses präziese Abregnen der Bombenlast, entsteht eine gleichmäßige, eine Paste des Todes, die unten über die Lebensspäre gestrichen wird. Das Saturieren des Dreiecks am Boden; das totale Saturieren mit der gesamten Munition entfacht das Feuer, das nicht mehr löschbar ist.

Kluge: Weil die Gebäude aufgerissen werden, und dann die Brandmittel, die Brandbomben, noch hineinkommen, und diese Mischung von Haus und Schutt, das ist am leichtesten angreifbar. Ist das richtig? Intakte Häuser sind nicht ganz so leicht von Brandbomben angreifbar?

Friedrich: Man kann eine Stadt nicht sprengen. Man muß eine Stadt verbrennen – weil, die Stadt selber wird die Waffe. Jeder Balken des Gauses, jedes Polstermöbel, jede Bibliotek, jeder Vorhang – die Menschen selber werden Fackeln. Es ist die Transformation des Heims zur Waffe. Die Bomber geben nur den Impuls für die Transformation der Heimat zur Waffe. Mein Keller ist mein Feind…

Kluge: ..die Vorgänge, das Plüschige der Möbel ist sozusagen der Kern der Waffe,,

Friedrich: Man hat diese Städte als Dummy-Städte nachgebaut in Amerika und auch in England in japanischer und in deutscher Bauweise, und da hat man das deutsche Mobiliar, das Holz, Buche, Eiche, Kirsche, die deutschen Paletots, die Art und Weise der Kinderspielzeuge, die Teppiche auf dem Boden, das alles wurde exakt rekonstruiert, weil, um Waffe zu werden, müssen diese Klamotten erforscht sein. Und man erforscht ihre Brennbarkeit Stück für Stück. Wie reagieren sie auf meinen Impuls. Dieser Impuls kickt diese Materien an und transformiert sie dann zur Waffe. Es ist wie eine Zelle, die degeneriert zur Krebszelle.

Auf diese Art und Weise wird das Heim zur Hölle. Und die Impulsgebung dauert, wie der zündende Funke in Halberstadt eine knappe halbe Stunde – in Würzburg sind das 17 Minuren. Lange nachdem die Bomber weg sind, die sind schon wieder gelandet, zwei, drei Stunden nachher ist dieser Transformationsprozess, Heim zur Hölle, noch im Gang , und immer weitere Quartiere und Keller werden zu Behältnissen von Staub und von Gas. Es sind Leute hier, die mir erzählt haben, daß durch die Staubentwicklung Menschen am Staub erstickt sind. Das heißt: die Augen, der Mund und die Ohren sind die Öffungen des Körpers, da wo er die Atmosphäre einzieht und das Leben austauscht mit der Welt – wird verstopft., verstopft durch den Staub der eigenen Wände, des Kalks an den Wänden – die verstopfen mir den Mund.

Und dieses Waffe-werden der eigenen Wohnzimmerwand, des Kellergewölbes das findet noch in Stunden nach der Impulsgebung statt. Es ist im Englischen ein Wort: „De-housing“, Leute werden ihrer Häuser entkleidet – Ent-hausen – , aber man könnte auch sagen, es ist ein „De-worlding“; die Menschen werden aus der Welt gelöst, die Welt verliert das Heimatliche, den Austausch von Atmosphäre und Lunge und Sauerstoff, und sie verwandelt sich, wie auf einem anderen Planeten, in einen feindlichen Platz. Man atmet und saugt den Tod ein.

Und diese Transformation ist das Resultat einer erpichten Technik. Das schüttelt man nicht aus dem Ärmel, sondern das De-worlding wird fünf Jahre geübt. Es gibt hier also einen Weg, vom Mai 1940 nach Dresden, Halberstadt, Hildesheim, Postsdam, Paderborn, Pforzheim…

BomberHarris

—Warum intensivieren sich die Bombenangriffe ab März 1945?–

Kluge: Der Krieg ist entschieden in Europa.

Friedrich: Anfang Februar steht Schukow 50 Kilometer von der Reichskanzlei in Berlin. 50 Kilometer. Die Truppen sind gekommen von der Wolga, vom Kaukasus, soweit haben sie die Wehrmacht zurückgetrieben bis an die Oder. Und da steht er. Und da fangen die Bombardements an. Die britisch- amerikanischen Bombardements…

Kluge: Es ist auch ein Höhepunkt der Produktivität, was Liberty-Schiffe, was Bomber betrifft, was die Bomben betrifft. Das kann man jetzt bauen; man hat große Vorräte geschaffen, mit denen man einen Krieg bis 52, bis 54 hätte noch führen können gegen größere Gegner, als noch vorhanden waren. Es ist ein Restgegner und eine Überproduktion an Waffen.

Friedrich: Das hat mir mal ein Betriebswirt erklärt auf einer Diskussion, und er sagte: „Das müssen Sie mir gar nicht weiter ausführen. Das nennt sich bei uns in der Betriebswirtschaft: Kapazität schreit nach Auslastung.“ Man hat die Kapazität der Städtevernichtung nun tatsächlich im Griff. Die Mehoden, die Mannschaften, die Waffen…

Kluge: Das war man schon vor drei Jahren gerne schon gehabt hätte.

Friedrich: Man kann das. Und es ist ausgesprochen blöd, wenn man das, was man kann, nicht mehr machen darf, weil der Krieg vorbei ist. Es fehlt gewissermaßen der Krieg zum Vermögen. Man hat ein Vermögen angeschafft für den Krieg, und nun hat man keinen Krieg mehr. Dumme Sache. .. Man braucht den Krieg gewissermaßen um das Vermögen zu investieren – in das, was es vermag, seine Hebelwirkung, nämlich Städte aus der Welt zu hebeln.

Kluge: Sie sagen, daß im März 1945 eigentlich wesentliche Städte noch intakt sind.

Friedrich: Intakt ist weniger das Ruhrgebiet, aber Städte, in denen die Tiefe der deutschen Geschichte wurzelt, wie Paderborn, wo das heilige römische Reich entstand, wie Hildesheim, wie Würzburg, das Barockkunstwerk Balthasar Neumanns, Nürnberg, Soost, Halberstadt – es sind die von weit hergekommenen Städte, die gewandert sind durch die Jahrhunderte, die Schauplätze älterer Geschichte, die als Ziele des Bombercommands nicht unmittelbar rüstungswirtschaftliche Bedeutung hatten. In denen auch nicht mehr als 50 oder 100 000 Menschen wohnten. Das hatte man zuvor ignoriert. Da waren die großen Häusergebirge von Hamburg, von Berlin, von Köln, von Dortmund, das ganze Ruhrgebiet eine einzige Stadt, war ergiebiger. Man konnte das im Übrigen auch leichter finden. Da ist der Rhein, und da kann man das gut entdecken, aber so das Harzvorland ist schon komplizierter zu finden.

Also lernte man im Lauf des Krieges, diese Nester zu finden, und sie entpuppten sich als die eigentlichen und fabelhaften Bombenziele. Sie waren im Grunde die Entsprechung dessen, was Bombercommand und die 8.amerikanische Luftflotte zu diesem Zeitpunkt konnte. Sie waren die idealen Versuchsobjekte.

Feuerwehr

Kluge: Das ist das eigenartige, daß ein Krieg eine bestimmte Leistungsstärke hervorbringt. Und wenn der Krieg fast vorüber ist, ist die Zeit der Höchstleistungen erreicht.

Friedrich: Also diese Bomberwaffe wird gebaut von de Mitte der zwanziger Jahre bis zum beginn des Krieges, diese riesigen viermotorigen Maschinen.- Das Einzige, was man nicht bdacht hat, ist wie schwer es doch sein mag, die Stadt zu finden. Wie finde ich eigentlich Essen, wie finde ich Duisburg, wie finde ich Nürnberg und wie unterscheide ich Nürnberg von Augsburg? Am Tage, bei Sonnenschein, da mag das noch möglich sein. Aber da werd ich ja abgeschossen. Also geh ich in die Nacht. Dort werde ich nicht gesehen – aber ich seh auch nichts! Erst recht nicht eine Stadt, die unter den Wolken liegt. Das heißt, die Radartechnik, das heißt, der Strahl, der mich ans Ziel leitet, der überhaupt Waffe und Ziel in Verbindung bringt, daran hatte man vor 1939 gar nicht gedacht. Man dachte, der Bomber kommt durch, da ist Köln, ds oben fliegt die Maschine. Man läßt die Bomben runterfallen, Köln kaputt. So ist das gar nicht. Köln ist verteidigt durch einen Wald von Flakgeschützen und von Eudeln von schneller, aggressiver fliegenden Jagdmaschinen, und bevor überhaupt ein Bomber seine Zerstörungskapazität entfalten, also auch nur eine Klamotte fallen lassen kann, ist er selber schon weg. „Fliegende Särge“, sagt der Witz dazu.

Jagdflugzeug

Das heißt der empfindlichste, der sensibelste, der verletzliche Platz im ganzen Bombenkrieg ist der Bomber. Das merken die aber erst, als sie drin sitzen. Sie sind eher kaputt als die Stadt.

Flak

Bomber-Explodiert

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Kluge: Das ist zunächst, das ist im Anfang und das ist jetzt im März, April 45 gewiss nicht mehr so.

Friedrich: Man hat gelernt in der Nacht zu fliegen. Man hat gelernt die Wolkendecke durch die Augen des Radarsystems zu durchdringen, und man findet die Orte, auch wenn sie versteckt sind, auch wenn sie nicht an markanten Bodendetails zu erkennen sind, wie Köln am Rhein … Köln ist doch darm über zweihundert mal angegriffen worden, weil der Rhein so plastisch ist. Das findet man! Und nun kann man diese Soost, diese Paderborns finden.

Kluge: Man kann sie aber jetzt auch bei Tag angreifen, da die Jagdwaffe an diese Bomberpulks ja gar nicht mehr herankommt.

Friedrich: Nein, man hat nebenbei militärisch außerordentlich Nützliches gemacht: manb hat die Treibstoffversorgung der Deutschen unterbrochen, indem man die Hydrierwerke in Pölitz bei Stettin und in Leuna zerstört hat…

Kluge: Diese Dinge und nicht die Angriffe auf die Zivilbevölkerung, die sind kriegsentscheidend.

Friedrich: Wissen Sie, es gibt aus dem Ruhrgebiet, was ja der Versorger des ganzen Krieges für die Wehrmacht war, achzehn Eisenbahn-Ausfallstrecken sternförmig aus dem Ruhrgebiet heraus in die Verarbeitungsgebiete etwa in Mitteldeutschland. Und der sogenannte Ruhrplan, den man im Februar 1945 fasste: Wir zerstören nichts anderes, als diese 18 Adern, die die Wehrmacht verbinden mit den Rüstungsschmieden, – und dann sitzt die trocken ! Das hat funktioniert.

Das hat funktioniert, aber es ist nicht theatralisch. Es ist nicht das Fanal. Es ist nicht die Sinnfälligkeit der Niederlage und des Untergangs. Es ist das, was die amerikanischen Generale zu dem Luftkrieg der letzten Wochen uind Monate, nämlich im Februar und März 1945 sagen.

Das ist der stellvertretende Stabschef der Operationsabteilung der Alliierten in Frankreich, ein General Fredric Anderson sagt: „Diese Städte vernichten, hat mit dem Krieg überhaupt nichts mehr zu tun, sondern es ist eine Erziehungsmaßnahme. Hier soll der Sohn vom Vater erfahren, was die Konsequenz dessen ist, einen Krieg zu beginnen, sich einer Partei, einer politischen Bewegung anzuschließen, die es wagt, ander Völker, andere Staaten anzugreifen. Hier wird eine Lektion gelernt. Und der Erfolg des Bombenkrieges simd gar nicht die zerstörten Städte, sondern sind Sie und Ich. Wir haben etwas gelernt.

Wir sind also die Umerziehungsprodukte dessen, daß eine Welt, daß ein Land, daß eine Heimat untergehen kann: Das kommt davon.

Wohnlockknacker

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„Im Grunde ist der Bombenkrieg der große Umerzieher“

Kluge: Gleich für den Kalten Krieg, der kommen wird, noch mit. Es ist eine Vorwarnung, nicht, eine theatralische Vorwarnung des künftigen Gegners, Rote Armee, Sowjetunion, kann es so auch gemeint sein?

Friedrich: Ja, die kriechen mühsam vom Kaukasus bis an die Oder, überqueren Sümpfe, überqueren Flüsse und Wälder. Und haben eine Spitzengeschwindigkeit, fabelhaft, von 30 Kilometern am Tage auf dem Wege von der Weichsel zur Oder. Unbegreifliche Geschwindigkeit. Und zur gleichen Zeit fliegt Bombercommand nach Dresden mit 350 Kilometern pro Stunde. Und zerstört innerhalb von 20 Minuten eine Stadt von einem Ende bis zum anderen.

Kluge: Das Furchtbare ist jetzt, daß Sie sagen, das ist gleichzeitig theatralischer Natur. Das ist nicht Krieg, in dem Sinne, wie Clausewitz sagt, also Zweikampf, Überwindung des Gegners, sondern es ist gewissermaßen Herstellung von öffentlichen Bilderm. Erziehung, wie Sie gesagt haben, aber Sie sagen:

„Terror ist theatralisch“

…etwas, das im 21.Jahrhundert genauso gilt, wie 1945. Ist das richtig?

Friedrich: Es ist ein Theater des Schreckens. Und die Akteure ist die Leidensfähigkeit des Menschen: Was halte ich aus? Auf diesem Theater wird gefoltert. Und die Gefolterten schreien. Und entscheidend ist, wann sie Schreien aufhören. Und ihnen werden die Folterwerkzeuge solange präsentiert und ihre Mitspieler, die Leiden ihrer Geschwister, ihrer Kinder, ihrer Eltern werden so zum Exzess getrieben, bis die Leute das Handtuch werfen. Das heißt, sie bedürfen des Augenscheins. Die eigene Qual traumatisiert mich. Sie schließt mich ab. In dem Moment, wo ich sie erleide, ist nur noch ich und mein Körper. Ich spüre eigentlich nicht einmal einen Schmerz.

GerdaBäthe

Kluge: Das heißt, das dirkte Leiden, ich werde verletzt, gar nicht besonders motiviert, bewegt, sozusagen zum Sieg des Gegners im theatralischen Sinne beiträgt. Aber wenn ich erlebe, daß die Liebsten von mir gefoltert werden, dann ist das die eigentliche Zwangsmaßnahme. So ist das doch gemeint?

Friedrich: Der Leidende steigt aus dem Spiel aus, denn er ist nicht mehr aktionsfähig. Er kann auch nicht reagieren. Er kann sich auch nicht verhalten. Der Betrachter des Leidens, das er auf sein eigenes bezieht, kann noch agieren. Das Theatralische ist das Foltern des Liebsten. Das ist das wahrlich Unerträgliche.

Und diese Theatralik der Folter ist die Verhaltenspsychologie des Bombenkrieges: Ich muß etwas sehen, was ich nicht mehr ertragen kann. Das mag der Untergang der Katedrale sein, in der meine Familie seit Jahrhunderten gebetet hat, getraut und konfirmiert wird, der Untergang meines Gymnasiums, der Untergang meines Marktplatzes. Es ist da, wo das Dasein das Da verliert. Da bin ich.

Kluge: Dadurch wird das Selbstbewußtsein der gegnerischen Seite verletzt und letztlich absorbiert. Die Zerstörung von Selbstbewußtsein. Das ist der Theatereffekt der Bombardierung.

Friedrich: Zerstörung von ‚Selbst‘, es bleibt nur noch ein Bewußtsein über. Ich, der selbige, bin der, der in Halberstadt wohnt und wurzelt. Das definiert mich. So definier ich mich auch. Das wird mir geraubt. Das heißt, ich führe Menschen auf den Zustand von Ungeziefer zurück: fir können atmen, die können krabbeln, die können japsen, aber sie haben keinen Ort mehr, sondern sie sind in jedem Erdloch angesiedelt.

Da, wo ich mein ‚Da‘, ich der Kölner, verliere… Köln wird abgeräumt. Was übrig bleibt sind noch Existenzen aber keine Kölner mehr. Es gibt keine Kölner ohne Köln. Das heißt: Köln wird dem Kölner genommen.

Kluge: Man kann also sagen, egal ab jetzt der Bombardierte Recht oder Unrecht hat, ob er sich verschuldet hat oder nicht verschuldet hat, ist dieses Verhältnis von Strategie von unten und von Strategie von oben dadurch gekennzeichnet, daß es asymetrisch ist. Das kann man doch sagen?

Friedrich: Ja. ..Schuld und Strafe ist ein Äquivalententausch und kann immer nur zwischen Personen stattfinden…. (Ausgleich gleichen Maßes)

Das Gespräch kann als Video angehört werden direkt:
http://www.dctp.tv/filme/heim-zur-hoelle-friedrich/
oder bei: http://www.dctp.tv der Seite von Alexander Kluge.
Diese Seite ist aber mit adobe-flash -player gebaut, sodaß sie nicht in allen Browsern aufzurufen geht.
Dort ist oben links ein Kreis: „Grosse Themen“ wo man blättern muß, bis zu
„Deutschland im Bombenkrieg“ dort: „Heim zur Hölle“- außerdem sind vielleicht interessant „Zootiere im Bombenkrieg“, (Dresden),

„Jorg Friedrich: Ich wollte zeigen, das war ein Krieg, nicht gegen eine Partei, eine Nazi-Bevölkerung.. das war gegen die Kreatur !“

und Videos: „Halberstadt“ und Minutenfilme, wie über die Feuerwehr vielleicht noch.

Wohnblockknacker4

{Die Bilder sind aus dem Videofilm und anderen Minutenfilmen bei dctp hier abgebildet}
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Professor Freeman Dyson, ein Physiker im Operational Research Zentrum des berüchtigten Bomber Command schrieb 1984 diese Zeilen, die ganz klar den geplanten und durchgeführten Massenmord an deutsche Zivilisten belegen:

“ Ich habe mich krank gefühlt von dem was ich wußte. Ich habe mich viele Male dazu entschlossen, daß ich die moralische Pflicht hatte, auf die Straße zu rennen, um dem britischen Volk zu sagen, welche Dummheiten in seinem Namen begangen wurden. Aber ich hatte nicht den Mut dazu. Ich saß bis zum Ende im Büro und kalkulierte, wie man auf die wirtschaftlichste Weise weitere 100000 Leute ermordet.“

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Weitere Zitate und Internet-Adressen – bitte auf folgender Seite schauen:
https://einedeutscheweise2.wordpress.com/2014/01/31/bombenkrieg-heim-zur-holle/

Written by einedeutscheweise

24. Februar 2012 at 18:00

Aufrüstung zum 2.Weltkrieg 1933-39/41

with one comment

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AUFRÜSTUNG ZUM KRIEG ?

— Einleitung

1.) Ausschnitte aus einem englischen Artikel 1948 von Burton Klein- übersetzt
Germany’s Preparation for War: A Re-examination
Deutschlands Kriegsvorbereitungen: eine Revision üblicher Darstellungen
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2.) Genfer Abrüstungskonferenz – Abrüstungsvorschläge
3.) Der Rüstungsstand 1933 in Europa
4.) Vergleich: sowjetische – deutsche Rüstung
5.) THE UNITED STATES STRATEGIC BOMBING SURVEY Summary Report
Strategy and war economy of Germany – übersetzt – Burton Klein war Mitglied
US-Report über die Bombenschäden sagt über die deutsche Strategie und Kriegswirtschaft
6.) Eine Buchbesprechung, übersetzt, die verschiedene Ansichten anglo-amerikanischer Historiker zeigt,
wie sie im und nach dem 2.Weltkrieg waren: Aufrüstung zum Krieg? Kriegswirtschaft? u.a. über Burton Klein
— Teile 2.)-6.) sind auf folgender Seite — (und 1.) auch nochmal)

https://einedeutscheweise2.wordpress.com/2014/02/13/aufrustung-zum-2-weltkrieg-teil2/
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„Der Stand der deutschen Rüstung 1939 liefert den entscheidenden Beweis dafür, daß Hitler nicht an einen allgemeinen Krieg dachte und wahrscheinlich überhaupt keinen Krieg wollte.“
A.J.P.Taylor Ursprünge des zweiten Weltkriegs, Gütersloh 1962

Einleitung

Endlos sind die Vorwürfe gegen die Kriegsgeneration in Deutschland, unsere Eltern und Großeltern, sie seien Hitler und den „Nazis“ gefolgt, die von 1933 an auf erneuten Krieg zusteuerten. Das Militärtibunal in Nürnberg 1945/46 hatte als Hauptanklage „Verschwörung zum Angriffskrieg“ vorgebracht. Seitdem steht das in Schulgeschichtsbüchern und wird in den Medien wiederholt, zunehmend, täglich. Worum geht es? sicher werden die „Nazis“ von den Vorwürfen nicht mehr erreicht, und auch nicht mehr die Kriegsgeneration, aber den heute lebenden Deutschen soll anscheinend beigebracht werden, daß ihre Eltern und Großeltern einem verbrecherischen Regime gefolgt sind und zwar mit Begeisterung und Idealismus, oder daß sie so dumm waren, auf dessen Propaganda hereinzufallen. In „Mein Kampf“ stand ja, daß irgendwann Kriege zu erwarten wären, in denen die Völker um Lebensraum kämpfen würden.

Die Kriegsgeneration hat soviel Leid erfahren müssen durch Bombenteppiche, Feuerstürme und Brand in allen deutschen Städten über 50 000 Einwohnern, sie haben durchgehalten, waren tüchtig und haben tapfer gekämpft, daß es heute unvorstellbar ist. Besonders nach dem Krieg erlitten sie Hunger, Vertreibung, Vergewaltigungen, willkürlichen Massenmord und Deportierungen nach Sibirien. Heute behaupten die Medien, angefangen mit „History“ und Guido Knopp, das kommt davon, weil sie Hitler gefolgt wären: „Die Vertriebenen – Hitlers letzte Opfer“ zum Beispiel. Und außerdem soll einem beigebracht werden, daß die Juden, deren Schicksale hier nicht verharmlost werden sollen, daß sie die einzigen unschuldigen Opfer des Krieges gewesen wären, der 50 Millionen Tote kostete. Wie ist das aber mit den Kindern, den Alten und mit den Zootieren im Dresdener Zoo?

Selbst die Kriegsteilnehmer waren sich vielfach danach nicht nicht mehr so sicher, aber einige haben in Deutschland seit dem Kriegsende immer wieder erforscht und dargestellt, was die Kriegsursachen waren, und daß die nicht alleine auf deutscher Seite lagen. Eine hervorragende und nüchterne Untersuchung ist „1939-Der Krieg Der Viele Väter Hatte“ von Gerd Schultze-Rhonhof, der auch in Vorträgen die Zusammenhänge und Entwicklungen beschreibt, wie es nach dem furchtbaren Ersten Weltkrieg zu dem noch schlimmeren Zweiten kommen konnte.

Hätten sie das damals merken müssen? Nun ist klar, daß bei uns niemand einen Zweiten Krieg wollte, 20 Jahre nach den Ersten. Und Adolf Hitler hat in allen seinen öffentlichen Reden seinen Friedenswillen betont und den sozialen Aufbau nach dem Weimarer Elend. Hätte man merken müssen an der Wiederaufrüstung, wohin das führt?

Daß man ein Heer brauchte, war zu verstehen, nach den Umsturzversuchen von KPD und Spartakus in der Weimarer Zeit, nach der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen 1923, der des Sudetenlandes durch die Tschechen und der polnischen Angriffe auf Oberschlesien, der Verweigerung des Selbstbestimmungsrechtes für die nunmehr unter fremder Herrschaft lebenden Deutschen, wie in Pommern, – und einer demgegenüber ohnmächtigen, abgerüsteten Reichswehr von 100 000 Mann. Eigentlich sprangen damals Freikorps in die Bresche.

Damals seit 1932 gab es die Abrüstungskonferenzen in Genf, und auch Hitler hatte 33 Verzicht auf eine große Wiederbewaffnung vorgeschlagen, nach den Artikeln des Versailler Diktats, wenn die anderen Mächte abrüsten würden oder zumindest Angriffswaffen, Panzer und Bomber. Dies wird heute häufig unterschlagen.

Einige deutsche Historiker haben also nach dem Krieg der alleinigen deutschen Kriegsschuld widersprochen und damit auch, daß es eine Aufrüstung gegeben hätte nach einem Kriegsplan. Wie war nun die Einschätzung ausländischer Historiker? Zum Beispiel wurde David L. Hoggan: „Der erzwungene Krieg. Die Ursachen und Urheber des 2. Weltkriegs. 1. Aufl., Tübingen 1961“, vom Spiegel (20/1964) in einer hysterischen Weise angegriffen, daß man doch Zweifel an der objektiven Kriegsschuld bekommen muß: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46173484.html – sie werden aber in diesen Zeiten häufig politisch verleumdet, als hätte ein Historiker in erster Linie politische Ziele zu haben und nicht Forschung zu machen.

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1.)—Ausschnitte aus einem englischen Artikel 1948 von Burton Klein
Germany’s Preparation for War: A Re-examination – übersetzt
Deutschlands Kriegsvorbereitungen: eine Revision üblicher Darstellungen—

von Burton Klein

(The American Economic Review, Vol. 38, No. 1 (Mar., 1948), pp. 56-77) . (Über B.Klein und die Adresse des engl. Artikels – siehe unten am Ende des Artikels)
(Klein verwendet den Ausdruck Nazis, wie er in der alliierten Propaganda gebraucht wurde)

Als Deutschland in September 39 gegen Polen marschierte, wurde seine militärische Stärke nicht bezweifelt. Es wurde allgemein geglaubt, daß die Nazi-Regierung in den sechs Jahren alle Ressourcen des Landes auf die Vorbereitung des Krieges konzentriert hatte., daß 1.) in der Zeit vor 39 Deutschland eine Militärmaschine aufgebaut hatte von enormer Stärke, daß 2.) praktisch alle Zuwächse der Produktion vom niedrigen Stand der Depression aus in die Konstuktion eines riesigen Kriegspotentials gesteckt wurden und daß 3.) alle wirtschaftlichen Überlegungen diesem zentralen Ziel untergeordnet waren.

Selbst beim Überfliegen der offiziellen deutschen Daten, die kürzlich publiziert wurden (Gustav Stolper, Henri Lichtenberger, Jurgen Kuczynski, Maxine Sweezy…) zeigt, daß diese Annahmen zweifelhaft sind. In Mannschaftsstärke z.B., wurden eine Million Mann weniger mobilisiert als beim Ausbruch des 1.Weltkriegs. Noch war die Vorbereitung der Industrie mehr eindrucksvoll: die deutsche Flugzeugproduktion am Anfang des Krieges, 675 Stück pro Monat, war ungefähr genauso viel wie die britische. Von Panzern, der Hauptwaffe des Blitzkrieges, wurden 50 Stück monatlich produziert, was von den Briten übertroffen wurde. Ein anderer Anzeiger für die Vorbereitung waren die Vorräte. Juli 39 schätzte die Wehrmacht, daß Benzin, Diesel Eisen, Magnesium und Gummi, nur für ein paar Monate Kampf ausreichten.

Wie die nachfolgenden Ereignisse zeigten, hatten Wirtschaftsfachleute recht, daß sich Deutschland auf Krieg vorbereitete. Aber ihre Interpretation des Charakters der Nazi-ökonmischen Vorbereitung war falsch. In diesem Papier wird gezeigt, daß die Hauptannahme dieser Schreiber, daß Deutschland massive Vorbereitungen traf, sehr übertrieben war… die Produktion für Kriegszwecke war nicht annähernd so groß wie behauptet, und nicht soviel um eine deutliche Erholung des privaten Verbrauchs und Anschaffungen zu verhindern. Hier wird gezeigt, daß die Geldpolitik die Bedingungen setzte…..

Seite 57
(1.) Die Angst vor Inflation

…im Frühjehr 33 hatte sich die Wirtschaft nur wenig vom tiefsten Punkt der Depression erholt… nur 3% darüber. Die Arbeitslosigkeit war von 6 (Anfang 32) erst auf 5,5 Millionen gesunken….
Eine Anzahl von Schreibern haben das Argument gebracht, daß Preis- und Exportpolitik Nazi-Deutschlands nur erklärt werden können durch die Vorbereitung auf einen Krieg… wie aber hier gezeigt wird, war die weitverbreitete Furcht vor Inflation ein andauernder Faktor, der jedenfalls genug Grund lieferte, diese Politik zu praktizieren.
Die andere Seite der Nazi-Wirtschaftspolitik betrifft die positiven Maßnahmen, die ergriffen wurden.. im ersten 4-Jahresplan weiteten die Nazis die Ausgaben für verschiedene Maßnahmen öffentlicher Arbeiten aus, die schon von Papen und Schleicher begonnen worden waren und fügten mehr hinzu… doese waren neu in ihrer politischen Bedeutung aber wirtschaftlich nicht so verschieden von früheren Versuchen, Investment und Verbrauch anzukurbeln…
Als Hitler an die Macht kam, hatte er großes Interesse Deutschland mit Autobahnen auszurüsten und und Autos für die Massen zu produzieren. Die extrem hohen Steuern dafür, wie sie in anderen europäischen Ländern erhoben wurden, wurden gesenkt, Neue Autos konnte man von der Einkommenssteuer abziehen… Für das Ziel der Selbstversorgung wurde die Landwirtschaft begünstigt… hier wurden eher Minimumpreise anstatt Maximalpreisen festgesetzt, wie sonst in der Wirtschaft, um bäuerliche Einkommen zu verbessern.
Die Vergabe von Heiratsdarlehen war eine weitere Maßnahme, die die Nationalsozialistische Ideologie wiedergab. Das Ziel war, Haushaltsausgaben anzuregen und noch wichtiger, Beschäftigung in Haushalten zu fördern und Frauen aus dem Arbeitsmarkt zu nehmen…dies war zusammen mit Propaganda sehr erfolgreich…
Der am meisten diskutierte Aspekt der sozialen Erholung war das Ausgabenprogramm der Regierung und wie es finanziert wurde… hauptsächlich, ob große Defizite zu Inflation und finanziellem Ruin führen würden. Eine Seite argumentierte, daß strikte Kontrolle von Preisen, Löhnen und des Kapitalmarkts der Möglichkeit einer Inflation vorbeugten. Andere dachten, daß die finanzielle Anstrengung für solche Programme mehr war, als Deiutschland tragen konnte und sagten einen Wirtschaftskollaps voraus.
Tatsache ist aber, daß in den Vorkriegsjahren öffentliche Schulden nicht in großem Maße gemacht wurden. Im Vergleich zur jüngsten Kriegserfahrung in den US und GB waren die deutschen Methoden extrem konservativ… die Regierungsausgaben stiegen von 15 Milliarden RM 1933 auf 39 Milliarden 1938, mehr als 4/5 davon wurde durch Steuern eingenommen. (Im Kontrast: in den USA wurde 1932-36 die Hälfte der Regierungsaugaben durch Schulden finanziert). Der 29 Milliarden RM Anstieg desd Defizits war kein Problem, da das Volkseinkommen um 75% angestiegen war und Steuereinnahmen sich verdoppelt hatten… . es folgen Vergleichstafeln… (Hjalmar Schacht fürchtete Inflation)… die Furcht vor Inflation ist wichtig um die Nazi.Einstellung zur Wiederbewaffnung zu erklären.

Seite 62…
(2.) Die Natur der wirtschaftlichen Erholung

Die Maßnahmen, die ergriffen wurden, waren ganz erfolgreich um das Sozialprodukt und Beschäftigung zu erhöhen… es folgen Tafeln…
Das Bruttosozialprodukt stieg von 59 Milliarden RM 1933 auf 105 Milliarden RM 1938. Von 1933 bis 36 verringerte sich die Arbeitslosigkeit von 4.8 Millionen auf 1,6 und 1938 waren es weniger als 0,5 Millionen…
Die privaten Ausgaben stiegen nicht viel über die von 1928, für die Wiederbewaffnung wurde vom Anstieg der Regierungseinnahmen genommen. Ganz anders als viele Schreiber behauptet hatten. Die Daten des zivilen Verbrauchs zeigen nicht, daß die militärische Rüstung viel davon weggenommen hätte….
Die Autobahnen können nicht zu den Militärausgaben gerechnet werden, da Benzin so knapp war (und Industrie und Militär die Schiene bevorzugten). Ausgaben für Nicht-Kriegszwecke waren 1938 20% höher als 1928 in konstanten Preisen gerechnet. Ausgaben für Waffenfabriken waren erstaunlich niedrig, durchschnittlich halbsoviel wie die Ausgaben für Häuserbau….
Im Ergebnis ist es deutlich, daß kein großer Anteil vom zivilen Wirtschaftssektor für den militärischen abgezweigt wurde….

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(3.) Die Größenordnung der Kriegsvorbereitungen

Es ist nötig zu definieren, was wir meinen mit Ausgaben für Bewaffnung. Wir verwenden den Standart, wie er für die USA benutzt wird.
Die meisten Diskussionen über Deutschlands Kriegsvorbereitungen beginnen damit, daß Hitler behauptete, daß die Nazis 90 Milliarden RM ausgegeben hätten für Wiederbewaffnung. (Reichstagsrede vom 1.9.39 – Adresse siehe unten). Es ist paradox, daß diese Statistik unkritisch akzeptiert wurde, während alle anderen deutschen Daten verdächtig waren. Der Grund ist natürlich, einfach, daß allgemein geglaubt wurde, daß die Vorbereitung eines Krieges die höchste Priorität hätte in der Wirtschaft.
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Tatsächlich, nach unserer Definition, wurden 51 Milliarden in den 6 Haushaltsjahren bis 31.3.39 für Wiederbewaffnung ausgegeben und 55 Milliarden zusammen bis zum Kriegsausbruch.
Dies entspricht etwas weniger als 50% der gesamten öffentlichen Ausgaben für Güter und Dienste, und 10% des Bruttosozialprodukts in diesen 6 Jahren….
Ein deutsche Wirtschaftswissenschaftler sagte zu der Täuschung von Ausländern: „Öffentliche Sicht der Größenordnung der Aufrüstung waren sehr übertrieben. Die deutsche Regierung zu der Zeit tat nichts, die übertriebenen Ideen zu berichtigen; im Gegenteil, hielten sie es wahrscheinlich für wünschenswerte Propaganda, daß die Illusion erzeugt wurde einer kriegsmäßigen Stärke, die in Wirklichkeit in dieser Größe nicht da war.“ (aus Rolf Wagenführ: Aufstieg und Niedergang der deutschen Rüstung, Berlin März 1945, Seite 8).
Die zweite Phase der deutschen Wiederaufrüstung begann im Sommer 1936, als Hitler beschloß, in größerem Maße aufzurüsten. Unzweifelhaft wurde diese Entscheidung beeinflußt durch deutsche Geheimdienstnachrichten, die die Stärke der Russiaschen Armee auf fast eine Million angaben. Solch eine „Bolschewistische“ Übermacht wurde sehr gefürchtet, und so wurden mit dem zweiten Vierjahresplan Vorbereitungen begonnen, die deutsche Vormacht in Europa herzustellen.
Die Sprache Hitlers Memorandums an Göring zu seiner Ernennung im Oktober 1936
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als Beauftragter des zweiten Vierjahresplans, läßt keinen Zweifel an Hitlers Wunsch auf ganzer Linie Vorbereitungen zum Krieg zu treffen. Dieses Dokument beginnt mit Hitlers Feststellung, daß Krieg unausweichlich ist. Als Wichtigstes sagt Hitler, „Es wird Deutschlands Aufgabe sein, Europa gegen den Bolschewismus zu verteidigen!“ und zweitens, „Eine Endlösung des Nahrungsproblems kann nur kommen durch die Vergrößerung des Lebensraums.“ Darauf beschuldigte er Schachts Wirtschaftsminisrtterium, die Wiederbewaffnung zu sabotieren und klagte Schacht an, kein Verständnis zu haben für die Mobilisierung der Wirtschaft. Schließlich gab er Göring zwei Befehle: (1.) „Die Wehrmacht muß einsatzbereit sein in vier Jahren“ (2.) „Die deutsche Wirtschaft muß kriegsbereit sein in vier Jahren“

Hitler deutete nicht die Stärke der Wehrmacht an, oder das Ausmaß der wirtschaftlichen Anstrengung, das nötig sein würde, Deutschland auf seine „historische Aufgabe“ vorzubereiten. Noch ist meines Wissens nach, ein solcher Plan in den deutschen Archiven gefunden worden. Es ist deshalb schwierig, einzuschätzen, wie weit die Nazis ihre Ziele steckten… Aber es scheint nicht, daß der Grad der Mobilisierung irgendwie dem Beschluß des Fürers entsprach „der bedingungslosen Unterordnung aller anderen Wünsche unter die Sicherung von Deuen Kriegsausgabentschlands nationaler Existenz.

In den 3 Haushaltsjahren bis zum 31.3.39 hatte Deutschland 40 Milliarden RM für Wiederbewaffnung ausgegeben. 1938 – 39, dem letzten Friedensjahr, betrugen die Militärausgaben 16 Milliarden Mark, eine Summe, die 15% des Bruttosozialprodukts entsprach. So waren die deutschen Ausgaben für Waffen nicht viel höher als die der Alliierten vor ihrem Eintritt in den Krieg. 1939 betrug die Summe der britischen Kriegsausgaben nahezu 15% ihres Bruttosozialprodukts, kaum weniger als Deutschlands. Im Jahr 1941, dem Jahr bevor die USA in den Krieg eintraten, war deren Kriegsausgaben-Verhältnis bei ca.10% – und würde ein höheres absolutes Volumen ergeben, als das Deutschlands…—-

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(4.) Die Faktoren, welche die wirtschaftliche Mobilisierung begrenzten

(…) ist es klar, daß 1938 ein viel größerer Anteil des Nationalprodukts für Krieg hätte genutzt werden können. Ziviler Verbrauch und Investment waren, wie wir gesehen haben, auf dem Stand von 1928/29 , während die Regierung zur selben Zeit, ein riesiges Nicht-Kriegsprogramm durchführte. Deshalb erscheint es so, daß es den Deutschen möglich gewesen wäre ihre Kriegsausgaben zu verdoppeln. durch Beschneidung der zivilen Produktion um 10 oder 15%. .. Sie hätten auch ihr Nationalprodukt ausweiten können. Obwohl 1938 Vollbeschäftigung erreicht worden war und der 1929-er Stand der Produktion um 25% überschritten war in diesem Jahr, hatte Deutschland noch immer nicht seine Möglichkeiten der Steigerung ausgeschöpft. ..

Es folgt Vergleich mit USA und GB… einer der Gründe sei Schacht hätte sich geweigert mehr Geld für Rüstung herauszugeben (Reichsbank) gewesen, schreibt Burton Klein dann, er hätte sich geweigert, mehr Geld herauszugeben. für Aufrüstung, nicht aus politischen Gründen, sondern, weil es seinen konservativen Ansichten über Finanzpolitik widersprach. Er habe auch erfolgreich höhere Ausgaben verhindert: Im Haushaltsjahr 36-37 waren es nur 4 Milliarden mehr, als als im Jahr davor. Schließlich wurde er im Januar 1939 entlassen, (…..) Trotzdem blibeb die Finanzen konservativ. Im Dezember 38, nach der Sudetenland-Krise wurden die Militärausgaben zurückgefahren… für 58/39 wurden 11,5 Milliarden veranschlagt, 30% weniger als im Vorjahr… Die Diskussion der finaziellen Hindernisse läßt uns einen Einblick gewinnen in die Nazipolitik. … Es scheint, daß es Hitler weniger gelang, die verschiedenen privaten Interessen seinem zentralen Ziel unterzuordnen, den Krieg vorzubereiten, als das allgemein angenommen worden war…

Diese Überlegungen über die Finanz erklären nicht, warum Deutschland nicht in großem Umfang Kriegsvorbereitungen unternahm, schreibt B.Klein weiter. Die verschiedenen Aufzeichnungen von Treffen und Diskussionen, die die Wiederaufrüstung betrafen, zeigen, daß die Naziführer nur daran dachten die Militärausgaben um ein paar Milliarden RM zu erhöhen oder der Wehrmacht ein paar Divisionen hinzuzufügen…

Der fundamentale Grund warum keine größeren Vorbereitungen unternommen wurden, ist einfach der, schreibt Klein weiter, daß Hitlers Konzept der Kriegsführung das nicht brauchte. Dokumentarische Belege und Befragungen seiner Vertrauten zeigen, daß Hitler nicht erwartete für die Erfüllung seiner territorialen Wünsche länger dauernde Kriege gegen eine Koalition von Großmächten führen zu müssen. Statt dessen plante er, Deutschlands Lebensraumproblem zu lösen durch eine Serie kleiner Kriege. Seine Strategie, wie sie sich entwickelte, war es die innere und äußere politische Einheit eines Feindes zu untergraben, ihn einzuschüchtern mit Drohungen militärischer Zerstörung, und wenn das nicht erfolgreich wäre, mit einem Blitzkrieg eine rasche Kapitulation zu erzwingen. Alles das würde in solch kurzer Zeit geschehen, daß die Demokratien mit einem fait accompli überrascht würden, während sie noch debattierten, ob sie intervenieren sollten oder nicht…. als Beweise: … die Anordnung für den Fall Grün, Tschechei: „…es ist unbedingt wichtig in den ersten 4 Tagen eine Situation zu schaffen, die feindlichen Nationen, die bereit wären zu intervenieren, klar demonstriert, daß die militärische Situation der Tschechoslowakei hoffnungslos ist. Italien gegen Abessinien, die Besetzung des Rheinlandes,
Seite 77
…alle zeigten, daß der Prozess gegen Polen und den Balkan wiederholt werden könne und nach einer Erholung gegen die Ukraine.

Hitlers Strategie benötigte keine großen Kriegsvorbereitungen, schreibt B.Klein, nur zu einem Zeitpunkt die militärische Überlegenheit über Frankreich und England. Dafür wurden 50 bis 60 gut ausgebildete Divisionen und eine Luftwaffe von 2000 Flugzeugen als ausreichend betrachtet…

Der Grund für das fehlerhafte Verständnis der Vorkriegswirtschaft der Nazis sei in erster Linie wegen der Unfähigkeit politischer und ökonomischer Schreiber die wirtschaftliche Bedeutung der Blitzkriegsstrategie zu verstehen.

1959 schreibt Burton Klein:

über den Stand der deutschen Aufrüstung vor Kriegsbeginn „Bis zur deutschen Wiederbesetzung des Rheinlandes im Frühjahr 1936 war die Wiederbewaffnung hauptsächlich ein Mythos… Die bewaffneten Streitkräfte hatten noch nicht einmal eine wirtschaftliche Zentralverwaltung, die die verschiedenartigen Anforderungslisten auf stellen konnte… Die Vorräte an wichtigen Rohstoffen wie Kupfer, Eisenerz, Benzin, Öl und Gummi waren im August 1939 so bemessen, daß sie nur für 3-6 Kriegsmonate ausreichten… 1939 besaß die zivile Wirtschaft noch große Arbeitsreserven… Es gab keine Konzentration von Investitionen in solchen Wirtschaftsbereichen, die mit wirtschaftlicher Kriegsvorbereitung zu tun hatten… Von einem Aufrüstungsprogramm, das so umfangreich wäre, daß es eine grundlegende Wiederbelebung der zivilen Produktion verhindert hätte, kann keine Rede sein… “
……………………………………………………………………………………

————–Bemerkung zu dem Artikel von Burton Klein————-

Es ist erstaunlich, daß er 1948 durch die Sichtung der Wirtschaftsstatistiken Deutschlands und durch Befragungen usw. zu diesen Ergebnissen gelangt ist. Interessant sind seine Betrachtungen des zivilen Wiederaufbaus nach der Depression 1929-32. An Kriegsvorbereitungen war in Deutschland nicht mehr unternommen worden als in den Alliierten Staaten. Vor dem Krieg und bis 1942 gab es keine Kriegswirtschaft. Es wurde lediglich eine verteidigungsfähige, moderne Armee aufgestellt und der Nachteil durch die Beschränkungen des Versailler Diktats aufgeholt. — nachdem die Abrüstungskonferenzen von Genf gescheitert waren am Widerstand der alliierten Staaten gegen A.Hitlers Abrüstungsvorschläge…. siehe in dem weiteren Artikel… was aber B.Klein nicht erwähnt.

Er geht genauso wie der US Strategic Bombing Survey USSBS von Kriegsabsichten A.Hitlers aus, sogar zu Eroberungen, aufgrund der:

1.) Hoßbach-Niederschrift vom Sept.1937 http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0008_hos&object=translation&st=&l=de

2.) und Hitlers geheimem Memorandum an Hermann Göring anläßlich seiner Ernennung zum Bevollmächtigten des zweiten Vierjahresplanes 1936
als PDF http://www.kurt-bauer-geschichte.at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/14_Hitler-Denkschrift_Vierjahresplan.pdf
oder aus dem Heft: PDF http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1955_2.pdf

In der Hoßbach-Niederschrift, wörtlich echt oder nicht, ist von der Sowjetunion nur als entfernter Bedrohung die Rede, auch Polen wird als zu erobernder „Lebensraum“ nicht genannt. Nur der Anschluß der Ostmark, deren Parlament diesen sowieso 1919 beschlossen hatte. Die alliierten Mächte des Versailler Diktats hatten das untersagt unter Mißachtung des Slbstbestimmungsrechtes. Weiter sagt Hitler: die Tschechei wäre in einem günstigen Moment niederzuwerfen. Dazu ist in Wirklichkeit kein Krieg angezettelt worden, sondern ein Einmarsch nach deren Zerfall, auf Ersuchen ihres Premierministers. Die Tschecholowakei hatte nach 1919 genauso gegen das Selbstbestimmungsrecht das Sudetenland mit 3¹/² Millionen Volksdeutschen anektiert. Die Tschechoslowakei war Jahrhundertelang Böhmen und Mähren, vielfach von Deutschen aufgebaut und auch besiedelt, wenn nicht schon von Germanen. Siehe die Geschichte Prags zum Beispiel, und es hatte dort keinen Blitzkrieg gegeben.
Diese Ziele, Anschluß Österreichs und Böhmens, sieht er bis 1944 voraus, nur für den Fall daß Frankreich in andere Kriege verwickelt ist oder eine Revolution erlebt, früher. Die Bedrohung durch den Bolschewismus ist Nachfolgern überlassen. Das heißt ganz klar, im Nov.1937 hat Hitler keine weiteren „Lebensraum“-Ziele, auch nicht in Polen. Zu Polen siehe Gerd Schultze-Rhonhof: „1939, Der Krieg Der Viele Väter Hatte“ und www.vorkriegsgeschichte.de

Trotzdem ist Burton Kleins These und sind seine Ergebnisse eine Revision der üblichen Darstellungen der Wirtschaft in der NS-Zeit, die bis heute verbreitet werden. Er gebraucht den Begriff „Nazis, wie er in der alliierten Propaganda üblich war. Man muß diese Zeit im Zusammenhang mit der Weimarer Republik, dem Versailler Diktat und dem 1.Weltkrieg betrachten, siehe Gerd Schultze-Rhonhof.

Zum selben Ergebnis kommt die Zusammenfassung des USSBS, der 1945 die Auswirkungen und Verwüstungen des Bombenkrieges gegen die deutschen Städte dokumentieren sollte und auch die Kriegswirtschaft untersuchte (siehe als Artikel weiter unten.)

Burton Kein war angestellt beim USSBS, der dann in Bad Nauheim einquartiert war unter Leitung von John K.Galbraith. Die Creme jüngerer Wirtschaftswissenschaftler, und sie verfügten über die ausgelagerten Bestände des Statistischen Reichsamtes mit den statistischen Schnellberichten. Einen geeigneten Interpreten fand man in dem Leiter der Industrieabteilung des Instituts für Konjunkturforschung, Rolf Wagenführ (Die deutsche Industrie im Kriege 1939-45, Berlin 1955, Statistisches Handbuch von Deutschland 1928-44 München 1949).
– siehe Vierteljahreshefte des Instituts für Zeitgeschichte, Werner Abelshauser, „Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder“ Jahrgang 47, 1999, Heft 4. PDF-Datei: http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1999_4.pdf
Abelshauser verdreht aber einiges und stellt seine eigenen Wirtschaftsthesen inklusive Verdächtigungen über Kriegsabsichten auf.
Burton Klein hat zehn Jahre später 1959 ei ausführlicheres Buch über seine hier beschriebenen Thesen veröffentlicht.

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—Adresse zu dem englischen Artikel von Burton Klein – PDF: http://piketty.pse.ens.fr/files/capitalisback/CountryData/Germany/Other/Pre1950Series/RefsHistoricalGermanAccounts/Klein48.pdf
oder auch PDF unter: https://einedeutscheweise.wordpress.com/bucher-3/
—dort auch die Adressen zum USSBS summary (engl.) – oder unter http://www.anesi.com/ussbs02.htm
—Die Rede Adolf Hitlers vor dem Reichstag 1.Sept.1939 findet sich in der Liste unter 4.Wahlperiode 1939 bei http://www.reichstagsprotokolle.de/rtbiiiauf.html
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———- bitte weiterlesen bei: https://einedeutscheweise2.wordpress.com/2014/02/13/aufustung-zum-2-weltkrieg-teil2/

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Written by einedeutscheweise

24. Februar 2012 at 18:00

DDR-BRD-Vereinigung

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Zur Wiedervereinigung ein Erfahrungsbericht einer aufrechten Frau mit einiger Betrachtung der Hintergründe.
Dank an Jurij Below, der den Bericht hier veröffentlichte:
news4press.com
………………

11.08.2012
MAN KANN NUR GERECHT VERTEILEN, WAS ZUVOR GERECHT ERARBEITET WURDE

Frau Bärbel Redlhammer-Raback [58] hat einen Offenen Brief an alle zur Zeit agierenden Politiker, Bundespräsident, Bundestagspräsident, Bundesratspräsident, Bundespräsidentin, Abgeordnete des Bundestages, Mitglieder des Bundesrates und alle Verantwortungsträger der NGO Germany/Die Bundesrepublik Deutschland/Verwaltung des vereinigtes Wirtschaftsgebietes – verfaßt und zugeschickt

Jurij Below schreibt: „Ich wollte mehr davon wissen und bat sie über ihr Leben in der „DDR“ berichten und mir erklären warum sie sich politisch nicht an den linken oder sonstigen Parteien identifizieren kann, was sie über Intellektuellen denkt und wie sie Zukunft Deutschlands sieht. Mich faszinierte dabei wie ehrlich diese Frau über verschiedene tabuisierte Themen spricht

SELBST ERLEBTER ZEITZEUGE DER „DDR“

Zunächst Frau Bärbel Redlhammer-Raback erzählt über für sie wichtige Erlebnisse in 30 Jahren „DDR“:
„1960 wurde ich eingeschult und konnte außerschulisch am freiwilligen, evangelischen Religionsunterricht teilnehmen. Weil ich mit sechs Jahren äußerte, daß „ich nicht glauben will, daß Jesus über das Wasser laufen kann, da bestimmt eine Sandbank da war“, wurde ich, OBWOHL GETAUFT, VOM RELIGIONSUNTERRICHT BEREITS MIT 6 JAHREN AUSGESCHLOSSEN und sollte auch nicht wiederkommen, weil man „nur Kinder haben will, die glauben können“. Nach der Wende erfuhr ich, daß das tatsächlich die offizielle Vorgehensweise der Evangelischen Kirche dieser Zeit in der „DDR“ war. Heute hat sich die Kirche hier wieder allen Menschen geöffnet und wenn ich jetzt am 24.12. zum Gottesdienst gehe, fühle ich mich angesprochen, wenn der Pfarrer ausdrücklich alle Menschen zum gemeinsamen Gebet einlädt.

MONDGESPRÄCHE

Fortan habe ich mich als Kind mit dem Mond unterhalten, der so schön in mein Bett schien, wenn ich nicht schlafen konnte. Einmal fragte ich meinen 1 Jahr älteren Bruder, „warum der Mond ein Gesicht, aber keinen Körper und Beine hat“, da antwortete er: „Oogen hat er schon, und Beene werden noch wachsen“. Du siehst, schon immer wollte ich den Dingen auf den Grund gehen, gebe mich manchmal mit einer Wahrheit zufrieden und finde dann oft noch die verborgene Wahrheit dahinter
1972 konnte ich nicht an den olympischen Sommerspielen in München teilnehmen, weil meine Wirbelsäule „durch falsches und zuviel Training „im Arsch“ [kaputt] war. Die „DDR“ ermöglichte mir, trotzdem das Abitur mit noch 3 anderen „Kaputten“ in einer Sonderklasse an der Kinder-und Jugendsportschule Brandenburg mit der Note 2 abzuschließen [heute Eliteschule Potsdam] Während der Zeit der Prüfungen bekam ich das erste Mal „Besuch“ von der Stasi [eine Sport-Freundin, die sich zum Kaffee-Trinken einlud], war mir aber nicht klar darüber. Auf die Frage, was mir beim Abitur nicht gefiel und was mir fehlte, antwortete ich wahrheitsgemäß, „mich störte am meisten, „DASS MAN EINE GUTE NOTE NUR BEKOMMT, WENN MAN AUSWENDIG NACHPLAPPERT, WAS SIE [DIE KOMMUNISTEN] HÖREN WOLLEN UND EINE SCHLECHTE NOTE DANN, WENN MAN SEINE FREIE MEINUNG SAGT“.

„MEIN KAMPF“ UND NACHFOLGESTAAT BRD

„Außerdem haben wir, in unserer 4-Mann-Klasse, den Lehrstoff in Windeseile geschafft und uns mit vielen anderen Themen zusätzlich beschäftigen können. Mich hätte noch interessiert, WARUM HITLER DIE JUDEN VERFOLGTE und hätte schon gern IN DER SCHULE DAS BUCH „MEIN KAMPF“ LESEN WOLLEN, UM DAS ZU VERSTEHEN, WEIL DIE ERWACHSENEN DARÜBER NICHT SPRECHEN UND ES VORZIEHEN ZU SCHWEIGEN“.
1973 durfte ich als einzige aus meiner Singegruppe nicht an den X. Weltfestspielen in Berlin teilnehmen, weil ich von der Arbeit nicht freibekam. Dann habe ich eben weniger geschlafen, war heimlich in Berlin und nachts auf Arbeit. Im Ergebnis habe ich dann auch KEINEN STUDIENPLATZ ERHALTEN UND KONNTE LANGE AUCH KEINEN BERUF ERLERNEN UND AUCH NICHT STUDIEREN.

………. bitte weiterlesen bei obigem Link: news4press.com
oder hier:
http://einedeutscheweise2.wordpress.com/2012/08/13/ddr-brd-vereinigung/

Written by einedeutscheweise

24. Februar 2012 at 18:00

Veröffentlicht in Geschichte, Volkstum

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