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Wach auf wach auf du deutsches Land!

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Wach auf wach auf du deutsches Land!

Ein Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch EG 145
Der Thüringer Johann Walter (1496-1570), Hofkomponist Friedrichs des Weisen, Gründer der ersten stadtbürgerlichen Kantorei Deutschlands (1525, Torgau) und Mitarbeiter Luthers an der „Deutschen Messe“, schuf in diesem Sinne den auf einem fliegenden Blatt des Jahres 1561 erstmals schriftlich bezeugten nationalen Aufruf „Wach auf, wach auf, du deutsches Land“.
Text und Musik: Johann Walter 1496 – 1570
in: Die weiße Trommel (1934, nur erste Strophe)

Im Mittelalter war das „Reich der Deutschen“ die Vormacht des Abendlandes. Im 16. Und 17. Jahrhundert entstanden Lieder und Choräle, die sowohl der geistig-geistlichen als auch der politischen Erneuerung, des innerlich geschwächten Deutschlands dienen sollten.

1. Wach auf, wach auf, du deutsches Land!
Du hast genug geschlafen,
bedenk, was Gott an dich gewandt,
wozu er dich erschaffen.
Bedenk, was Gott dir hat gesandt
und dir vertraut sein höchstes Pfand,
drum magst du wohl aufwachen.

2. Gott hat dich, Deutschland, hoch geehrt
mit seinem Wort der Gnaden,
ein großes Licht dir auch beschert
und hat dich lassen laden
zu seinem Reich, welchs ewig ist,
dazu du denn geladen bist,
will heilen deinen Schaden.

3. Gott hat dir Christum, seinen Sohn,
die Wahrheit und das Leben,
sein liebes Evangelium
aus lauter Gnad gegeben;
denn Christus ist allein der Mann,
der für der Welt Sünd gnug getan,
kein Werk hilft sonst daneben.

4. Für solche Gnad und Güte groß
sollst du Gott billig danken,
nicht laufen aus seim Gnadenschoß,
von seinem Wort nicht wanken,
dich halten, wie sein Wort dich lehrt,
dadurch wird Gottes Reich gemehrt,
geholfen auch den Kranken.

5. Du solltest bringen gute Frucht,
so du recht gläubig wärest,
in Lieb und Treu, in Scham und Zucht,
wie du solchs selbst begehrest,
in Gottes Furcht dich halten fein
und suchen Gottes Ehr allein,
daß du niemand beschwerest.

6. Die Wahrheit wird jetzt unterdrückt,
will niemand Wahrheit hören;
die Lüge wird gar fein geschmückt,
man hilft ihr oft mit Schwören;
dadurch wird Gottes Wort veracht‘,
die Wahrheit höhnisch auch verlacht,
die Lüge tut man ehren.

7. Wach auf, Deutschland, ’s ist hohe Zeit,
du wirst sonst übereilet,
die Straf dir auf dem Halse leit,
ob sich’s gleich jetzt verweilet.
Fürwahr, die Axt ist angesetzt
und auch zum Hieb sehr scharf gewetzt,
was gilt’s, ob sie dein fehlet.

8. Gott warnet täglich für und für,
das zeugen seine Zeichen,
denn Gottes Straf ist vor der Tür;
Deutschland, laß dich erweichen,
tu rechte Buße in der Zeit,
weil Gott dir noch sein Gnad anbeut
und tut sein Hand dir reichen.

9. Das helfe Gott uns allen gleich,
daß wir von Sünden lassen,
und führe uns zu seinem Reich,
daß wir das Unrecht hassen.
Herr Jesu Christe, hilf uns nu‘
und gib uns deinen Geist dazu,
daß wir dein Warnung fassen.
……………………….

glaubensstimme.de
Volksliederarchiv
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Kein KultiMulti ! Kein Kommunismus !
——-x——————–x————

Von
deutscheslied.com

folgende Zitate, danke auch vielmals:

Das deutsche Volkslied, der treuste Spiegel deutschen Seelenlebens, deutscher Bildung und Gesittung, war vor der Zeit der Kunstpoesie die alleinige Poesie und das schönste Gemeingut der Deutschen, war in den Zeiten der Not und Zerrissenheit die reichste Quelle des Trostes und der Hoffnung, und in den Tagen einmütiger Erhebung Deutschlands bewies es seine ermutigende und begeisternde Allgewalt. Es war und ist und bleibt unsere schönster Nationalschatz, unser Hort – das deutsche Lied.
Franz Magnus Böhme (1827-1898)

Es ist wohl das erstemal, daß ich dem, was von mir ausgeht, mit Zärtlichkeit nachsehe. Es ist eine Sammlung deutscher Volkslieder mit Klavier.
Johannes Brahms (1833-1897)

Volkslieder
Sie singen von Lenz und Liebe, von sel’ger, goldner Zeit,
Von Freiheit, Männerwürde, von Treu und Heiligkeit;
Sie singen von allem Süßen, was Menschheitsbrust durchbebt,
Sie singen von allem Hohen, was Menschenherz erhebt.
Ludwig Uhland

Neulich als ich bei einer namhaften amerikanischen fast-food-Kette (…), wiedermal Archivarbeit per laptop machte, kam ein ’song‘ über die Musikanlage der sich um ’suicide‘ (Selbstmord) drehte. Solches und Ähnliches serviert die Popkultur in Liedern, Filmen und Computerspielen rund um die Uhr. Die Folgen sind bekannt aber keine Wende ist voraussehbar denn damit werden Unsummen verdient und die Jugend, und damit unsere Gesellschaft, verdirbt.
Melodie ist bekanntlich seit langem aus den allermeisten Popliedern verschwunden. Nur noch primitiver Rhythmus, der sich nicht im geringsten vom Preßlufthammerlärm unterscheidet, nebst Gejaule und Geschrei in den höchsten Tonlagen. Die Spaßgesellschaft hat heute eindeutig gesiegt. Vorwärts – nicht nur in den musikalischen Abgrund!
Und da sitze ich nun versunken in eine andere Welt inmitten dieses Popmusikmülls in der Hochburg der Wegwerfkultur, umgeben von Übergewichtlern die ihre ‚burgers’ reihenweise verschlingen, und den Abfall auf Tischen und sonstwo liegenlassen.
Im Kopfhörer, der den Audiomüll bestens ausblendet, erklingen zünftige oder klassische Klänge – wobei ich mich immer beherrschen muß nicht laut mitzusingen – und die Augen und das Hirn auf musikalischer Großfahrt in alten Liederbüchern! Schön ist’s. Ich genieße die Ironie vollends!
Hubertus Schendel, Juli 2007, Kanada

Wie zu einem erfrischenden Waldquell kehrt der Deutsche immer wieder gern zum Volkslied zurück und erfreut sich trotz der fortgeschrittenen Weltanschauung an solcher Naturquelle, wenn er das hastige, herzlose Alltagstreiben und die Überkunst einmal gründlich satt hat.
Franz Magnus Böhme in ‚Deutscher Liederhort‘

Viele Volksweisen sind wahre Perlen der Tonkunst. Soll doch Beethoven einmal erklärt haben, er gebe seinen ganzen Komponistenruhm um die Erfindung der Volksweise ‚Innsbruck, ich muß dich lassen‘ (Nun ruhen alle Wälder)! Und wahrlich, auch unsere heutigen Tonmeister könnten manchmal mit Nutzen bei dem Volksliede in die Lehre gehn.
Dr. J.W. Bruinier in ‚Das deutsche Volkslied‘. Leipzig, B.G. Teubner, 1914

„Höre fleißig auf alle Volkslieder; sie sind eine Fundgrube der schönsten Melodien und öffnen dir den Blick in den Charakter der verschiedenen Nationen.“
Robert Schumann

Wort und Ton des Volksliedes singen und sagen von guter, echter deutscher Art, von Freiheit und Kraft, von Wahrheit und Recht, von Liebe und Treue. Das alles scheint verloren. Allein es hieße dies alles auch verloren geben, wollte man nicht die Erinnerung daran als Hoffnung und Ansporn halten und pflegen.
Hubertus Schendel, in ‚Zur Pflege des Volksliedes und Volksgesanges.‘ 1920

Es muß etwas in diesen Liedern stecken, was ihnen Stärke gibt, dem Zahn der Zeit zu trotzen, der so schnell an unseren schönsten Opernarien nagt.
Eiwert, A., Ungedr. Rest alten Gesanges, Gießen, 1784

Hubertus Schendel in Canada hat ein großes Musikarchiv.
Und noch folgende Bilder zu „Wach auf du deutsches Land“ – um den Eindruck zu zerstreuen, in „jener“ Zeit sei nichts Christliches erlaubt gewesen oder nicht gesungen worden; es wurden aber manchmal nicht alle Strophen gedruckt. In folgenden Büchern war das Lied auch (unter vielen anderen vor und nach dem Krieg, siehe die Liste von H. Schendel Liste ):

Mädels
Klingendes Leben, Teil 3 – Singebuch für Mädchen, 1941 A81d Seite 16 TextNoten, Satz, 3 stimmig, 3 Strophen, Tonart:F
…………..
HJHJ
Liederblatt der Hitlerjugend 4. Jahresband 1938 (56-76) G SV85 Seite 5 Geistlich, SoldVaterl, TextNoten
…………..
WehrmachtWehrmacht
heinz tiessen, 1940 Chorliederbuch für die Wehrmacht, 1940 SV150 Seite 110 Geistlich, SoldVaterl, TextNoten, Satz, 4-stimmig

Das Volkslied lebt zu allen Zeiten und in allen Landen, so lange Musik erklingt und Menschen singen. In ihm spiegelt sich der Charakter von Völkern und Volksschichten, der Wechsel von Jahres- und Tageszeiten, der Wandel des Lebens von der Jugend bis ins Alter.
Im Volkslied sind Wort und Weise eng miteinander verbunden. Bei der Weitergabe von Mund zu Mund werden bisweilen Text und Melodie verändert. Manche Lieder erscheinen in den verschiedensten Fassungen, ein Beweis dafür, wie sehr sie dem Volke eigen sind.
Viele deutsche Volkslieder wurden im Laufe der Jahrhunderte aufgezeichnet. Wie die Kultur allgemein, so wandelte sich auch der dichterische und musikalische Ausdruck. Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen dem älteren und jüngeren Volsklied, wie auch zwischen der älteren und jüngeren Malerei.
Aus der Zeit um 1450 stammt die wertvolle Liederhandschrift ‚Das Lochamer Gesangbuch’. In ihm sind so herrliche Weisen zu finden wie ‚All mein Gedanken’ und ‚Ich fahr dahin’. Besonders viele Lieder sind aus dem 16. Jahrhundert überliefert. Es ist die Blütezeit des alten deutschen Volksliedes, die Zeit, in der Hans Sachs lebte (‚Der Maie, der bringt uns Blümlein viel’). Zu den schönsten Liedern gehören ferner ‚Es sungen drei Engel’, ‚Innsbruck, ich muß dich lassen’, ‚Ach Elslein, liebes Elselein’, und ‚Die beste Zeit im Jahr ist mein’.
Der Dreißigjährige Krieg hat viel vernichtet, und die Überlieferungen werden in der Folgezeit spärlicher. Der Liedermund des Volkes ist aber nie verstummt. So konnte der Dichter Johann Gottfried Herder in der zweiten Hälfe des 18. Jahrhunderts viele Volkslieder aufzeichnen und der Nachwelt erhalten. Auch andere Dichter, wie Goethe, Uhland und Hoffmann von Fallersleben, haben auf die Schönheit des Volksliedes hingewiesen.
Einige ihrer eigenen Gedichte wurden in Vedbindung mit Melodien so bekannt und beliebt, daß sie wie Volkslieder weiterleben., z.B. ‚Sah ein Knab ein Röslein stehn’, Es gingen drei Jäger wohl auf die Pirsch’, und ‚Alle Vögel sind schon da’.

Eine Wiederbelebung namentlich des älteren Volksliedes und des Volkstanzes erfolgte durch die Jugendgewegung zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Jugend zog, die Laute umgehängt, hinaus in die freie Natur und sang und spielte Weisen, die allgemein längst vergessen waren. Man sammelte sie in einem Liederbuch, dem ‚Zupfgeigenhansel’. Volkstänze, wie unsere Großeltern und Urgroßeltern sie tanzten, kamen auf grünem Anger wieder zu Ehren. Viele Komponisten der Gegenwart, z.B. Paul Hindemith, Paul Höffer, Armin Knab, haben den Jugend mit Liedsätzen und Spielmusik nach Volksliedern reiches Musiziergut geschenkt.

Aus dem Liederbuch ‚Singt und spielt’ Velhagen & Klasing, 1966, ohne Autorenangabe

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4. März 2012 at 01:29

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Dresden Februar 45

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Die Bombardierung Dresdens
Ein Augenzeugenbericht

Seit die Hintergründe über den kombinierten Angriff der USAF (United States Air Force) und RAF (Royal Air Force) auf Dresden bekannt geworden sind, den meisten durch den Roman „Slaughterhouse Five“ („Schlachthof Fünf“) von Kurt Vonnegut, gab es schon große Streitereien, warum dieser entsetzliche Angriff als unvermeidlich betrachtet wurde.

Die Stadt hatte keine nennenswerten militärischen Ziele und es war bekannt, dass sie mit zivilen Flüchtlingen aus dem Osten gefüllt war. Hier ist ein Augenzeugenbericht von Lothar, welcher als Neunjähriger überlebte.


Lothar und seine Schwester

Es war der 13. Februar 1945. Ich lebte mit meiner Mutter und Geschwistern (13; 5 und 5 Monate alte Zwillinge) in Dresden und freute mich meinen 10. Geburtstag am 16. Februar zu feiern. Mein Vater, ein Zimmermann, war seit 1939 Soldat und wir bekamen seinen letzten Brief im August 1944. Meine Mutter war sehr traurig, als ihre Briefe zurückkamen mit der Aufschrift: „Nicht auffindbar“. Wir lebten in einer Drei-Zimmer- Wohnung im vierten Stock in einer Arbeitergegend in unserer Stadt. Ich erinnere mich daran, wie ich den Faschingsdienstag (13. Februar) zusammen mit anderen Kindern gefeiert habe. Die Kriegsaktivitäten im Osten kamen näher und näher. Viele Soldaten gingen nach Osten und viele Flüchtlinge gingen nach Westen durch unsere Stadt oder blieben hier, auch während des Luftangriffs in der Nacht vom 13./14. Februar.

Um 21.30 Uhr wurde Alarm gegeben. Wir Kinder kannten diesen Ton, wir standen auf und zogen uns schnell an, um eiligst in den Keller hinunterzukommen, welchen wir als Luftschutzbunker nutzten. Meine ältere Schwester und ich nahmen die kleinen Zwillingsschwestern, meine Mutter nahm einen kleinen Koffer und die Flaschen mit Milch für die Babys. Im Radio hörten wir voller Schrecken die Meldung: „Achtung, ein großer Luftangriff kommt über unsere Stadt!“ Diese Nachricht werde ich niemals vergessen.

Einige Minuten später hörten wir einen schrecklichen Lärm – die Bomber. Dann kamen pausenlos Explosionen. Unser Keller war gefüllt mit Feuer und Rauch und wurde beschädigt, die Lichter gingen aus und verwundete Menschen schrieen schmerzerfüllt. Voller Angst mühten wir uns den Keller zu verlassen. Meine Mutter und meine ältere Schwester nahmen den großen Korb, in welchem die Zwillinge lagen. Mit einer Hand packte ich meine jüngere Schwester und mit der anderen fasste ich den Mantel meiner Mutter.

Wir erkannten unsere Straße nicht mehr wieder. Feuer, nur Feuer, wo auch immer wir hinsahen. Unser 4. Stock existierte nicht mehr. Die zerstörten Überreste unseres Hauses brannten. Auf den Straßen waren brennende Autos und Karren mit Flüchtlingen, Menschen, Pferden, jeder von ihnen schrie und rief in Todesangst. Ich sah verletzte Frauen, Kinder, alte Leute einen Weg durch Ruinen und Flammen suchend.

Wir flohen in einen anderen Keller, einen überfüllten mit Verletzten und besorgten Männern, Frauen und Kindern, sie schauten, schrieen und beteten. Kein Licht, ausgenommen einige elektrische Taschenlampen. Und dann plötzlich begann der zweite Angriff. Dieser Keller wurde ebenfalls getroffen und so flohen wir von Keller zu Keller. Viele, so viele verzweifelte Menschen kamen von den Straßen herein. Es zu beschreiben wäre unmöglich! Explosion um Explosion. Es war jenseits aller Vorstellungskraft, schlimmer als der furchtbarste Albtraum. So viele Menschen waren schrecklich verbrannt oder verletzt. Es wurde immer schwieriger zu atmen. Es war dunkel und jeder von uns versuchte den Keller in unfassbarer Panik zu verlassen. Tote und sterbende Menschen wurden zertrampelt, Gepäck blieb liegen oder wurde von Helfern aus den Händen gerissen. Den Korb mit unseren Zwillingen, welche mit nasser Kleidung bedeckt waren, riss man meiner Mutter aus den Händen und wir wurden von den Leuten hinter uns die Treppen hinauf gestoßen. Wir sahen die brennende Straße, die einstürzenden Ruinen und den schrecklichen Feuersturm. Meine Mutter bedeckte uns mit nassen Decken und Mänteln, die sie in einem Wasserbottich fand.

Wir sahen furchtbare Dinge: verbrannte Erwachsene geschrumpft auf die Größe eines Kleinkinds, Teile von Armen und Beinen, tote Menschen, ganze zu Tode verbrannte Familien, brennende Menschen, die hin- und herrannten, brennende Wagen, gefüllt mit zivilen Flüchtlingen, tote Helfer und Soldaten, viele riefen und suchten nach ihren Kindern und Familien, und Feuer überall, überall Feuer, und die ganze Zeit dieser heiße Wind des Feuersturms, welcher die Menschen zurück in die brennenden Häuser trieb, aus welchen sie zu entkommen versuchten.

Ich kann diese schrecklichen Details nicht vergessen. Ich kann sie niemals vergessen.

Jetzt besaß meine Mutter nur noch eine kleine Tasche mit unseren Personalausweisen. Der Korb mit den Zwillingen war verschwunden und kurz darauf verschwand meine ältere Schwester ebenfalls. Obwohl meine Mutter unmittelbar nach ihr suchte, war es vergebens. Die letzten Stunden dieser Nacht fanden wir einen Bunker im Keller eines nahen Krankenhauses, umgeben von schreienden und sterbenden Menschen. Am nächsten Morgen suchten wir nach meiner Schwester und den Zwillingen, doch ohne Erfolg. Das Haus, wo wir lebten, war eine einzige brennende Ruine. Das Haus, in dem wir unsere Zwillinge zurückgelassen hatten, konnten wir nicht betreten. Soldaten sagten, jeder sei zu Tode verbrannt und wir sahen meine zwei kleinen Geschwister niemals wieder.

Total erschöpft, mit verbranntem Haar, bösen Verbrennungen und verwundet durch das Feuer liefen wir zur Loschwitz -Brücke, wo wir gute Menschen fanden, welche uns erlaubten uns zu waschen, zu essen und zu schlafen. Jedoch nur für kurze Zeit, denn plötzlich begann der zweite Luft-Angriff (14. Februar) und dieses Haus wurde ebenfalls zerbombt und die letzten Ausweispapiere meiner Mutter verbrannten. Völlig erschöpft eilten wir über die Brücke (die Elbe) mit vielen anderen heimatlosen Überlebenden und fanden eine andere Familie, die bereit war uns zu helfen, weil ihr Heim diesen Horror irgendwie überstanden hatte.

Während dieser ganzen Tragödie hatte ich meinen 10. Geburtstag komplett vergessen. Aber am nächsten Tag überraschte mich meine Mutter mit einem Stück Wurst, welches sie vom „Roten Kreuz“ erbettelte. Das war mein Geburtstagsgeschenk.Dresden – the burnt city

Die nächsten Tage und Wochen suchten wir nach meiner älteren Schwester, doch ohne Erfolg. Wir schrieben unsere derzeitige Adresse an die übriggebliebenen Wände unseres zerstörten Hauses. Mitte März wurden wir evakuiert in ein kleines Dorf nähe Oschatz und am 31. März bekamen wir einen Brief von meiner Schwester. Sie war am Leben! Sie hatte uns in dieser verheerenden Nacht verloren und mit anderen verlorenen Kindern wurde sie in ein nahe gelegenes Dorf gebracht. Später fand sie unsere Adresse an der Wand unseres Hauses und Anfang April brachte sie unsere Mutter in unser neues Zuhause.

Sie können sicher sein, dass die schrecklichen Erfahrungen dieser Nacht in Dresden zu verwirrenden Träumen, schlaflosen Nächten führten und unsere Seelen zutiefst aufwühlten, bei mir und dem Rest meiner Familie. Jahre später dachte ich intensiv über die Gründe, die politischen Zusammenhänge dieser Nacht nach. Dies wurde sehr wichtig für mein späteres Leben und meine zukünftigen Entscheidungen.

Lothar Metzger Berlin, Mai 1999

deutsch, englisch, französisch von
Übersetzung: Christian Schelinski
Betreuung: Dietmar Rössler
Ickstatt – Realschule Ingolstadt

http://timewitnesses.org/german/~lothar.html
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Jörg Friedrich, „Der Brand“, hat die Strategie beschrieben des „moral bombing“, um die Moral zu zerstören, was praktisch Terror gegen Zivil ist, und hat gesagt, daß dieses Ziel der britischen Führung nicht erreicht wurde. z.B. die Produktion in den Fabriken stieg immer weiter und war 1944 am höchsten im Kriege.

Die Moral der Deutschen, in der Heimat und im Feld, ihr Geist war nicht zu schlagen.
Deshalb auch die ganzen Falschdarstellungen über die im Großen und Ganzen ritterliche Wehrmacht … Kriegspropaganda nach dem Krieg, als dieser mit anderen Mitteln fortgesetzt wurde – oder wie ist es zu erklären, daß diese und andere Untaten der Alliierten nie vor einen Richter kamen?
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14.Februar 2011
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Heute wird offiziell über Zahlen geredet, als ginge es um Geld, 25000, 35000 Tote – falsche Zahlen offenbar – eine Schande – (auf weitere Artikel am Schluß hier hingewiesen)

„Wenn Deutschland in den nächsten 50 Jahren wieder Handel zu treiben beginnt, ist dieser Krieg umsonst geführt worden“

Die London TIMES, 1919

Dresden – 13. Februar – Bilder einer Augenzeugin
gt-worldwide.com
14. Februar 1945: Royal Air Force ermordet Flüchtlinge
Kommentar von Peter Haisenko
http://www.gt-worldwide.com/dresden_13februar_harris_bomber.html
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Hochgeladen von AntoinedeLuna am 18.11.2010

“ Un homme arrive au paradis. Il demande à un ange, à son ange, de lui montrer le chemin qu’ont dessiné ses pas sur terre, par curiosité.

Par enfantin désir de voir et de savoir.

Rien de plus simple, dit l’ange.

L’homme contemple la trace de ses pas sur cette terre, depuis son enfance jusqu’à son dernier souffle.

Quelque chose l’étonne parfois, il n’y a plus de traces.

Parfois, le chemin s’interrompt et ne reprend que bien plus loin.

L’ange dit alors parfois votre vie était trop lourde pour que vous puissiez la porter. je vous prenais donc dans mes bras, jusqu’au jour suivant où la joie vous revenait, et alors vous repreniez votre chemin.“

Christian Bobin, “ La vie passante “ (Fata Morgana,1990)
Montage Musique/Diaporama : Fabien Labonne

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Hochgeladen von aquaria85 am 12.02.2009

Rudolf Mauersberger (1889-1971)
Wie liegt die Stadt so wüst (Karsamstag 1945)
Trauermotette aus dem Chorzyklus „Dresden
Text Klagelieder Jeremiae (Bibelstellen Klagelieder 1,1.4.9.13; 2,15; 5,17.20-21)
RMWV 4 no. 1.
Uraufführung: 4. August 1945
Aufnahme: Lukaskirche Dresden Jan./Febr. 1992
Dresdner Kreuzchor, Gothart Stier

Mauersberger verarbeitete in dieser Motette seine Eindrücke von der Zerstörung Dresdens vom 13.-15. Februar 1945. Zwei Monate vor Kriegsende wurde die Stadt innerhalb kürzester Zeit schwer zerstört. Die Altstadt brannte fast vollständig nieder. Neben der Frauenkirche wurden auch die Semperoper, der Zwinger, die Kathedrale sowie 80 % der Wohnhäuser zerstört oder beschädigt. Zwischen 25.000 und 40.000 Menschen kamen ums Leben (die Zahlen sind deshalb so ungenau, da sich zu dieser Zeit ca. 200.000 Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten in Dresden aufhielten).
Auch die Kreuzkirche und die Kreuzschule werden zerstört und elf Chormitglieder kamen ums Leben. Mauersberger wagte trotzdem den Neuanfang für den Kreuzchor. Im August 1945 nahm der Chor seine Arbeit wieder auf, war zunächst jedoch für einige Jahre in Kellerräumen eines Dresdner Vorortes untergebracht. Im August wurde auch die Motette in den Ruinen der Kreuzkirche uraufgeführt.

How lonely sits the city (Holy Saturday 1945)
Funeral Motet from choral cycle „Dresden
Words Lamentations of Jeremia (scripture Lamentations 1, 1.4.9.13; 2, 15; 5, 17.20-21)
RMWV 4 no. 1.
World premiere: 4th of August 1945
Recording: St Lukas Church Dresden Jan./Febr. 1992
Holy Cross Choir Dresden, Gothart Stier

Mauersberger wrote this Motet from the impressions of the Destruction of Dresden in February 1945. Two month before the war was over the city was badly destroyed within a few days. The city centre burned down almost totally. Besides the Church of Our Lady also the Semper Opera, the Zwinger, the Cathedral and 80% of the dwellings were destroyed or damaged. Between 25 000 and 40 000 people died (they dont know the accurate amount because there were about 200 000 refugees from the former east parts of Germany in town).
Also the Church and the school of the Holy Cross Choir were destroyed and eleven choir boys died. But Mauersberger re-establish the choir just after the end of the war. In August 1945 they started singing again and lived in cellars at the outskirts of Dresden for some years. In August also the world-premiere of the motet was sung in the ruins of the Holy Cross Church.

Wie liegt die Stadt so wüst,
die voll Volks war.
Alle ihre Tore stehen öde.
Wie liegen die Steine des Heiligtums vorn
auf allen Gassen zerstreut.
Er hat ein Feuer aus der Höhe
in meine Gebeine gesandt
und es lassen walten.

Ist das die Stadt, von der man sagt,
sie sei die allerschönste,
der sich das ganze Land freuet.
Sie hätte nicht gedacht, dass es ihr zuletzt so gehen würde;
sie ist ja zu gräulich heruntergestoßen
und hat dazu niemand, der sie tröstet.
Darum ist unser Herz betrübt
und unsre Augen sind finster geworden.

Warum willst du unser so gar vergessen
und uns lebenslang so gar verlassen!
Bringe uns, Herr, wieder zu dir,
dass wir wieder heim kommen!
Erneue unsere Tage wie vor alters.
Herr, siehe an mein Elend,
ach Herr, siehe an mein Elend!
Siehe an mein Elend!

(Translation)
How lonely sits the city
that was full of people!
All her gateways are desolate
The holy stones lie scattered
at the head of every street.
From on high he sent fire,
into my bones he made it descend.

Is this the city that was called
the perfection of beauty,
the joy of all the earth?
She took no thought of her future;
therefore her fall is terrible;
she has no comforter.
For this our heart has become sick,
for these things our eyes have grown dim.

Why do you forget us forever,
why do you forsake us for so many days?
Restore us to yourself, o Lord, that we may be restored!
Renew our days as of old.
Lord, behold my affliction,
O Lord, behold my affliction,
behold my affliction.

Alle verwendeten Bilder sind vom Februar 1945 und den folgenden Jahren. Gezeigt werden die Blicke von verschiedenen Türmen der Stadt über zerstörte Stadtteile, die zerstörte Frauenkirche, der beschädigte Zwinger, die ausgebrannte Kreuzkirche sowie die Leichenverbrennungen der Opfer der Bombadierungen vom Februar 1945 auf dem Altmarkt.

All used pictures are from February 1945 and the following years. They show views from different towers in the city over destroyed district, the destroyed Church of Our Lady, the damaged Zwinger, the burned out Holy Cross Church and the cremation of the bombing victims at the Old Market in February 1945.
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in der Welt gibt es auch Stimmen dazu

George Fowler – Holocaust in Dresden
Artikel aus The Barnes Review, Feb. 1995, S. 3-13. deutsche Übersetzung und auch auf englisch
http://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/artikel/dresden-d.html

Dresden 13./14.Februar 1945
Genozid an 400.000 Deutschen, Dr.Nordbruch
http:nordbruch.org

Written by einedeutscheweise

15. Februar 2011 at 04:19

Es kommt ein Schiff geladen

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Cantamus Gießen: Es kommt ein Schiff geladen (Chorsatz Max Reger)

(Wenn der Film auf youtube.com nicht mehr da ist, dort bitte den Titel in die Suchleiste hineinschreiben um einen anderen Chor zu finden)
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Es kommt ein Schiff, geladen
Bis an sein‘ höchsten Bord,
Trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
Des Vaters ewig’s Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
Es trägt ein teure Last;
Das Segel ist die Liebe,
Der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft‘ auf Erden,
Da ist das Schiff am Land.
Das Wort tut Fleisch uns werden,
Der Sohn ist uns gesandt.

Zu Bethlehem geboren
Im Stall ein Kindelein,
Gibt sich für uns verloren;
Gelobet muß es sein.

Und wer dies Kind mit Freuden
Umfangen, küssen will,
Muß vorher mit ihm leiden
Groß Pein und Marter viel,

Danach mit ihm auch sterben
Und geistlich aufersteh’n,
Ewig’s Leben zu erben,
Wie an ihm ist gescheh’n.

Text: Daniel Sudermann um 1626 – (1550-1631) nach einem Marienlied aus Straßburg 15. Jahrhundert
Melodie: Köln 1608
http://www.volksliedsammlung.de/es-kommt.html
Das Lied „Es kommt ein Schiff geladen“ gehört zu den bekanntesten Advents- und Weihnachtsliedern. Zugleich ist es auch eines der ältesten: In der Vergangenheit wurde es dem mittelalterlichen Mystiker Johannes Tauler (1300–1361) zugeschrieben. Überlieferungsgeschichtlich lässt es sich jedoch nur bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurückverfolgen. Inhaltlich zentral ist die Schiffsmetaphorik, die sich auf Maria und die Menschwerdung Christi bezieht. In der Frühen Neuzeit wurde das Lied sowohl von katholischer als auch von evangelischer Seite rezipiert.

I. Drei spätmittelalterliche Handschriften aus Frauenklöstern legen nahe, dass das Lied im 15. Jahrhundert entstanden ist, vermutlich im Elsass (Edition A). Die Zuschreibung an den Straßburger Dominikaner Johannes Tauler besteht wohl nicht zu Recht, auch wenn sich theologisch Übereinstimmungen zwischen dem Werk Taulers und dem Lied ausmachen lassen. Nach den drei ältesten Quellen zu urteilen, war das Lied im Spätmittelalter im niederländischen, elsässischen und schwäbischen (vgl. Edition B) Kulturraum verbreitet.

II. Die Schiffsmetaphorik des Liedes meint zunächst Maria, die in der christlichen Tradition als „navis gaudiorum“ (Schiff der Freuden) und „foederis arca“ (Arche des Bundes) gefeiert wurde. Der Text stellt Maria in ihrer Rolle als Gottesgebärerin heraus: Sie bringt Christus – gleichsam wie ein Schiff – in die Welt.

III. In der Frühen Neuzeit wurde das Lied sowohl von Katholiken als auch von Protestanten aufgegriffen. Für die katholische Rezeption ist das Andernacher Gesangbuch aus dem Jahr 1608 anzuführen (Edition C), für die protestantische die 1626 gedruckte Bearbeitung durch Daniel Sudermann (Edition D). Entsprechend den dogmatischen Vorgaben seiner Konfession bietet letzterer eine christologische Zentrierung des alten Gesanges; die mariologischen Motive wurden zurückgedrängt. Ungeachtet der hohen poetischen Qualität des Liedes entsprach der Text aber offensichtlich nicht mehr den ästhetischen und spirituellen Bedürfnissen des Barock: Aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind – außer den beiden genannten Drucken von 1608 und 1626 – überhaupt keine Liedbelege überliefert.

IV. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Lied „Es kommt ein Schiff geladen“ wiederentdeckt und vielfach publiziert. Im 20. Jahrhundert popularisierten und kanonisierten es Hymnologen durch gezielte Veröffentlichungen in Kirchengesangbüchern (Edition E). Dabei setzte sich auch im katholischen Bereich (Einheitsgesangbuch „Gotteslob“ aus dem Jahr 1975) die ursprünglich evangelische Sudermann-Fassung durch, allerdings ergänzt durch eine Marien-Strophe.

MICHAEL FISCHER
(Mai 2005) http://www.liederlexikon.de/lieder/es_kommt_ein_schiff_geladen/
der Text des Marienliedes:

Es kommt ein Schiff geladen Es kommt ein Schiff geladen ganz bis zum höchsten Bord, es bringt uns den Sohn des Vaters, das ewig wahre Wort. Auf einem stillen Wasser kommt uns das kleine Schiff, es bringt uns reiche Gabe, die heilige Königin. Maria, du edle Rose, aller Gnaden Reis, du schöne Zeitlose, mach uns von Sünden frei. Das kleine Schiff geht stille und bringt uns reiche Fracht, das Segel ist die Liebe, der Heilige Geist der Mast.

Dieser Text stammt aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon
von der Webseite www.heiligenlexikon.de/Literatur/Johannes_Tauler_Es_kommt_ein_Schiff.html

Written by einedeutscheweise

23. Dezember 2010 at 19:40

Hohe Tannen, Volkslied

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Das Volkslied hier mit Rübezahl – Strophe
mit Aufnahmen von Gemälden
gesungen von Ella Deppe & Manfred Schneider

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13. Dezember 2010 at 03:01

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ein Lied: Opa,ich vermisse dich

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Für alle deutschen und kroatischen Soldaten und Grossväter, die Ihr Leben für ihr Heimatland gaben, ein Lied von Sleipnir

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5. November 2010 at 05:18

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Schubart, Deutsche Freiheit

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Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)

Deutsche Freiheit

[215] Da lüpfe mir, heilige Freiheit,
Die klirrende Fessel am Arme,
Daß ich stürm‘ in die Saite,
Und singe dein Lob.

Aber, wo find‘ ich dich, heilige Freiheit,
O du, des Himmels Erstgeborne? –
Könnte Geschrei dich wecken, so schrie ich,
Daß die Sterne wankten.

[216] Daß die Erd‘ unter mir dröhnte,
Daß gespaltene Felsen
Vor dein Heiligthum rollten
Und seine Pforte sprengten.

Konnten Thränen dich rühren;
Ach, du kämst zum Fesselbeladenen,
Dem schon neun schreckliche Jahre
Zährenfeu’r die Wange sengt.

Aber hier bist du nicht, wo Gallioten,
Wie Vieh an Karren gespannt,
Mit Ketten vorüberrasseln; –
Hier, Göttin, bist du nicht,

Wo die starre Verzweiflung
Am Eisengitter schwindelt;
Wo des Langgefangnen Flüche
Fürchterlich im Felsenbauche hallen.

Aber, wo bist du?
Gottes Vertraute, wo bist du?
Ach, daß du mir lüpftest die Fessel;
So säng‘ ich, Göttin, dein Lob.

Doch weinend, wie der Siechling singt,
Von der Gesundheit goldnen Gabe,
Wie der einsame Mann von der fernen Geliebten
So sing‘ ich, Göttin, dein Lob.

Hast du verlassen Germania’s Hain,
Wo du unter dem Schilde des Monds
Auf Knochen erschlagener Römer
Deinen Thron erthürmtest?

Wo du mit deinem aufgesäugten Sohne
Hermann Winfelds Schlacht schlugst,
Und die Aeser der Freiheitshasser
Den Wölfen vorwarfst zum Fraße?

[217] Laut auf muß ich weinen,
Denn ach, du weiltest in Deutschlands Hainen
Der seligen Jahre
Nur wenige.

Dich scheuchte ein scheußliches Ungeheu’r,
Schreckbarer, als des Nilus Thier,
Wenn es mit gestorbnen Fischen
Und faulenden Krebsen in den Schuppen

Ans Ufer springt und die Lüfte verpestet.
Ja so ein Ungeheuer
Entwand sich dem Nebelschlunde der Hölle,
Und entweihte Germania’s Hain.

Zwei Drachenhäupter hatte das Unthier;
Eine Krone von Gold, und eine Mütze von Sammet
Schmückten die Köpfe
Der Gräu’lgestalt.

In Lachen von Blut und versprütztem Marke
Wälzte das Unthier sich,
Wie Mizraims Scheusal
Im Schlamme Nilus sich wälzt.

In dichtere Eichenschatten
Entflohen die Söhne Teuts,
Und ihre brüllende Klage
Scheuchte das Wild.

An den Eichenast hing die Telyn der Barde,
Lehnte sich an den Moosstamm und starb.
Da hauchte sein Geist in die Telyn,
Und sie schütterte Sterbgewinsel.

In finstern Pagoden thronte die Dummheit,
Der Gewaltthat erste Vertraute,
Lehrte Unsinn vor der gaffenden Menge,
Und an der Fessel dorrte des Weisen Arm.

[218] Heilige Freiheit, verzeih es dem kühneren Frager:
Ist sie bald verströmt, die schreckliche Wolkennacht?
Vollendet Joseph im Harnisch,
Was Luther begann in der Kutte?

Ha, vielleicht ist sie da, göttliche Freiheit,
Die heilige Stunde deiner neuen Erscheinung!
Schon donnert in Thuiskons Hainen
Dein Feldgeschrei: Der Deutschen Bund!

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DIE FORELLE
von dem Lied, das Franz Schubert vertont hat, ist eine Aufnahme
als mp3 hier herunter zu laden:
www.klavierlied.de

Written by einedeutscheweise

24. Oktober 2010 at 19:46

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J.S.Bach – BWV 147 – Herz und Mund und Tat und Leben

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Johann Sebastian Bach – Kantate BWV 147 –

Herz und Mund und Tat und Leben
Muß von Christo Zeugnis geben
Ohne Furcht und Heuchelei,
Daß er Gott und Heiland sei.

Nikolaus Harnoncourt


2 – Schäme dich, o Seele, nicht http://youtube.com/watch?v=QgLmLuRSDl8
3 – Bereite dir, Jesu, noch itzo die Bahn http://youtube.com/watch?v=hIDRf-YlQVc
4 – Wohl mir, daß ich Jesum habe http://youtube.com/watch?v=3jFxeO63fj8
5 – Hilf, Jesu, hilf http://youtube.com/watch?v=Ae9trX3jKX4
6 – Ich will von Jesu Wundern singen http://youtube.com/watch?v=bKrsqh-H5YU
7 – Jesus bleibt meine Freude http://youtube.com/watch?v=3Mn1ibFdXDU

Written by einedeutscheweise

19. Oktober 2010 at 03:46

Veröffentlicht in Musik, Video

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